Für die Bergung des verunglückten Anhängers war die Ochtruper Straße bis in die Abendstunden gesperrt. © Stephan Rape
Ochtruper Landstraße

Unfall auf „Versuchsstrecke“: Polizei fahndet nach VW Bulli-Fahrer

Nach dem Verkehrsunfall am Mittwoch zwischen Nienborg und Ochtrup auf der „Versuchsstrecke“ hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Denn der Unfallverursacher hat sich aus dem Staub gemacht.

Mit überhöhter Geschwindigkeit und mittig auf der Straße fahrend, soll ein weißer VW Bulli-Fahrer einen Traktorfahrer (25) am frühen Mittwochnachmittag (16.09.) auf der L573 massiv geschnitten haben. Beim Versuch des 25-Jährigen, den Frontalzusammenstoß zu vermeiden, ist der Schlepper verunglückt. Jetzt ermittelt die Polizei.

Denn nach Angaben des Traktorfahrers, der glücklicherweise unverletzt blieb, scherte sich der männliche Bulli-Fahrer nicht um die Folgen des durch ihn ausgelösten Unfalls. Stattdessen setzt der Mann seine Fahrt unbeirrt in Richtung Nienborg fort. Unfallflucht, also eine Straftat.

Verkehrskommissariat ermittelt

Darum ermittelt jetzt auch die Polizei, genauer gesagt das Verkehrskommissariat Ahaus. „Da es sich um eine Straftat handelt, wird auch ein Strafverfahren eingeleitet“, erklärt Kreispolizei-Pressesprecher Thorsten Ohm auf Anfrage. Zentral dabei: Den Fahrer des VW-Bullis ermitteln.

Durch das Ausweichmanöver des Schlepperfahrers landete der zweiachsige Anhänger im Straßengraben. Für dessen Bergung musste die Ochtruper Straße stundenlang gesperrt werden. Ein Kran kam zum Einsatz. Den Sachschaden beziffert die Polizei auf mehrere tausend Euro.

Seit 2008 ist ein Teil der Ochtruper Landstraße eine so genannte
Seit 2008 ist ein Teil der Ochtruper Landstraße eine so genannte „Versuchsstrecke“. © Markus Gehring © Markus Gehring

Könnte die Tatsache, dass es sich bei der Ochtruper Straße auf einer Länge von rund drei Kilometern seit 2008 um eine so genannte „Versuchsstrecke“ handelt, Auslöser des Unfalls gewesen sein?

Immerhin gibt es auf diesem Abschnitt keine Mittellinie, sondern an beiden Straßenrändern nur eine gestrichelte Linie mit etwa 80 Zentimeter Versatz zum Grünstreifen. Viel Platz bleibt einem bei Gegenverkehr nicht.

Bei Gegenverkehr gilt es aufzupassen

Die Idee dahinter ist laut Straßen.NRW, den Verkehr bei untergeordneten Straßen in die Mitte zu verlagern. So soll der Belag an den Straßenrändern eine längere Lebensdauer haben.

Bei Gegenverkehr gilt es dementsprechend aufzupassen. Tempo runter und seitlicher fahren. Dass dies aber gerne mal ignoriert wird, hat die Redaktion schon mehrfach selbst erlebt. Ob es daran liegt, dass Verkehrsteilnehmer Sorgen haben, ins Seitengrün zu fahren – unklar.

Bei Gegenverkehr wird es auf der Versuchsstrecke eng. Dann kann und darf nicht mehr mittig gefahren werden.
Bei Gegenverkehr wird es auf der Versuchsstrecke eng. Dann kann und darf nicht mehr mittig gefahren werden. © Markus Gehring © Markus Gehring

Ebenso unklar ist derzeit noch, ob die Gegebenheiten der Versuchsstrecke überhaupt Auslöser für das Fahrverhalten des flüchtigen Unfallfahrers waren. „Dazu haben wir noch keine Erkenntnisse“, so der Kreispolizei-Pressesprecher. Grundsätzlichen kämen viele unterschiedliche Gründe in Frage.

Übrigens ist der besagte Streckenabschnitt mit Blick auf die Unfallzahlen von 2018 bis 2020 kein Unfallschwerpunkt. 2018 und 2019 gab es jeweils drei Unfälle. 2020 waren es laut Angaben der Polizei fünf – die Ortslage Nienborg eingeschlossen.

Kein Durchkommen mehr auch der Ochtruper Straße für den Zeitraum der Bergung am Mittwochnachmittag.
Kein Durchkommen mehr auch der Ochtruper Straße für den Zeitraum der Bergung am Mittwochnachmittag. © Stephan Rape © Stephan Rape

Wichtig: Wer sachdienliche Hinweise zum besagten weißen VW Bulli und/oder dem Fahrer geben kann, wird gebeten, sich an das Verkehrskommissariat Ahaus, Tel. (02561) 9260, zu wenden.

Denkbar, dass der Bulli-Fahrer nach seiner Unfallflucht in Richtung Nienborg über die Haupt- oder Eper Straße gefahren ist.

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