Die Terrasse hinter dem Gebäude wurde ebenso wie der Anbau im Hintergrund erst später hinzugefügt. © Trägerverein Landesburg Nienborg
Umbau & Sanierung

Umbau Landesburg: Spannender Blick in die Historie Nienborgs

Der Trägerverein „Landesburg Nienborg“ hat derzeit alle Hände voll zu tun. Die Umbauarbeiten der Burgschänke laufen auf Hochtouren. Dabei gibt es spannende Blicke in die Geschichte Nienborgs.

Unter Denkmalschutz steht die 1906 erbaute Burgschänke in Nienborg nicht. Trotzdem könnten bei den anstehenden Umbauarbeiten zu einer Art Bürgerzentrum interessante und wichtige Überbleibsel aus früheren Jahrhunderten ans Tageslicht kommen.

Dort, wo seit über 150 Jahren ein Gasthaus steht, ragte seit dem 14. Jahrhundert ein Wehrturm in die Höhe, der um 1770 abgerissen wurde. Dessen Spuren können sich durchaus noch unter dem Kellerboden des heutigen Gebäudes befinden, das auf den Fundamenten des Turms errichtet wurde.

Kontakt zum LWL aufgenommen

„Wir müssen im Keller 70 bis 100 Zentimeter tiefer gehen, um ausreichend Kopffreiheit zu schaffen“, erklärt Jürgen Lammers den Plan des Trägervereins Landesburg Nienborg. „Was da noch zutage kommt, weiß kein Mensch.“Um auf alle Fälle vorbereitet zu sein, hat der Trägerverein schon Kontakt zum Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) aufgenommen. Birgit Breloh, beim LWL für Praktische Denkmalpflege zuständig, und Archäologe Andreas Wunschel ließen sich in der vergangenen Woche über die geplanten Maßnahmen am Burgtor und der Burgschänke informieren. „Wir haben uns abgestimmt, wie wir vorgehen wollen und was wir beachten müssen.“

Der Verlauf des ehemaligen Burggrabens

Ein Hinweis der Denkmalexperten betraf die erforderliche Fluchttreppe, die noch im hinteren Teil des Gebäudes, an dem ein nachträglich hinzugefügter Anbau und eine überdachte Terrasse abgerissen werden sollen, geplant ist. Dort entlang soll allerdings einst der Burggraben verlaufen sein, regten die LWL-Altertumsexperten an, die Planung noch einmal zu überdenken. „Vielleicht können wir ja sogar den alten Burggraben wieder erlebbar machen“, kann sich Lammers vorstellen, aus der Not eine Tugend zu machen. Immerhin sei es ja das Ziel des Trägervereins, durch die Wiederbelebung des Burgschänken-Hauses einen Mehrwert für den gesamten Bereich der einstigen Landesburg zu schaffen und deren Geschichte aufzuarbeiten.

Unter dem Putz ist bereits das Sandstein-Mauerwerk zu erkennen. Dies soll wieder freigelegt werden.
Unter dem Putz ist bereits das Sandstein-Mauerwerk zu erkennen. Dies soll wieder freigelegt werden. © Trägerverein Landesburg Nienborg © Trägerverein Landesburg Nienborg

Blick unter die Putzschicht

Ein weiterer Blick in die Historie kommt unter der Putzschicht ans Licht: Die zum Burgtor gelegene Hauswand ist aus Sandsteinen gemauert. „Wir lassen gerade prüfen, ob man die alte Fassade wieder sichtbar machen kann.“ Ein Handwerksbetrieb sei damit beauftragt, eine Möglichkeit zu finden, wie der Putz schonend entfernt werden kann. Im Gebäude selbst beginnen die Arbeiten schon in der nächsten Woche: Zunächst wird entrümpelt, die Vertäfelungen und Türrahmen werden herausgerissen. Danach sind Leitungen und Rohre dran. „Bis auf die Grundmauern bleibt nicht viel stehen“, beschreibt Lammers die Pläne.Nach Ostern steht der Abriss von Anbau und Terrasse an, ehe das Gros der Arbeiten nach den Sommerferien in Angriff genommen wird.

Sollten dabei weitere Spuren der ursprünglichen Anlage gefunden werden, sollen sie für die künftigen Nutzer sichtbar und erlebbar gemacht werden.

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