Spannende Exkursion durch Stall und Scheune

Bauernhoftag für Kinder

Kindern frühzeitig beizubringen, wo die Wurst, der Käse und das Brot herkommen, ist gar nicht einfach. Auf dem Hof Telgmann waren jetzt 60 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren zu Gast, um in die Ställe zu schauen, Trecker zu fahren und die Geschichte vom Kartoffelkönig zu verfolgen. Erschöpft blieb am Ende vor allem einer zurück: Landwirt Bernd Telgmann.

HEEK

, 15.09.2016, 18:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Spannende Exkursion durch Stall und Scheune

Der St. Ludgerus-Kindergarten auf dem Hof Telgmann in Ahle.

"Das ist schon anstrengend", lacht Bernd Telgmann. Der 35-Jährige hat es sonst mit Jungbullen und Schweinenachwuchs zu tun. Aber jetzt wuseln 60 kleine Kinder über seinen Hof. Und die wollen nicht nur beaufsichtigt und beschäftigt werden - die wollen alles Mögliche wissen.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Eindrücke vom Besuch auf dem Bauernhof

Die Kinder vom St. Ludgerus-Kindergarten in Heek verbrachten einen spannenden Tag auf dem Hof Telgmann.
15.09.2016
/
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
© Foto: Christiane Nitsche
Schlagworte Heek

"Haben die Hunger?", fragt einer der Jungs aus der Glühwürmchen-Gruppe, die gerade mit ihren Betreuerinnen beim Jungbullen-Stall angekommen ist. Er deutet auf das Kraftfutter-Gemisch, das Bernd Telgmann vorbereitet hat. Der nickt. "Auf der rechten Seite sind sie schon gefüttert", sagt er. "Das habe ich mit den Honigbienen gemacht." Jetzt kommen die auf der linken Stallseite an die Reihe. Er zwinkert den Kindern zu. "Die haben auf die Glühwürmchen gewartet."

Kindgerecht erklären

Telgmann ist Vollerwerbslandwirt, hat 150 Zuchtsauen und 320 Mastbullen im Stall. Und er ist zweifacher Familienvater. Töchterchen Sophie besucht selbst den Kindergarten, der mit der kompletten Mannschaft zu Besuch ist. Aber die Landwirtschaft kindgerecht erklären - das ist eine besondere Herausforderung für ihn. "Wir haben schon öfter Führungen mit Schulklassen gemacht", erklärt er. Aber mit Zehntklässlern könne man auch mal Beispielrechnungen anstellen. "Da freut sich der Mathelehrer, wenn wir ausrechnen, wie sich ein Liter Pflanzenschutz auf einem Hektar Land verteilt", sagt er. "Das ist deutlich einfacher für mich."

Mit den Kleinen geht das nicht. Aber das: Kraftfutterkörner aus dem Gemisch mit Heu und Mais heraussuchen. Und selber den jungen Bullen einen Becher voll Futter hinhalten. "Die holen sich das mit ihrer Zunge ins Maul", erklärt Telgmann, während die Kinder schon mit ihren Bechern ausschwärmen.

Schlange am Trecker

Unterdessen stehen die Marienkäfer Schlange fürs Treckerfahren. Altbauer Heinz Telgmann holt sich eins nach dem anderen die Kinder ins Führerhaus, wo sie in scheinbar luftiger Höhe thronen, während die wuchtige Maschine einmal die Zufahrt hinauf und hinunter tuckert. Tränen gibt es nur, wenn einer nicht mitdarf. Wem es zu lange dauert, der hüpft auf dem Trampolin oder buddelt in der Sandkiste.

In der Scheune haben Bernd Telgmanns Mutter Margret und ihre Mitstreiterinnen von den Landfrauen Tische und Bänke für ein gesundes Frühstück aufgebaut. Dank einiger Spenden durch die Genossenschaft und die Gronauer Bio-Molkerei Söbbeke fehlt es an nichts. Finn mag Käse, Jona lieber Kinderwurst. Und Lea mag nichts sagen. Sie kaut stumm. Aber Finn weiß, was sie mag: "Wurst", souffliert er. Die Kinder sitzen beim Frühstück und kauen andächtig - Bauernbrot gibt es, ordentlich belegt mit Wurst oder Käse, dazu aufgeschnittene Möhren und Äpfel, und für Süßmäuler Marmeladenbrot oder Bio-Joghurt. Die Landfrauen servieren Apfelschorle oder Kakao.

Begeisterung für Ferkel

Als alle satt sind, präsentiert Bernd Telgmann den wohl unumstrittenen Star des Tages: In einem Kübel trägt er zwei kleine Ferkel herein - eines ist wenige Wochen alt. "Ihr müsst jetzt mal alle ganz leise sein", sagt er. Die Kinder lernen: Schweine sind empfindliche Tiere. Und diese ganz besonders, denn sie sind noch ganz jung - viel jünger als die Jüngsten unter den Kindern. "Dieses ist gestern hier bei uns im Stall geboren", sagt Bernd Telgmann und hält ein winziges, rosa Etwas in die Luft. Die Kinder halten die Luft an vor Begeisterung. Es fällt offenkundig schwer, ruhig zu bleiben. Aber der Landwirt bringt das Ferkel schnell zurück zur Mutter.

Nach soviel Abenteuer wissen die Kinder kaum, was sie sagen sollen, als sie gefragt werden, was ihnen am besten gefallen hat bei ihrem Besuch auf dem Bauernhof. Doch da ist wieder Finn derjenige, der die Antwort weiß. "Alles", sagt er wie aus der Pistole geschossen. Und die anderen stimmen eins ums andere Kind zu: "Ich fand es auch toll", rufen Jona, Diego und die anderen. Und auch Lea nickt. Sagen muss sie es nicht.

Lesen Sie jetzt