Illegal entsorgter Haushaltsmüll hat in Heek während der Corona-Pandemie zugenommen. © picture alliance/dpa
Umwelt in Heek

Wegen Corona: 480 Liter illegal entsorgter Hausmüll pro Woche

Hausmüll oder Einwegverpackungen: Vieles wird achtlos in die Natur geworfen – auch in Heek. In der Dinkelgemeinde ist dieses Problem während der Corona-Pandemie spürbar größer geworden.

Die Pandemie hat das (öffentliche) Leben mehr denn je fest im Griff. Durch die Coronaschutzverordnung sind praktisch keine Zusammenkünfte mehr gestattet. Und doch landet auf den Plätzen, Straßen und Grünanlagen in Heek mehr Müll als noch vor der Pandemie.

Dabei handelt es sich aber nicht um Corona-Müll in Form von Mund-Nase-Masken oder Handschuhen. Diese Dinge stellen, so berichtet Bauamtsleiter Herbert Gausling in Rücksprache mit Bauhofleiter Alfred Heying, bei den wöchentlichen Kontrollen im Gemeindegebiet in der Regel kein Problem dar.

Haushaltsmüll wird im öffentlichen Raum entsorgt

Vielmehr sorge in Zeiten der Corona-Pandemie privater Hausmüll, der einfach im öffentlichen Raum entsorgt werde, für Mehraufwand und Ärger. Davon betroffen seien auch die im Gemeindegebiet aufgestellten Glascontainer. Der Hausmüll wird einfach abgeladen und die Verursacher machen sich unerkannt aus dem Staub.

„Gefunden werden auch Einwegverpackungen von bekannten Fastfoodketten, die achtlos am Wegesrand entsorgt werden“, so Herbert Gausling. Doch welches Ausmaß hat diese Art der unerwünschten Müllentsorgung in Heek während der Pandemie angenommen?

Zwei volle Tonnen Müll

Das verdeutlichen zwei Werte eindrucksvoll. Zwei Mülltonnen zu je 240 Liter sammeln die Mitarbeiter des Bauhofs nach Angaben der Verwaltung derzeit durchschnittlich bei ihren wöchentlichen Kontrollen der Gemeindeflächen an unsachgemäß entsorgten privatem Hausmüll ein.

So genannter Corona-Abfall in Form von Mund-Nasen-Masken ist auf den öffentlichen Flächen in Heek kein (großes) Problem. © DPA © DPA

Dass zu Corona mehr Hausmüll entsteht, liegt auf der Hand. Home-Office und Einschränkungen im Privatleben führen dazu, dass viele ihre Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen. Kantinen- und Restaurantbesuche fallen weg – viele kochen deutlich häufiger daheim als noch vor der Pandemie.

Größere Mülltonne kostet mehr Geld

Und mutmaßlich will es sich der ein oder andere ersparen, größere Müllgefäße bei der Kommune ordern zu müssen, denn das würde eine Gebührenerhöhung nach sich ziehen. Ein Zahlenbeispiel: Kostet die 80 Liter Restabfalltonne 142,80 Euro, liegt die nächstgrößere Variante mit 120 Litern in Heek schon bei 199,20 Euro.

Stattdessen wählen offenkundig einige Heeker lieber die Variante der illegalen Haushaltsmüllentsorgung, um etwas mehr im Geld im Portemonnaie zu behalten. Dabei kann gerade das teuer werden, denn dabei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die ein dreistelliges Bußgeld nach sich ziehen kann.

Davon abgesehen: Die Bauhof-Mitarbeiter sind auch während der Coronakrise bei ihren Rundgängen mit Zangen und Handschuhen unterwegs. Wenn sie neben dem Haushaltsmüll dann doch mal Mund-Nase-Masken finden, werden diese in gesonderten Beuteln eingesammelt und anschließend mit dem Restmüll entsorgt.

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