Insgesamt zehn Mal gewann der SV Herbern bereits den Davertpokal. Die Titelverteidigung ist dieses Jahr leider nicht möglich. © Johanna Wiening
Fußball

Mit welcher Niederlage im Davertpokal die Spieler des SV Herbern noch heute aufgezogen werden

10 Mal gewann der SV Herbern bereits den Davertpokal. Daher haben die Spieler vor allem schöne Erinnerungen. Doch ein Pleite wird ihnen noch heute unter diese Nase gerieben - von einem Mitspieler.

Im Januar ist normalerweise Hallen-Zeit – oder viel mehr Davertpokal-Zeit. Dieses Jahr muss das Hallenturnier leider ausfallen. Trotzdem erinnern sich die Spieler des SV Herbern an viele schöne Ereignisse in der Halle. Auch ein negatives Erlebnis bleibt ihnen in Erinnerung.

Am präsentesten ist für Marcel Scholtysik das vergangene Jahr. Klar, damals gewannen die Herbener das Turnier. „Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war super. Wir haben den Pokal gewollt. Das war eine runde Sache“, sagt er.

Der Offensivspieler wurde sogar zum besten Spieler des Turniers gewählt. „Darauf habe ich mir nichts eingebildet. Ganz egal ist es mir aber dann doch nicht.“ Generell möge er es, in der Halle zu spielen. Zum vierten Mal war Scholtysik beim Davertpokal dabei.

„Das ist eine super Sache. Man sieht viele Bekannte, die man sonst nicht sieht, weil man zeitgleich oder in anderen Ligen spielt.“ Aber er hat nicht nur schöne Erinnerungen an das Turnier. Wegen einer Niederlage werden er und seine Mitspieler heute noch aufgezogen.

Michael Schulte spielte schon als Kinder regelmäßig in der Halle

Im Finale 2019 verlor der SVH mit 4:5 gegen den SC Münster 08 II – mit Joe Breloh, der im folgenden Sommer die Seiten wechselte. „Die Niederlage reibt er uns noch heute unter die Nase“, sagt Scholtysik. „Es ist ja egal, wo ich spiele, ich gewinne eh“, soll Breloh scherzhaft im Training sagen, wie Dominick Lünemann berichtet.

Ihm ist noch ein anderes Spiel gegen einen anderen Ex-Mitspieler in Erinnerung geblieben. „Lukas Mangels hat für Nordkirchen gegen uns in der letzten Sekunde mit der Hacke das 2:1 gemacht. Das war bitter“, sagt Lünemann. Die Niederlage in der Zwischenrunde der 2018er Auflage hielt die Herberner aber nicht vom Turniersieg ab.

Die Freude über den Turniersieg 2018 war beim SV Herbern groß.
Die Freude über den Turniersieg 2018 war beim SV Herbern groß. © Marc-André Landsiedel © Marc-André Landsiedel

Für Lünemann seien die Turniersiege grundsätzlich am schönsten. Aber auch die Derbys gegen Ascheberg wären früher immer groß gewesen. Lünemann sei, was die Halle betreffe, leider etwas verletzungsanfällig. „Trotzdem macht es riesig Spaß.“

Michael Schulte ist praktisch mit dem Hallenfußball aufgewachsen. Vom 5. bis 16. Lebensjahr spielte er regelmäßig in der Halle. „Meine Mutter hatte sechs Geschwister, die alle zwei bis sechs Jahre auseinander waren. Die hatten eine Hobby-Mannschaft. Alle zwei Wochen gab es dann samstags ein Jux-Turnier in der Halle. Da hab ich dann seitdem ich 12, 13 Jahre alt war mitgespielt. Das war ein Highlight.“

Als die Verletzungen bei seinen Onkeln mehr wurden, löste sich das Team irgendwann auf. Der Spaß am Hallenfußball ist aber geblieben. Vor seinem Wechsel nach Herbern nahm Schulte mit der SG Sendenhorst öfter erfolgreich an der Hallen-Kreismeisterschaft in Warendorf teil.

Besonders erinnert er sich an seine erste Davertpokal-Teilnahme 2018 und das Finale gegen den VfL Senden. „Wir haben 3:0 geführt, dann stand es 3:2, 5:2 und schließlich 5:4. Das war echt spannend.“ Generell sei er mit seiner Ausbeute zufrieden. „Von drei Teilnahmen habe ich zwei gewonnen.“

„Wir freuen uns das ganze Jahr darauf“

Deutlich öfter nahm Philipp Dubicki teil. „Ich glaube, so sechs, sieben Mal. Drei bis vier Mal haben wir glaube ich gewonnen. Das Tollste war, wenn wir gewonnen hatten und danach zusammen gesessen und gefeiert haben.“

Er freue sich immer, wenn ein neues Jahr beginnt, auf den Davertpokal. „Das ist unsere einzige Möglichkeit in der Halle. Wir freuen uns das ganze Jahr darauf.“ Deswegen ließ Dubicki sich 2019 auch nicht davon abhalten, dass er eigentlich pausieren sollte.

Das Turnier ist für ihn auch immer die Möglichkeit, seinen Offensivdrang auszuleben. Im vergangenen Jahr wurde der Abwehrspieler sogar der beste Torschütze.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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