Verwüstungen in der Stiege: Jetzt ist klar, wer die Täter sein sollen

dzVandalismus

Lange ermittelte die Polizei nach den Vandalismus-Vorfällen in der Stiege im November 2019. Auch die Staatsanwaltschaft war involviert. Jetzt scheint klar, wer für die Taten verantwortlich ist.

Heek

, 01.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Bild, das sich am Tag nach der Halloween-Nacht 2019 auf dem Spielplatz im Heeker Stiegenpark zeichnete, sorgte für viel Unverständnis und Ärger in der Gemeinde. Graffiti-Schmierereien an den Wänden des Unterstandes, abgetretene Mülleimer, eine verbogene Regenrinne und Scherben sowie Zigarettenkippen im Sandkasten. Wochenlang ermittelte die Kripo, ehe sich die Staatsanwaltschaft in Bocholt der Sache annahm.

Jetzt ist offiziell klar: Für die Verwüstungen soll eine Gruppe von fünf Jugendlichen im Alter zwischen 14 bis 16 Jahren verantwortlich sein. Sie kommen aus der Gemeinde selbst. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft Bocholt. Aus unterschiedlichen Quellen ist zu hören, dass die Jugendlichen aus komplizierten Familienverhältnissen stammen sollen. Und: In den polizeilichen Verhören haben sich die Jugendlichen gegenseitig belastet. Zumindest in Teilen.

Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren ein

Wer hat also was gemacht? Eine Frage, mit der sich auch die Staatsanwaltschaft im Rahmen eines Strafverfahrens hätte auseinandersetzen können. Doch soweit ist es nicht gekommen. „Das Ermittlungsverfahren gegen die fünf Beschuldigten ist gemäß Paragraph 45 Jugendgerichtsgesetz eingestellt worden“, sagt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt auf Anfrage der Redaktion.

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Heißt: Nicht ein Richter, sondern die Staatsanwaltschaft selbst hat das Verfahren eingestellt und das bereits Ende März. Doch wie kann das sein? Letztlich geht es darum, dass im Falle einer als gering anzusehenden Schuld des/der Täter und bei keinem öffentlichen Interesse der Verfolgung, die Sache in Rücksprache mit dem entsprechendem Gericht eingestellt werden kann.

Gemeinde musste einige hundert Euro investieren

Und verglichen mit anderen Straftaten sind die Verwüstungen auf dem Spielplatz in der Stiege letztlich deutlich weniger gravierend. Nichtsdestotrotz eine „sehr ärgerliche Sache für die Gemeinde“, wie Bauamtsleiter Herbert Gausling im Gespräch mit der Redaktion klarstellt.

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Einige hundert Euro musste die Gemeinde investieren, um die Schäden zu beseitigen. Für das Entfernen der Graffiti-Schmierereien musste sogar eine Spezialfirma beauftragt werden. Auch wurde der gesamt Sand durch Mitarbeiter des Bauhofes ausgetauscht. Viel Arbeit und unnötige Kosten.

Für die Gemeinde ist die Sache noch nicht erledigt

Und auch wenn für die Staatsanwaltschaft die Sache erledigt ist, für die Gemeinde ist es das noch lange nicht. „Das Verfahren ist abgeschlossen. Die Gemeinde Heek ist über den Ausgang des Verfahrens unterrichtet worden“, so Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. Immerhin sind so der Gemeinde die Namen und Anschriften der beschuldigten Jugendlichen bekannt.

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Somit könnte jetzt noch die Sache mit der zivilrechtlichen Schadensersatzpflicht greifen. Denn auch wenn die Strafanzeige der Gemeinde bei der Polizei nicht den erhofften Erfolg gebracht hat, könnte dieser noch auf zivilrechtlichem Wege erlangt werden. Die Kosten für die Beseitigung der Schäden kann den Jugendlichen in Rechnung gestellt werden. Oder den Erziehungsberechtigten.

Zivilrechtliche Schadensersatzpflicht wird geprüft

Genau dieses Vorgehen hatte die Gemeinde bereits im November 2019 klargestellt. In den zugehörigen Ausschussunterlagen hieß es: „[...] sofern die Verursacher ermittelt werden, wird die Gemeinde die entstandenen Kosten geltend machen.“

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Hat die Aussage noch Bestand? Dafür gibt es ein klares „Ja“ des Bauamtsleiters. „Wir prüfen derzeit die zivilrechtliche Schadensersatzpflicht. Für uns ist die Sache noch nicht erledigt.“ Auf die Jugendlichen und ihre Erziehungsberechtigten kann also noch Einiges zukommen.

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