Unfallschwerpunkte in Heek: Ein Bereich ist kritischer als andere

dzVerkehrsstatistik 2019

Gibt es Unfallschwerpunkte in Heek? Die Antwort: Ja. Zumindest springt ein Bereich ins Auge, der laut Statistik 2019 verhältnismäßig kritisch war. Oftmals waren Radfahrer involviert.

Heek

, 14.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

11.395 Mal krachte es im vergangenen Jahr auf den Straßen im Kreis Borken. Ein Teil davon ereignete sich auch in Heek und Nienborg. 31-Mal knallte es 2019 in der Dinkelgemeinde (2018: 26 Mal) schwer. Auffällig: Die Zahl der Pedelec-Unfälle ist deutlich gestiegen. Doch gibt es in der Dinkelgemeinde auch Unfallschwerpunkte?

Um das zu ermitteln, hilft ein Blick in den interaktiven Unfall-Atlas vom „Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen“. Auf der Straßenkarte können erstmals auch Daten aus NRW für das Jahr 2019 abgerufen werden.

Unfälle mit Personenschäden

Dabei werden in diesem Unfallatlas alle Unfälle mit Personenschaden visualisiert. Unfälle, bei denen nur Blechschaden entstanden ist, werden nicht angezeigt. Rote Punkte stehen für einen Unfall. Einzelne Straßenabschnitte sind zudem mit unterschiedlichen Farben markiert – je nach Häufigkeit der Unfälle auf diesem Abschnitt. Fünf Kategorien von einem bis zu 20 Fällen gibt es.

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Positiv: In der Dinkelgemeinde kommen nur die ersten beiden Kategorien (ein oder zwei Unfälle pro Abschnitt), also violett oder hellblau, vor. Einen richtigen Unfallschwerpunkt gibt es laut Statistik in Heek somit nicht. Dennoch springen zwei Bereiche ins Auge, die kritischer sind als andere. Bereiche, die nicht von ganz ungefähr kommen.

Zwei Bereiche springen doch ins Auge

Zum einen jener Bereich der Ahauser Landstraße, der mit den beiden Auf- und Abfahrten zur Autobahn 31 kreuzt. Drei rote Punkte sind auf den etwa 500 Metern auf der interaktiven Karte eingezeichnet. Oft waren Fahrradfahrer in das Unfallgeschehen verwickelt.

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Das deckt sich mit der sogenannten Verunglücktenhäufigkeitszahl, den die Kreispolizei jedes Jahr in der Unfallstatistik für den Kreis veröffentlicht. Errechnet wird dabei ein Wert, der sich immer auf 100.000 Einwohner bezieht. Für Heek lag diese Wert 2019 bei 103,7 (2018: 69,1) – ein deutlicher Anstieg.

Mehr verunglückte Pedelecfahrer als noch 2018

Und auch im zweiten Heeker Bereich, dem Kreisverkehr Stroot/Leuskesweg, sind 2019 Radfahrer verunglückt. Übrigens waren von den insgesamt 34 verunglückten Personen 5 schwer- und 29 leichtverletzt. Ums Leben kam 2019 in Heek niemand bei einem Verkehrsunfall.

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Dass die Zahl der verunglückten Radfahrer 2019 im Vergleich zu 2018 deutlich angestiegen ist, gibt Anlass zu Sorge. Denn auch wenn es keine richtigen Unfallschwerpunkte in Heek gibt, Unfälle mit Radfahrern sind fast immer kritisch. Und nicht selten ereignen sich diese auch in einem Kreisverkehr.

„Leider ist ein in einen Unfall verwickelter Radfahrer fast immer verletzt“, so Frank Rentmeister von der Kreispolizeibehörde. Genau das wurde laut Statistik 2019 auch in Heek deutlich.

Radfahrer müssen sich auch selbst schützen

Insofern spielt es weniger eine Rolle, ob es Unfallschwerpunkte gibt oder nicht, sondern vielmehr, dass Auto- und Lkw-Fahrer besonders auf Radfahrer achten und diese sich selbst bestmöglich schützen. Jeder Radfahrer sollte laut Polizei einen Helm und Kleidung tragen, die die Sichtbarkeit erhöht. Ebenso gilt es, das Licht anzumachen.

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Zudem, das betont Polizei-Pressesprecher Frank Rentmeister, sollten Radfahrer im Kreisverkehr immer auf der Fahrbahn mit den Autos fahren. Oder aber, so vorhanden, auf dem eigens dafür eingezeichneten Radstreifen im Kreisverkehr. Hintergrund: „Radfahrer werden leider schnell übersehen, erst recht, wenn sie auf dem Gehweg unterwegs sind.“

Übrigens ist der Kreuzungsbereich L573/Bischof-Hermann-Straße, der im Zuge der Straßensanierung einen extra Einfädelungsstreifen für Radfahrer bekommen hat, laut Statistik alles, aber kein Unfallschwerpunkt.

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