Suche nach Baumstämmen in der Dinkel geht weiter

dzHochwasser

Sechs Meter lang, ein Durchmesser von 70 Zentimetern: Solche Baumstämme schossen am Sonntag mit der Dinkel Richtung Heek. Gefunden wurden sie bisher nicht. Das sorgt für Sorgenfalten.

Heek

, 28.02.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pegelstände der Dinkel sinken. Nicht rasend schnell, aber stetig. Von Entspannung kann auf Heeker Gebiet aber noch nicht gesprochen werden. Denn die Suche nach Baumstämmen in der Dinkel geht fieberhaft weiter.

Wie berichtet, hatten sich auf Legdener Gebiet am Sonntag (23. Februar) mehrere Baumstämme aus einer sogenannten Ausgleichsmaßnahme gelöst. Durch die starken Regenfälle war der Pegel in der Dinkel so stark angestiegen, dass die Wassermassen die Bäume mit sich rissen. Mindestens zwei dieser Bäume passierten das geöffnete Stauwehr Düstermühle. Und sind seitdem spurlos verschwunden.

Die Baumstämme müssen gefunden werden

Letztlich spielt es für die Heeker Gemeindeverwaltung auch keine Rolle, wo die Baumstämme herkommen. „Viel wichtiger ist, dass sie gefunden werden, bevor sie am Stauwehr in Nienborg ankommen“, sagt Heinrich Alfert vom Wasser- und Bodenverband mittleres Dinkelgebiet. Und: „Mit etwas Glück findet man an den Baumstämmen Hinweise darauf, dass sie aus der Maßnahme stammen.“ Dies könnten beispielsweise Drähte oder Krampen sein.

Ein Bild von Dienstagmittag (25. Februar): Die Dinkel vor dem Nienborger Stauwehr ist gut gefüllt.

Ein Bild von Dienstagmittag (25. Februar): Die Dinkel vor dem Nienborger Stauwehr ist gut gefüllt. Wäre zu diesem Zeitpunkt einer der Baumstämme vor das Wehr geknallt, hätte das wegen der hohen Fließgeschwindigkeit der Dinkel großen Schaden anrichten können. © Till Goerke

Bereits am Mittwochmorgen hatten die Gemeindewerke Heek in Zusammenarbeit mit dem Bauhof einen dicken Weidenast an der Brücke über die Nienborger Straße geborgen. Randnotiz: Unterhalb der Wasserlinie hatte sich in dem dicken Ast zudem ein Buchenstamm verfangen. Ob dies einer der gesuchten Stämme ist, steht noch nicht fest. „Es sieht aber so aus, als habe der Stamm schon länger im Wasser gelegen“, sagt Thorsten Meyer von der Gemeindeverwaltung.

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Richtig kompliziert wurde die Angelegenheit letztlich dadurch, dass tagelang die Zuständigkeit für diesen Fall nicht klar war. Wasser- und Bodenverband? Kreis Borken? Gemeinde? Oder Bezirksregierung Münster? In diesem konkreten Fall ist es eine Sache der Bezirksregierung.

Mitarbeiterin der Bezirksregierung schaut sich die Sache vor Ort an

Zur Erklärung: Treibgut in der Dinkel ist eine Sache das Wasser- und Bodenverbandes. Die Gefahrenabwehr liegt in den Händen der Gemeinde. Alles was sich rund um Renaturierungsmaßnahmen dreht, fällt in den Zuständigkeitsbereich der Bezirksregierung.

Die Suche nach den Baumstämmen in der Dinkel auf Heeker Gebiet gehen weiter. Die Bezirksregierung Münster will sich die Sache vor Ort anschauen.

Die Suche nach den Baumstämmen in der Dinkel auf Heeker Gebiet geht weiter. © Geodatenatlas Kreis Borken

Und da die „vermissten“ Bäume mutmaßlich aus einer solchen Maßnahme stammen, ist jetzt die Bezirksregierung am Zuge. Das bestätigt Pressesprecher Andreas Winnemöller am Donnerstag im Gespräch mit der Redaktion. „Wir haben von dem Vorfall heute morgen erfahren.“ Bereits Donnerstagmittag sei eine Kollegin vor Ort gewesen und habe die Situation gebietsübergreifend begutachtet.

Totholz soll in Zukunft besser gesichert werden

Erste Erkenntnis: Es dürften sich noch mehr als die bisher vermuteten Bäume gelöst haben. „Genau können wir das aber noch nicht sagen, da das Wasser noch nicht ausreichend zurückgegangen ist“, sagt Andreas Winnemöller. Eine genaue Begutachtung erfolgt, sobald es die Pegelstände wieder zulassen. „Wir haben zudem die Wasser- und Bodenverbände beauftragt, zu kontrollieren und Totholz aus der Dinkel zu bergen.“

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Der Pressesprecher stellt klar, dass aus der Misere Konsequenzen gezogen werden. „Wir werden zusehen, dass die Baumstämme in Zukunft besser gesichert werden im Fluss, damit so etwas nicht noch mal passieren kann.“

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