Jetzt gibt es in Heek Geld für Corona-Schutzmaßnahmen an Schulen und Kitas. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Coronavirus

Signalwirkung: Geld für Coronaschutz an Heeks Schulen und Kitas

In Heeks Schulen und Kitas gibt es noch keine Lüfter oder Fieberdisplays zum Schutz vor dem Coronavirus. Jetzt soll es dafür Geld geben. Aber noch ist nicht klar, ob es auch eingesetzt wird.

Die schrittweise Schulöffnung läuft in NRW seit dem 22. Februar. Zuerst kehrten die Kinder der Grundschulen und der Abschlussklassen in die Schulen zurück. Ab dem 15. März sollen nun auch die Schüler der übrigen Stufen die Klassenzimmer wieder mit Leben füllen. Zumindest tageweise.

Darum steht jetzt mit Blick auf die hohe Inzidenz im Kreis Borken auch in Heek Geld für Schutzmaßnahmen an den Schulen und Kitas bereit. Den Entschluss fällte die Lokalpolitik jüngst einstimmig. Doch noch ist nicht klar, ob das Geld auch tatsächlich eingesetzt wird.

Antrag der SPD-Fraktion bringt Stein ins Rollen

Das Ganze geht auf einen Antrag der SPD-Fraktion im Haupt- und Finanzausschuss zurück. In diesem forderte die Fraktion in einem Zweistufenplan Schutzmaßnahmen wegen der Pandemie an den Heeker Schulen und Kitas. In der ersten Stufe sollten Fieberdisplays zum Einsatz kommen – alternativ regelmäßige Tests – und in Stufe zwei Lüftungsanlagen.

Die Idee als als solche stieß fraktionsübergreifend auf offene Ohren. Jörg Oellerich (CDU) sagte: „Es muss etwas passieren. Das sehen wir auch so.“ Und Birgit Wüsten (DB): „Wir finden es wichtig, etwas zu tun. Kann man da eventuell von den Erfahrungswerten anderer Kommunen profitieren?“

Andere Kommunen bereits „aktiv“

Denn es gibt diverse Kommunen, auch in unmittelbarer Nähe, die da schon einen Schritt weiter sind und etwa Lüfter in den Schulen einsetzen. Von diesem Einsatz hatte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff bisher noch abgesehen. Nicht aus Willkür, sondern weil die Verwaltung nicht eindeutig erkennen könne, ob es durch Lüfter tatsächlich Verbesserungen gebe.

Tatsächlich gibt es unzählige Studien zu diesem Thema – mit unterschiedlichen Ergebnissen. So könnten laut Verbraucherzentrale Luftreiniger zwar die Luftqualität verbessern, aber die Geräte seien kein Ersatz für regelmäßiges Lüften. Selbst bei niedrigen Temperaturen sei regelmäßiges Querlüften noch immer die effektivste Methode des Luftaustauschs.

Lüften nach wie vor die effektivste Methode

Durchgesetzt hat sich jetzt aber die Lokalpolitik. Für den Moment. Dessen ungeachtet hob der Bürgermeister in der Sitzung nochmal hervor: „Ich kann verstehen, dass man etwas machen will, aber vor blindem Aktionismus kann ich nur warnen.“ Lüften sei nach wie vor die effektivste Methode. Und dass (lokale) Anbieter mit ihren Lüftern Geld verdienen wollten, liege auch auf der Hand.

Vom Tisch ist allerdings der Einsatz von Fieberdisplays. Als zu unpraktikabel wurden diese letztlich von den Ausschussmitgliedern eingestuft. Wohlgemerkt nur was den Einsatz in Schulen oder Kitas betrifft. Über alle anderen Möglichkeiten soll die Verwaltung jetzt Informationen aus anderen Kommunen einholen. Was funktioniert gut? Und was nicht?

100.000 Euro kommen in den Haushalt

Ob dann allerdings tatsächlich Maßnahmen umgesetzt werden, ist noch unklar. „Wichtig ist erst mal, dass wir einen Haushaltsansatz haben und das Ganze in den Fachausschuss bekommen“, machte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hermann-Josef Schepers deutlich.

100.000 Euro, darauf verständigten sich die Ausschussmitglieder, sollen in den Haushalt 2021 eingestellt werden. Der Schritt sei, so wurde es kommuniziert, ein Signal nach außen. Denn wenn die eindeutige Empfehlung komme, dass eine oder mehrere Maßnahmen nachhaltig effektiv seien, könne man so zügig reagieren.

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