Der Platz für den Hit-Vollsortimenter ist vorbereitet, die alten Gebäude sind abgerissen. © Simone Böhnisch
Hit-Markt in Ascheberg

4 Mio. Umsatzvolumen: Gutachten zu Hit- und Aldi-Bau liegen vor

Der neue Einzelhandelsschwerpunkt im Ascheberger Ortskern könnte bis zu 4 Millionen Euro Umsatzvolumen im Nahrungs- und Drogeriebereich mit sich bringen. Die Gutachten liegen noch bis zum 10. Februar aus.

Die Gemeinde Ascheberg hat Anfang Januar die Änderung des Bebauungsplanes und des Flächennutzungsplanes für das Gelände des neuen Hit-Marktes sowie des Aldis, der neu gebaut und erweitert werden soll, offen gelegt. Und gleichzeitig die nötigen Gutachten dafür veröffentlicht. Noch bis zum einschließlich 10. Februar haben die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Ascheberg nun Zeit, sich zu den Unterlagen zu äußern.

Das Immissionsschutz-Gutachten, durchgeführt vom Sachverständigenunternehmen Uppenkamp und Partner, hat zum einen den zu erwartenden Lärm ausgehend von Hit- und Aldimarkt inklusive Anlieferungsverkehr untersucht, zum anderen den zu erwartenden Straßenlärm.

Das Ergebnis der Gutachter: Die Richtlinien zum Gewerbelärm können sowohl zu Tag- als auch zu Nachtzeit eingehalten werden. Und: Auch eine Öffnungszeit bis 22 Uhr sei nicht auszuschließen. Zum Verkehrslärm heißt es, dass dieser trotz hinzukommenden Neuverkehrs „an der überwiegenden Anzahl der Immissionsorte eingehalten“ werden könne. „Die Überschreitungen liegen in der Größenordnung von maximal 2 dB“ (Dezibel). Im Planfall komme es an diesen Orten zu einer weiteren Überschreitung von 2 dB.

Lärmschutzwand rund um den Aldi und südwestlich von Hit entsteht

Um die Richtwerte einzuhalten, sind laut Gutachten aber einige Maßnahmen nötig, so wie geschlossene Tore, die noch am Aldi-Markt umgesetzt werden müssen. Auch die Schallpegel der Kühl- und Lüftungsaggregate müssen eingehalten werden. Baulich seien jeweils geschlossene Lärmschutzwände um die Grundstücksgrenze des Aldis sowie südwestlich des Hitmarkt-Geländes nötig. In der Regel sind diese 2 Meter hoch, entlang des Fuß- und Radweges östlich des Aldis sogar 3 Meter.

Das Artenschutzgutachten wurde von der öKonGmbH aus Münster durchgeführt. Weil die alte Feuerwehr theoretisch als Nistort für Zwergfledermäuse hätte dienen können, muss die Gemeinde 10 Ausweichquartiere im nahen Umfeld zur Verfügung stellen. Da sich am ehemaligen K+K-Markt Mehlschwalbennester befinden, müssen diese an der Ostseite des Gebäudes erhalten bleiben, ebenso wie die Einflugschneisen der Tiere. Gehölzfällarbeiten sollen sich auf den 1.10. bis 28./29.2. beschränken, die Bauzeit auf den 15.3. bis 31.10..

Der Umweltbericht, ebenfalls durchgeführt von der öKon GmbH, kommt zu dem Ergebnis, dass durch das Gebiet 3781 Quadratmeter Boden zusätzlich versiegelt werde. Dafür werden als Ausgleich in Billerbeck Ackerflächen in extensive Mähwiesen umgewandelt. Auf den Menschen werde die Realisierung des Bauverfahrens keine erheblichen negativen Auswirkungen haben, so die öKon GmbH. Ebenso wenig wie auf das Wasser, das Klima bzw. die Luft, die Landschaft sowie kulturelles Erbe.

Das Verkehrsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass nach der Umsetzung der Bauarbeiten „eine mindestens befriedigende bis ausreichende Verkehrsqualität“ erreicht werde. Auch nach dem Umbau der Lüdinghauser Straße rechne man nicht mit bedeutsamen Auswirkungen auf den Verkehrsablauf, so die Ingenieurgesellschaft Stolz mbH.

3,3 Millionen Euro im Nahrungsbereich, 700.000 im Drogeriebereich

Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept vom Stadtforschungsbüro Junker und Kruse aus Dortmund wurde teilaktualisiert und um die drei Ziele Sicherung von Vielfalt im Zentrum, nahversorgungsrelevante Angebote im Zentrum und eine kompakte, räumlich nicht ausgedehnte Grundstruktur ergänzt.

Die städtebauliche Wirkungsanalyse, ebenfalls von Junker und Kruse, kommt unter anderem zu dem Ergebnis: „Der Untersuchungsraum insgesamt und die Gemeinde Ascheberg zeichnen sich durch unterdurchschnittliche Kaufkraftbindungen bzw. Zentralitäten in den untersuchungsrelevanten Warengruppen/Sortimenten aus, so dass für Ascheberg von einer signifikanten Kaufkraftrückgewinnung durch die Vorhaben ausgegangen werden kann/muss.“ Im Nahrungs- und Genussbereich kann die Gemeinde am Ende von einem Gesamtumsatzvolumen von 3,3 Millionen Euro ausgehen, im Bereich Drogerie von 700.000 Euro.

Die ausliegenden Pläne und Gutachten können unter bit.ly/3cvupmX oder im Einzelfall nach Terminvereinbarung in der Bauverwaltung, Tel. (02593) 6096014, E-Mail: wolf@ascheberg.de, an der Dieningstraße 7 eingesehen werden. Nach einer Vorberatung im Bau- und Planungsausschuss und einem Satzungs- und Feststellungsbeschluss im Rat wird der Flächennutzungsplan der Aufsichtsbehörde zur Genehmigung vorgelegt. Nach der Genehmigung und Bekanntmachung werden die Pläne rechtswirksam.

Bis zum 25. Januar hatten die Gemeindebewohner Zeit, sich zu den Oberflächenbelägen, Sitzbänken, Leuchten und Abfallbehältern am Eschenplatz zu äußern. Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Wellering hatte dafür eine Musterfläche am K+K-Markt gepflastert und und Beispiele für die Sitzbänke, Leuchten und Abfallbehälter aufgestellt. Schilder von den Landschaftsarchitekten Lohaus Carl Köhlmos erläuterten an der Musterfläche die einzelnen Elemente.

Fotostrecke

Umgestaltung des Ortskerns in Ascheberg (vor 3. Bürgerbeteiligung)

Zur Ortskern-Umgestaltung in Ascheberg haben wir bereits eine Fülle von Artikeln verfasst. Diese finden Sie auf folgender Seite: www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/ortskern-ascheberg-tt51140.html

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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