Waldbrandgefahr: Darum wurden die Osterfeuer in Heek trotzdem nicht abgesagt

dzTrockenheit

Die Waldbrandgefahr ist hoch, Osterfeuer wurden trotzdem angezündet. Wir haben die Feuerwehr Heek gefragt, warum, und dabei auch erfahren, wie sie auf die anhaltende Trockenheit reagiert.

Heek

, 25.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Lichterloh brennt das Osterfeuer am Sonntagabend. Dichter Rauch steigt in den Himmel, Funken fliegen. Gleichzeitig warnt der Deutsche Wetterdienst vor Waldbränden, weil es überall extrem trocken ist. Wie passt das zusammen?

Diese Frage war auch bei der Heeker Feuerwehr im Vorfeld des Osterfeuers Thema. „Wir haben uns mit dem Ordnungsamt abgesprochen und sind zu dem Schluss gekommen: Wenn sich alle an die Regeln halten, kann eigentlich nichts passieren“, sagt Heinz-Peter Rump, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Heek. Deswegen wurde das Brauchtumsfeuer am Ostersonntag angezündet – anders als ein paar Kilometer weiter in den Niederlanden.

Feuerwehr ist gut vorbereitet

Dort wurden in der Region Achterhoek mehr als 100 Osterfeuer abgesagt. Es gab unter anderem die Sorge, dass die Feuerwehr nicht genügend Personal hat, wenn eines der Feuer außer Kontrolle gerät. „Die Feuerwehr in den Niederlanden ist anders aufgestellt als hier“, erklärt Heinz-Peter Rump. In Deutschland gibt es einen großen Pool von Freiwilligen, die in unterschiedliche Gruppen eingeteilt sind. Zu einem Einsatz wird immer eine andere Gruppe alarmiert. In den Niederlanden hingegen gibt es weniger Feuerwehrleute, die das Ganze quasi „halb-beruflich“ machen. Sie sind hauptberuflich für ein Unternehmen tätig, müssen aber bei jedem einzelnen Einsatz freigestellt werden.

Hinzu kommt, dass die Osterfeuer in den Niederlanden viel größer sind als in Deutschland. Dort werden mehrere Meter hohe Holzhaufen aufgeschichtet. Der Rekord liegt bei rund 50 Metern.

Osterfeuer war in diesem Jahr besonders heiß

Die Gemeinde Heek schreibt für das Abbrennen von Osterfeuern unter anderem vor, dass das Feuer von einem 15 Meter breiten Ring umgeben sein muss, der frei von Schlagabraum und anderen brennbaren Stoffen ist.

Waldbrandgefahr: Darum wurden die Osterfeuer in Heek trotzdem nicht abgesagt

Die Jugendfeuerwehr Heek hat das Osterfeuer entzündet. © MEISEL-KEMPER

Viel näher konnten die Besucher in diesem Jahr sowieso nicht an das Osterfeuer in Heek heran gehen, erzählt Heinz-Peter Rump. „Weil das Holz so trocken war, ist der Haufen extrem schnell runtergebrannt und wurde sehr heiß.“ Aus Sicherheitsgründen haben die Heeker das Feuer also mit einigen Metern Abstand genossen. Die Feuerwehr war wie jedes Jahr vor Ort und hat auch das Anzünden des Feuers übernommen.

Wälder sind voll mit trockenem Holz

Im Gildehauser Venn in Bad Bentheim ist am Sonntagabend aus bislang ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Mehrere Stunden lang kämpften 350 Einsätzkräften gegen die Flammen. Bad Bentheims Bürgermeister Volker Pannen sprach gegenüber den Grafschafter Nachrichten „vom größten Brand im Gildehauser Venn seit 20 Jahren“.

Der Waldbrand-Gefahrenindex liegt in der Region momentan bei drei von fünf, der Grasland-Feuerindex bei vier von fünf. Der Voraussage nach soll sich die Situation in den kommenden Tagen entschärfen. Daran kann Heinz-Peter Rump noch nicht so richtig glauben. „Seit den letzten Stürmen und wegen der anhaltenden Trockenheit liegen die Wälder voll mit Holz, das extrem trocken ist. Da müsste es schon einige Tage am Stück regnen“, meint er.

Landwirte unterstützen im Notfall

Bislang ist es in Heek ruhig geblieben, aber die Feuerwehr ist vorbereitet. Als es im vergangenen Sommer so trocken war, hat die Feuerwehr gemeinsam mit der Gemeinde eine Liste von Landwirten erstellt, die im Notfall helfen können. „Wir haben die Telefonnummern von zehn Landwirten aus verschiedenen Regionen, die dann im Ernstfall schnell vor Ort sein können“, erzählt Heinz-Peter Rump. Sie können dann zum Beispiel Wasser in Güllefässern transportieren oder mit Maschinen helfen, brennendes Material auseinander zu ziehen, um es besser löschen zu können.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, appelliert Heinz-Peter Rump an die Bürger: „Jeder sollte aufmerksam sein und sich überlegen, wo er zum Beispiel das Auto abstellt.“ Ein heißer Katalysator kann auf trockenem Gras schnell einen Brand auslösen. Und: „Dass man bei so einem Wetter auf gar keinen Fall eine Kippe irgendwohin schmeißen sollte, sagt einem ja schon der gesunde Menschenverstand“, so Rump.

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