Teppichrasen wie von Zauberhand

Mähroboter im Testbetrieb

Rasenschnitt auf den Spielfeldern – das ist ein fortlaufendes Thema in der Gemeinde Heek. Seit Jahresbeginn werden die Rasenflächen auf den Sportplätzen in Ahle, Heek und Nienborg durch den Betriebshilfsdienst Borken gemäht. Probeweise wird seit Juli eine Hälfte des Hauptspielfelds im Eichenstadion mit einem Rasenmähroboter geschnitten, die andere Hälfte nach herkömmlicher Art mit einem Grashopper-Mäher.

HEEK

31.07.2017, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Runde der Experten nahm die Technik des „Automovers“ unter die Lupe.

Die Runde der Experten nahm die Technik des „Automovers“ unter die Lupe.

Nun besichtigten Vertreter des Bauamts, des Bauhofs, der Fraktionen, des Sportausschusses und der Fußballvereine das Hauptspielfeld im Eichenstadion. Sie schauten auf den sattgrünen Rasen und sahen dem „Automover“ bei seiner Arbeit zu, der rund um die Uhr und nahezu lautlos, umweltfreundlich und emissionsfrei den Rasen mäht.

"Hauptsache gute Fußballplätze"

Markus Kippelt (Firma Kippelt und Wigger Wasser- und Gartentechnik Heek), der den Mähroboter installiert hatte, erklärte den Teilnehmern bei der Ortsbesichtigung die Vor- und Nachteile des Hightechgeräts. „Den Fußballern ist es egal, ob nach herkömmlicher Art und Weise oder mit einem Roboter gemäht, Hauptsache sie haben gute Fußballplätze“, sagte Markus Kippelt, der bis vor einigen Jahren selbst beim SV Heek aktiv war.

Durch das ständige Mähen ist der Rasen stets kurz und sauber. Dadurch verringert sich das Verletzungsrisiko. „Hinzu kommen die Kostenvorteile, die für die Gemeinde Heek eine nicht unwichtige, vielleicht sogar die entscheidende Rolle spielen. Die Anschaffung eines Mähroboters hat sich nach wenigen Jahren amortisiert und der Energieverbrauch ist sehr niedrig“, erläuterte Markus Kippelt an einer detaillierten Beispielrechnung die finanzielle Seite mit den geringen Folgekosten. „Die Lebensdauer ist auf etwa zehn Jahre ausgelegt, wir haben aber auch Mäher in der Wartung, die schon 15 Jahre in Betrieb sind.“

Hindernisse werden erkannt

Wenn auf den Sportplätzen Training oder Spiele stattfinden, fährt der Automover in seine Ladestation und lädt sich auf. Ist der Platz dann wieder frei, setzt er gemäß seiner Timereinstellung den Mähprozess fort. Als der Mäher auf die Umzäunung zufährt, sorgt eine automatische Hinderniserkennung für eine Verringerung der Geschwindigkeit. Nach dem Kontakt mit dem Zaun dreht der Mäher automatisch um. Durch das freie Bewegungsmuster und durch ein intelligentes und GPS-gestütztes Mähsystem wird jede Stelle der Rasenfläche erreicht und es entsteht eine gleichmäßige und streifenfreie Rasenfläche.

Steuerung per Smartphone

Anders als bei einem schweren Gerät fährt der Roboter nicht die gleiche Spur und die Grashalme werden immer wieder von unterschiedlichen Seiten angefahren und gemäht. Markus Kippelt steuert den Roboter mit seinem Smartphone. Über eine App kann er die Schnitthöhe anpassen, dafür muss er nicht auf dem Sportgelände anwesend sein. „Verantwortliche Personen in den Vereinen können den Mäher ebenfalls per App starten und stoppen.“ Das Rasenmähen ist bei Wind und Wetter, auch bei Regen und Hitze, möglich. Neben der Rasenpflege wird durch den Einsatz eines Mähroboters der Rasen direkt gedüngt, da der Rasenschnitt auf der Rasenfläche verbleibt. Durch dieses Mulchen erhält der Rasen eine ausreichende Nährstoffversorgung und es kann auf die sonst erforderliche Sommerdüngung und einige Bewässerungsvorgänge verzichtet werden.

Die Teilnehmer waren überrascht von der dichten und teppichähnlichen Struktur, die sich bereits in der Kürze gebildet hatte. „Die Rasenflächen auf den Sportplätzen sehen insgesamt sehr gut aus. Die Plätze sind viel ebener als zuvor“, hob Hermann Scheipers (SC Ahle) hervor.

Diebe haben schlechte Chancen

Plötzlich erklingt auf dem Fußballplatz ein lauter Alarmton. Markus Kippelt hatte den Mähroboter angehoben, um das spezielle Schneidsystem zu erklären. „Das ist der akustische Diebstahlsschutz“, sagte er und fügte hinzu, dass ein Diebstahl nahezu unwahrscheinlich ist. Dafür sorgen ein persönlicher PIN-Code, ohne den der Mäher nicht verwendet werden kann, und die Möglichkeit, die Position eines entwendeten Mähers punktgenau bestimmen zu können. „Der Mäher ist insgesamt sehr sicher“ – Markus Kippelt weist darauf hin, dass eine Reihe von Sensoren dafür sorgen, dass die Messer sofort stoppen, wenn der Automover angehoben wird. Außerdem klappen die flexibel gelagerten Messer bei stärkerem Widerstand sofort unter den Gleitteller.

  • Ob künftig die moderne Technologie auf den Sportplätzen in der Dinkelgemeinde zum Rasenschneiden Einzug hält, darüber werden die Politiker und Mitarbeiter der Verwaltung in der zweiten Jahreshälfte entscheiden.
  • Der Versuch mit dem Mähroboter im Eichenstadion wird bis November fortgesetzt, bis dahin können sich die Verantwortlichen ein genaues Bild von den Rasenflächen machen.
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