25.000 Euro Finanzspritze für Ascheberger Reiter

Neuer Sandbelag

Mit 25.000 Euro unterstützt die Gemeinde den Reit- und Fahrverein St. Hubertus Ascheberg. Das Geld ist ein Zuschuss für einen neuen Sandbelag auf den Reitplätzen des Vereins. Erst nach einer hitzigen Diskussion entschied sich der Ausschuss für die Finanzspritze.

ASCHEBERG

, 23.09.2016, 19:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
25.000 Euro Finanzspritze für Ascheberger Reiter

140.000 Euro hat der neue Sandbelag beim Reit- und Fahrverein St. Hubertus Ascheberg gekostet. Mit 25.000 Euro bezuschusst die Gemeinde Ascheberg das Projekt.

Sand statt Rasen: Dieser Wechsel des Belags für die Außenreitplätze hat den Reit- und Fahrverein St. Hubertus Ascheberg im Juni rund 140.000 Euro gekostet: zuzüglich fleißiger Eigenleistung der Vereinsmitglieder – und abzüglich eines Zuschusses aus der Gemeindekasse in Höhe von 25 000 Euro. Den hat am Dienstagabend der Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport gewährt: eine Entscheidung, mit der knapp die Hälfte der Mitglieder heftige Bauchschmerzen hatte.

Der letzte Tagesordnungspunkt hatte es in sich. Nach einer harmonischen Sitzung bekamen sich die Fraktionen richtig in die Haare, bis die CDU-Mehrheit in der Abstimmung die Sache knapp (sieben zu fünf) für sich entschied. Und für die Finanzspritze zugunsten der Reitsportler am Windmühlenweg.

Letzter Zuschuss vor zwölf Jahren

„Den letzten Zuschuss hatte der Verein 2004 bekommen“, sagte Helmut Sunderhaus von der Gemeindeverwaltung. Er hatte mit seinen Kollegen im Rathaus keine Bedenken, jetzt wieder in die Kasse zu greifen: „Der von der Gemeinde erbetene Zuschuss hält sich der Höhe nach in der Bandbreite der Investitionszuwendungen, die die Gemeinde in den vergangenen Jahren zur Unterstützung von Investitionsvorhaben anderer Vereine gezahlt hat“, war in der Sitzungsvorlage zu lesen.

Das sahen UWG und SPD aber ganz anders. Volker Müller-Middendorf sprach von einer „haarsträubenden Argumentation“. Der Reitverein habe am 12. Mai einstimmig für den Bau des Platzes gestimmt, „wohlwissend, dass ihm Geld fehlt“. 

Reiter mussten Kredit aufnehmen

Die Hubertus-Reiter hatten einen Kredit über 90 000 Euro bei der NRW-Bank aufgenommen und 25 000 aus den eigenen Rücklagen dazu gelegt. Blieb die Differenz, die jetzt die Ascheberger Öffentlichkeit begleichen soll. Den Hinweis des Vereins im Antragsschreiben, dass 60 bis 80 Kinder und Jugendliche unter seinen Mitgliedern seien, versöhnte Müller-Middendorf nicht. „Das ist vielleicht ein Fünftel aller Mitglieder“, sagte er. „Die anderen wollten aber doch auch den Sand.“

Besonders ärgerlich für den Unabhängigen: „Wir haben ja schon im Februar die 4000 Euro für die Bebaungsplanänderung übernommen“ – eine „Vereinsförderung außer der Reihe“, gegen die er sich schon damals ausgesprochen habe. Petra Haverkamp (SPD) teilte die Kritik: „Wenn wir jetzt den Zuschuss gewähren, öffnen wir Tür und Tor für Anträge anderer Vereine.“ Der Ausschuss solle warten und im Zuge der Haushaltsdiskussion entscheiden.

"Kindern aus allen Schichten das Reiten ermöglicht"

Hildegard Kuhlmann (CDU) hielt dagegen, das St. Hubertus „im ganzen Umkreis zu den günstigsten Reitvereinen zählt und Kindern aus allen Schichten das Reiten ermöglicht“. Dass das so bleibe, solle die Gemeinde unterstützen, ohne sich Förderrichtlinien zu geben. „Enge Regeln würden uns nur einengen.“

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