Oliver Wichert, Geschäftsführer bei der Elanko Medien- und Sicherheitstechnik GmbH, hat mit seinem Team wegen der Corona-Pandemie eine Vielzahl von technischen Hilfsmitteln auf den Markt gebracht. Besonders beeindruckend ist das berührungslose Fieberdisplay (links). © Markus Gehring
Technik

Wegen Corona: Elanko peppt berührungsloses Fieberdisplay weiter auf

Wegen der Corona-Pandemie hat Elanko aus Heek vor einigen Wochen ein berührungsloses Fieberdisplay auf den Markt gebracht. Ein Display, das jetzt noch so viel mehr kann als zu Beginn.

Erhöhte Temperatur und Fieber können Symptome von Covid-19 sein. Darum gehört seit Beginn der Pandemie das Temperaturmessen bei Besuchen in Seniorenheimen, Krankenhäusern und in vielen anderen Bereichen zum Alltag. So soll verhindert werden, dass (unbemerkt) erkrankte Besucher Zutritt erhalten.

Um das Prozedere zügig und elegant zu lösen, hat Elanko aus Heek schon vor Wochen ein berührungsloses Fieberdisplay auf den Markt gebracht. Die Videostele mit Gesichtserkennung und Thermalobjektiv erkennt innerhalb von 0,2 Sekunden, ob die Temperatur erhöht ist oder nicht. Bei Bedarf kontrolliert das Display auch, ob eine Maske getragen wird. Doch das ist noch nicht alles.

Ausruhen ist nicht angesagt

Denn im Zuge der Pandemiedynamik haben die Experten von Elanko weiter am Fieberdisplay getüftelt. Laut Unternehmen ist man derzeit dabei, das Display weiter zu verfeinern und technisch-digital in bereits bestehende Softwaresysteme zu integrieren. Dafür arbeitet das Unternehmen mit Softwareherstellern aus dem Fitness- und Gesundheitsbereich sowie dem Besuchermanagement in Pflegeheimen und Krankenhäusern zusammen.

Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie möchten etwa auf Rezept Rehasport im Gesundheitszentrum machen. Dann würden Sie wohl normalerweise einen Chip beziehungsweise ein Armband vor einen Sensor am Eingang halten, sich damit anmelden und dann das Drehkreuz passieren.

Fieberdisplay wird integriert

Dann müsste noch händisch die Temperatur gemessen und der entsprechende Zettel mit den Kontaktdaten für eine eventuelle Rückverfolgung ausgefüllt werden. Genau an dieser Stelle kommt das in die bestehende Software integrierte Fieberdisplay ins Spiel.

Denn damit öffnet sich laut Elanko das Drehkreuz erst, wenn die Temperatur im Normalbereich liegt. Die Personendaten werden zudem im System des Gesundheitszentrums hinterlegt. Somit entfällt das händische Ausfüllen der Zettel für eine eventuell notwendige Rückverfolgung.

Wegen der Pandemie sind Personenzählsysteme derzeit sehr gefragt. Solche vertreibt auch Elanko. Genutzt werden diese beispielsweise in Verbrauchermärkten.
Wegen der Pandemie sind Personenzählsysteme derzeit sehr gefragt. Solche Systeme vertreibt auch Elanko. Genutzt werden diese beispielsweise in Verbrauchermärkten. © Elanko © Elanko

„Weitere Einsatzorte können Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser bezogen auf das Besuchermanagement sein“, erklärt Oliver Wichert, Geschäftsführer bei der Elanko Medien- und Sicherheitstechnik GmbH im Gespräch mit der Redaktion.

Fieberdisplay deutschlandweit gefragt

Aber wie sieht es mit dem tatsächlichen Bedarf aus? „Wir haben nach wie vor eine große Nachfrage zu verzeichnen“, entgegnet der Geschäftsführer. Der Vorteil sei, dass die technischen Geräte auch nach der Pandemie weiter nutzbar seien.

Was mit dem Fieberdisplay im kleinen Vertriebsrahmen anfing, ist laut Oliver Wichert mittlerweile in ganz Deutschland gefragt. Doch wo wird es konkret hier in der Region eingesetzt? „In Gesundheitszentren, Krankenhäusern, Schulen, Versammlungsstätten sowie in der Industrie.“

Gemeinde Heek probiert Fieberdisplay aus

Übrigens hat auch die Gemeinde Heek das kontaktlose Fieberdisplay im Rathaus schon ausprobiert. Ein Vor-Ort-Test durch die Redaktion hat gezeigt: Die Stele arbeitet tatsächlich so, wie von Elanko beschrieben: zügige Temperaturmessung inklusive Maskenerkennung. Alles ohne Berührung. Allerdings war die Türöffnung im Rathaus nicht mit der Stele gekoppelt.

Neben diesem technisch komplexen System sind laut Geschäftsführer aber auch die „einfacheren“ gefragt. Dazu zählt der Maskenwarner. Eine Kamera, die ohne Bildaufzeichnung kontrolliert, ob passierende Personen eine Maske tragen. Bei Missachtung wird man mit LED-Leuchten und akustischer Ansage höflich daran erinnert, eine Maske aufzusetzen.

Das Fieberdisplay erkennt nicht nur, ob eine Maske getragen wird sondern zeigt auch in 0,2 Sekunden die Temperatur an. Hier (grüner Kasten) von Geschäftsführer Oliver Wichert.
Das Fieberdisplay erkennt nicht nur, ob eine Maske getragen wird, sondern zeigt auch in 0,2 Sekunden die Temperatur an. Hier (grüner Kasten) von Geschäftsführer Oliver Wichert. © Markus Gehring © Markus Gehring

Zudem seien auch Personenzählsysteme mit Kameras gefragt. In größeren Städten findet man diese beispielsweise schon in vielen Discountern. „Das ist perfekt für Einzelhändler, wenn die Personenanzahl begrenzt werden muss“, so Oliver Wichert. Stichwort Coronaschutzverordnung.

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