Verwirrung um einen zweiten Standort der Gewerbeschau

dzGewerbeschau 2020

Im Gewerbegebiet Heek-West wird im September 2020 eine große Gewerbeschau stattfinden. Doch jüngst gab es Irritationen, da plötzlich ein zweiter Veranstaltungsort ins Spiel kam.

Heek

, 19.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Dass es nach neun Jahren in Heek wieder eine Gewerbeschau geben wird, steht außer Frage. Stichtag ist der 27. September 2020. Die Organisation der Schau liegt in den Händen der Gemeinde und des örtlichen Gewerbevereins. Der zentrale Veranstaltungsort ist das Gewerbegebiet Heek-West. Doch jüngst gab es genau darüber Irritationen. Denn plötzlich kam ein zweiter Veranstaltungsort ins Spiel.

Dabei hatte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff im jüngsten Sport- und Kulturausschuss noch klargestellt, dass es keine Zweiteilung geben werde. Und auch im persönlichen Gespräch mit dieser Redaktion sagt Weilinghoff: „Ein Zersplittern der Veranstaltung macht keinen Sinn.“ Klare Worte.

Alles nur ein klassisches Missverständnis?

Doch wie kam es überhaupt dazu, dass plötzlich ein zweiter Veranstaltungsort im Raum stand? Sowohl der Bürgermeister als auch Susanne Tombrink, Vorsitzende des Gewerbevereins, führen dies auf ein klassisches Missverständnis zurück. Oder anders gesagt: Die Kommunikation zwischen den Beteiligten ist jüngst nicht optimal verlaufen.

Ein Blick von oben auf das Gewerbegebiet Heek-West, in dem am 27. Spetember 2020 die Gewerbeschau über die Bühne gehen soll.

Ein Blick von oben auf das Gewerbegebiet Heek-West, in dem am 27. Spetember 2020 die Gewerbeschau über die Bühne gehen soll. © Geodatenatlas Kreis Borken

Drei Treffen gab es bisher seitens des Gewerbevereins zum Thema Gewerbeschau 2020. Dabei entstand bei einigen Gewerbetreibenden aus der Stroot die Idee, direkt vor Ort, also auf dem Areal zwischen Autohaus Sundermann, Aldi, DRK und EBM-Baumarkt, auszustellen. Also gut 1200 Meter Luftlinie vom Hauptveranstaltungsort entfernt. Für Nachfragen stand dieser Redaktion niemand der Gewerbetreibenden aus der Stroot zur Verfügung.

Erschließung der Ex-Hülsta-Fläche läuft im September

Beim zweiten Treffen war auch Susanne Tombrink anwesend. Das bestätigt sie auf Nachfrage. Zusagen, dass das mit dem zweiten Standort gehen kann, habe sie nicht gegeben. „Wir haben lediglich Ideen gesammelt und uns war auch nicht klar, dass dies generell gar nicht möglich ist.“

Stichwort: Erschließung der Ex-Hülsta-Fläche. Denn das ist neben zwei weiteren Gründen der zentrale Aspekt, den Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff als Erklärung anführt, warum die Sache in der Stroot parallel zu Heek-West nicht funktionieren könne. „Die Arbeiten sind alle ausgeschrieben.“ Läuft alles nach Plan kann im Mai die Erschließung beginnen. Und diese soll auch noch im September laufen.

Die Stroot wird umfassend überarbeitet

So soll zum Zeitpunkt der Gewerbeschau die Stroot auf Höhe des Aldi-Marktes gesperrt sein. „Die Straße wird aufgerissen und umfassend überarbeitet“, sagt Weilinghoff. Auch zwei Bushaltestellen und eine Überquerungshilfe sollen dort gebaut werden. Die Gespräche liefen, wie Weilinghoff betont. „Da ist also eine riesige Baustelle und kein Platz für eine Ausstellung.“

Die T-Kreuzung in der Stroot soll im September wegen der Erschließung der Hülsta-Fläche nicht nutzbar sein.

Die T-Kreuzung in der Stroot soll im September wegen der Erschließung der Hülsta-Fläche nicht nutzbar sein. Die Straße soll gesperrt und erneuert werden. © Till Goerke

Genau dieser Umstand sei den Gewerbetreibenden laut Susanne Tombrink bei ihrem Brainstorming nicht bewusst gewesen. Beim dritten Treffen war dann übrigens auch Franz-Josef Weilinghoff mit von der Partie, um die Sache aufzuklären „Letztlich ist das einfach unglücklich gelaufen in der Kommunikation“, sagt Susanne Tombrink.

Das Budget im Haushalt wurde extra erhöht

Und ganz nebenbei dürfen auch die Aspekte Kosten und Manpower mit Blick auf die Gewerbeschau nicht vergessen werden. Derzeit kalkuliert die Gemeinde mit rund 50.000 Euro für die Ausrichtung. Das Budget im Haushalt wurde dafür sogar extra auf 35.000 Euro erhöht. Die Differenzsumme soll unter anderem über das Catering eingespielt werden.

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„Das sind derzeit alles nur Schätzungen in Sachen Kosten. Wir haben noch keine Angebote eingeholt“, stellt Franz-Josef Weilinghoff klar. Und klar sei auch, dass das Budget damit ausgereizt sei. Ein zweiter Standort hätte mutmaßlich die Kosten noch weiter in die Höhe getrieben. Bühne, Zelt und Strom. „Das hätte ja alles bezahlt werden müssen.“ Der Gewerbeverein beteiligt sich an den Kosten laut Susanne Tombrink übrigens „im Rahmen seiner Möglichkeiten“.

Möglichst alle Heeker Firmen sollen ins Boot geholt werden

Mit Blick auf das Personal sagt der Bürgermeister: „Durch die zwei Bühnen in Heek-West teilen wir uns personell ohnehin schon auf. Wir strecken uns, so gut es geht.“ Aber irgendwann seien natürliche Grenzen erreicht. Und auch Susanne Tombrink sagt: „Wir sind ein Verein. Ein einheitliches Bild ist da sinnvoll.“

Ein Blick über einen Teil der Ex-Hülsta-Fläche, direkt angrenzend an die Stroot. Doch im September wird das Areal erschlossen und steht darum nicht für einen zweiten Gewerbeschaustandort zur Verfügung.

Ein Blick über einen Teil der Ex-Hülsta-Fläche, direkt angrenzend an die Stroot. Doch im September wird das Areal erschlossen und steht darum nicht für einen zweiten Gewerbeschaustandort zur Verfügung. © Till Goerke

Dem ungeachtet wollen sowohl Gemeindeverwaltung als auch der Gewerbeverein möglichst alle Heeker Firmen mit ins Boot holen. „Wir werden da noch eine Lösung finden“, so Weilinghoff. Mittlerweile haben so oder so bereits über 50 Firmen ihre Teilnahme zugesichert. Spannend bleibt die Sache mit einem möglichen Verkaufsoffenen Sonntag am 27. September.

Ein Verkaufsoffener Sonntag könnte kniffelig werden

Denn die Rechtslage ist in Bezug auf solche Sonntage kniffelig. Das zeigte zuletzt Verdis Eilantrag mit Blick auf den „Laternensonntag“. Zwar scheiterte die Dienstleistungsgewerkschaft damit im November 2019 vor dem Oberverwaltungsgericht Münster, aber ein erneuter Versuch kann natürlich nicht ausgeschlossen werden. „Wir werden darüber noch im März beraten“, sagt Susanne Tombrink.

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Problematisch könnte vor allem der Punkt „Zusammenhang“ sein, denn laut Ladenöffnungsgesetz muss ein solcher bei einem Verkaufsoffenen Sonntag gegeben sein. Ein Zusammenhang liegt dann vor, wenn eine räumliche Nähe der Geschäfte zur örtlichen Veranstaltung gegeben ist. Das allerdings dürfte mit Blick auf die Distanz zwischen Gewerbegebiet Heek-West und den Ortsteilen Heek und Nienborg schwierig werden.

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