Vergiftete Hunde: Rätsel um mysteriöse Gift-Substanz gelöst

dzBauerschaft Ahle

Die in der Bauerschaft Ahle aufgetauchte Gift-Substanz warf viele Fragen auf. Zwei Hunde wurden damit vergiftet. Jetzt präsentiert die Polizei die Ermittlungsergebnisse, die überraschen.

Heek

, 14.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die mysteriöse Gift-Substanz aus der Bauerschaft Ahle stellte die Polizei zunächst vor ein Rätsel. Braune Blätter, kleine Äste, Eierschalen und eine undefinierbare Masse, die alles zusammenhält – von diesem Giftgemisch hatte am Sonntag, 10. Mai, ein Hund gefressen und eine Vergiftung erlitten. Das Werk eines Tierhassers?

Nein. Das haben jetzt die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben. Das macht die Sache für die Hunde und den Halter zwar nicht besser, doch von einer vorsätzlichen Tat kann jetzt wohl nicht mehr gesprochen werden. Doch der Reihe nach.

Es sollte ein schöner Sonntagsspaziergang werden, doch für den Hundehalter, der am Sonntag in der Bauerschaft Ahle unterwegs war, wurde der Ausflug mit dem Liebling zur Tragödie. Denn in einem Graben entlang der von-Dalwigk-Straße lag die besagte, gut 30 Zentimeter lange, mysteriöse Giftmasse.

Zwei Hunde wurden vergiftet

Der Hund fraß davon und musste sich im Nachgang zu Hause übergeben. Unverzüglich suchte der Halter einen Tierarzt auf. Dieser stellte die Vergiftungserscheinungen fest. Auch ein zweiter Hund, der von dem Erbrochenen gefressen hatte, erlitt eine Vergiftung, wie die Polizei mitteilt. Beide Tiere überlebten glücklicherweise.

Noch vor Ort hatte der Hundehalter die Polizei verständigt. Polizeibeamten nahmen die Gift-Substanz vor Ort in Augenschein. „Den Kollegen kam das alles sehr atypisch vor“, sagt Kreispolizei-Pressesprecher Dietmar Brüning auf Anfrage der Reaktion. Doch wie ist das zu verstehen?

War es „nur“ eine illegale Müllentsorgung?

Ganz einfach: Mit Blick auf die giftige Substanz stellte sich die Frage, ob das tatsächlich die Tat eines Tierhassers war. Rasierklingen in Ködern oder vergiftete Würstchen sind laut Polizei Dinge, die bedauerlicherweise immer mal wieder vorkommen, doch die Gift-Substanz aus Ahle passte nicht in dieses Schema.

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Fakt ist: Die Beamten vor Ort ordneten den Vorfall als illegale Müllentsorgung ein. Und mit Blick auf die Masse scheint klar, dass diese nicht erst kürzlich in den Graben gelangt sein dürfte. Die Hintergründe dazu bleiben unklar. Nicht aber, um was es sich bei der giftigen Substanz handelt.

„Der Verdacht, dass es sich um illegale Müllentsorgung handelt, hat sich bestätigt“, berichtet Kreispolizei-Pressesprecher Dietmar Brüning. In der Masse befanden sich Laub, Kaffeefilter, Eierschalen und andere Abfälle. Hinweise auf vorsätzlich eingebrachte, giftige Stoffe konnte die Polizei nicht erlangen. Vermutlich ist der Klumpen durch Gärprozesse für die Hunde gesundheitsschädlich geworden.

Die Polizei stellt die giftige Substanz nicht sicher

Übrigens stellte die Polizei die Substanz nicht sicher. Stattdessen wurde über die Rufbereitschaft der Gemeindeverwaltung Heek ein Mitarbeiter angefordert, der die Substanz einsammelte und entsorgte. „Das ist kein ungewöhnliches Vorgehen“, erklärt Dietmar Brüning. Auf Basis der Annahme, es handele sich um eine illegale Müllentsorgung, sei die Beseitigung eine Sache der Gemeinde.

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Und wo befindet sich jetzt die giftige Substanz? Nachfrage bei Ordnungsamtleiterin Doris Reufer. „Die liegt gut kühl und sicher verstaut beim Bauhof.“ Man bewahre die Substanz noch auf für den Fall, dass die Kriminalpolizei diese doch noch für die weiteren Ermittlungen benötige. Das dürfte sich jetzt aber wohl erledigt haben.

„Glücklicherweise ist so ein Vorkommnis bei uns die absolute Ausnahme“, so Doris Reufer. Eine beruhigende Nachricht für alle Hundehalter.

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