Fahrlehrer Mathias Menke unterrichtet in Heek und glaubt nicht, dass die Umstellungen großen Einfluss auf die praktische Prüfung haben werden. © privat
Führerscheinprüfung

Veränderungen bei der Prüfung schrecken Fahrlehrer in Heek nicht

Die Anpassung der praktischen Führerscheinprüfung bringt einige Änderungen mit sich. Ein Fahrlehrer, der in Heek unterrichtet, geht damit gelassen um, ärgert sich aber über den Zeitpunkt.

Ab dem 1. Januar 2021 gilt in Deutschland die „Optimierte praktische Fahrerlaubnisprüfung“ (OPFEP). Mit der Anpassung der Führerscheinprüfung kommen auch in Heek einige Veränderungen auf zukünftige Prüflinge zu. Während der Fahrprüfung wird die Leistung des Fahrschülers nicht mehr schriftlich, sondern in einem elektronischen Prüfprotokoll erfasst.

Darin dokumentiert der Prüfer alle acht Fahraufgaben (z. B. Fahrstreifenwechsel, Kreisverkehr und Fußgängerüberweg) und alle fünf Fahrkompetenzbereiche (Verkehrsbeobachtung, Geschwindigkeitsanpassung, Kommunikation o. ä.) zusammenfassend.

Keine großen inhaltlichen Unterschiede zu erwarten

Die praktische Prüfung dauert künftig auch 55 statt zuvor 45 Minuten, dazu zählt ein fünfminütiges Feedbackgespräch. „Viele Prüfer machen aber auch jetzt schon eine Nachbesprechung“, weiß Mathias Menke.

Der Inhaber von Mattes‘ Fahrschule mit einer Filiale am Leuskesweg erwartet keine großen Veränderungen durch die Neuerungen, die zu mehr Objektivität und Transparenz beitragen sollen. „Das ist viel Wind um nichts. Für uns wird das keine so große Umstellung sein. Alles wird inhaltlich so bleiben. Weiterhin müssen Stoppschilder, rote Ampeln und Rechts vor Links beachtet werden“, glaubt der Fahrlehrer.

Menke wünscht sich mehr Fahrlehrerkompetenz bei den Prüfern

Alles werde jetzt genau nachgehalten. Ob das aber eine Verbesserung für Fahrschüler und -lehrer mit sich bringe, sei fraglich. Genaueres werden aus Mathias Menkes Sicht die ersten Prüfungen im neuen Format zeigen. Am Ende entscheide schließlich weiterhin der Prüfer. Hier würde sich Mathias Menke mehr Fahrlehrerkompetenz wünschen.

„Die Prüfer sind alle gelernte Maschinenbauingenieure. Sie kennen sich vor allem mit der Technik aus. Für uns Fahrlehrer ist es immer schwierig, weil verschiedene Prüfer unterschiedliche Ansichten haben“, meint Mathias Menke.

Preiserhöhung und neue Automatikregelung

Digitalisierung und Mehraufwand führen auch zu einer Preiserhöhung. Die praktische Prüfung in den gängigsten Klassen B und BE kostet künftig 116,93 Euro statt 89,44 Euro. „Das wird die Schüler nicht abschrecken“, glaubt Mathias Menke.

Er hätte sich gewünscht, dass die Umstellung auf die längeren Prüfungen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Schließlich stehen nach der zwischenzeitlichen Corona-Pause noch einige praktische Prüfungen aus. „Jetzt kriegen wir weniger Schüler am Tag durch“, ärgert sich Mathias Menke.

Eine weitere Änderung greift ab April. Fahrschüler der Fahrerlaubnisklasse B können ihre Ausbildung in einem Automatikfahrzeug absolvieren und trotzdem später ein Auto mit Schaltgetriebe fahren. Dazu müssen sie mindestens zehn zusätzliche Stunden in einem Schaltwagen und eine 15 Minuten lange Testfahrt nachweisen. „Diese 15 Minuten sind totaler Blödsinn. Ob einer mit einem Schaltwagen fahren kann, sehe ich auch in der neunten oder zehnten Fahrstunde“, unterstreicht Mathias Menke.

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Bastian Becker

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