Volle Windkraft voraus in Heek

2,3-Megawatt-Anlage

120 Meter hoch reckt sich der schlanke, weiße Riese in den Wolken verhangenen Himmel. Anders als seine 13 Brüder lässt er aber noch nicht die 71 Meter langen Arme durch die Luft wirbeln. Dafür müssen die Mitarbeiter der Firma Enercon im neuen Jahr ihre Arbeit fortsetzen an der Windenergieanlage E-70 mit einer Nennleistung von 2,3 Megawatt.

HEEK

von von Sylvia Lüttich-Gür

, 01.01.2012, 16:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im Bau: die neue Windkraftanlage in der Heeker Windvorrangzone Ahle-Süd nahe der ehemaligen Bundesstraße 70.

Im Bau: die neue Windkraftanlage in der Heeker Windvorrangzone Ahle-Süd nahe der ehemaligen Bundesstraße 70.

Damit ist die neue Anlage, die ein privater Investor aus Ahle errichten lässt, die stärkste in der Windvorrangzone BOR 05 in der Bauerschaft Ahle-Süd. Zum Vergleich: Sieben Windenergieanlagen haben eine Leistung von je 1,8 Megawatt, die bislang größte kommt auf zwei Megawatt. Mit der Fertigstellung der neuen Anlage wird die aktuell einzige Windvorrangzone in der Gemeinde ausgereizt sein. Ratspolitiker aller Fraktionen hatten Ende des Jahres bereits Konsequenzen daraus gezogen. Sie regten einstimmig die Suche nach neuen Gebieten an zur alternativen Energieerzeugung an.2002 erste Anlagen

Ein Blick zurück: Nachdem die Windvorrangzone BOR 05 im Frühjahr 2002 im Flächennutzungsplan rechtskräftig geworden war, begann der Aufbau der „Wind-Kraftwerke“. Über 40 Grundstückseigentümern hatten sich zusammengeschlossen und die Windpark Ahle Verwaltungsgesellschaft mbH gegründet. Unterstützt wurden sie von den 15 Gründungskommanditisten der Windkraft Ahle GmbH & Co. KG. Eine Initiative, die sich lohne, wie Bernhard Wischemann, einer der drei Geschäftsführer, rückblickend sagt. Nach zehn Jahren würden die Investitionen sich langsam amortisieren. Nicht nur die Anteilseigner und Eigentümer profitierten jedoch davon. Um die Energiewende gelingen zu lassen, seien dezentrale Windenergieanlagen auch im Flachland wichtig. „denn welche Schwierigkeiten bestehen, den ausschließlich an der Nordsee produzierten Strom nach Süden zu transportieren, sehen wir ja schon“, meint der Landwirt, der auch Mitglied des Rates für die CDU ist. Als Beitrag zur klimaverträglichen Energieversorgung begrüßt auch der Naturschutzbund Deutschland (NABU) den Bau und den Betrieb der Windräder. „Sie tragen damit einen wichtigen Teil als Ersatz für die Kernenergie bei“, sagt Herbert Moritz vom NABU Ahaus/Heek anlässlich des Baus der 14. Anlage. Allerdings verschließt er auch nicht die Augen vor dem „erheblichen Eingriff in den Naturhaushalt“ durch den Bau. Um den so gering wie möglich zu halten, sollte jede weitere Aufstellung dieser Anlagen nur konzentriert in Windparks erfolgen. „Von einer Genehmigung einer Vielzahl von Einzelanlagen ist dringend abzuraten, durch sie droht sonst eine Verspargelung der Landschaft, die das Bild unserer Kulturlandschaft sehr stark negativ beeinflusst“, meint Moritz.Suchauftrag erteilt Dafür, dass das nicht passiert, hat der Rat hat bereits vorgesorgt mit seinem Auftrag an die Verwaltung, ein Gutachterbüro zur Suche nach Windzonen zu beauftragen. Bei dem ersten Suchauftrag vor mehr als zehn Jahren hatten sich neben Ahle-Süd auch noch Wichum und die Ammert empfohlen. Damals hatte sich der Rat allerdings auf Ahle konzentriert.  

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