Schüler erkunden Kunststoffmanufaktur und Apotheken-Labor

dzBerufserkundungstag der Kreuzschule

Erste Einblicke ins Arbeitsleben haben die Achtklässler der Kreuzschule beim Berufserkundungstag erhalten. Große Maschinen und eine „Hexenküche“ standen für sie auf dem Programm.

Heek

, 02.04.2019, 18:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Vormittag, 94 Schüler, 57 Betriebe und 25 Fahrer – der Berufserkundungstag, den die KAB gemeinsam mit der Kreuzschule organisiert, ist eine logistische Herausforderung. Einen Vormittag lang konnten die Achtklässler der Sekundarschule am Dienstag in jeweils drei Betriebe hineinschnuppern und die dortigen Ausbildungsberufe kennenlernen.

„Für viele ist das der erste Kontakt mit dem Arbeitsleben“, so Mitorganisatorin Gudrun Flüeck. „Deshalb haben sie oft gar keine Vorstellung von den Berufen.“ Abhilfe sollen da die einstündigen Rundgänge durch die Firmen schaffen. Vorab konnten die Schüler Wünsche äußern. Die KAB begleitete die Gruppen mit ehrenamtlichen Helfern, die auch die Fahrdienste übernahmen.

Erstmals bei der Aktion dabei war die Münsterländer Kunststoffmanufaktur. Im Industriegebiet Heek-West führte Geschäftsführer Klaus Schaten die Schüler durch seine Produktionsstätte. Dabei konnten Eduard, Jan, Moritz und Nils den gesamten Ablauf von der Planung über die Fertigung bis zur Endbearbeitung für den Versand beobachten. „Wir bekommen vom Kunden nur eine Zeichnung und eine Stückzahl und setzen dann alles um“, so Schaten.

Vielfalt an Materialien

„Wir haben hier eine große Vielfalt an Materialien“, erklärte er den Schülern und nannte die Unterschiede: „PA ist hart, spröde und schwer. PE ist leicht und gleitet besser.“ Auch mit Recycling-Material arbeite die Firma. Bearbeitet werden die Kunststoffe an drei riesigen CNC-Maschinen mit drei bis fünf Bearbeitungsachsen, die exakt nach Kundenvorgabe fräsen und bohren. Und demnächst gibt es auch einen 3D-Drucker. „Da geht die Zukunft hin“, so Schaten.

Achtklässler Jan durfte eine Kunststoff-Leiste in den Vierseiten-Hobel schieben, mit dem alle vier Seiten gleichzeitig bearbeitet werden. Eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker kann er sich vorstellen. Die will Schaten anbieten, „wenn sich jemand meldet“. Aber das kommt für die Achtklässler noch etwas früh. „Wir sind für ein Praktikum immer bereit“, bietet Klaus Schaten ihnen an. Moritz will die Gelegenheit nutzen und schon mal sein Tagespraktikum in der Kunststoffmanufaktur absolvieren.

Klaus Schaten zeigt Schüler Jan die Bedienung des Vierseiten-Hobels.

Klaus Schaten zeigt Schüler Jan die Bedienung des Vierseiten-Hobels. © Falko Bastos

Unterdessen werfen Besiana, Frieda und Justin einen Blick hinter die Kulissen der Ludgeri-Apotheke. „Das ist unsere Hexenküche“, scherzt Apothekerin Anke Vöcking im Labor. Dort stellt die Apotheke selbst Arzneimittel her, die die Pharmaindustrie nicht anbietet. Unter anderem für Kinder. Entsprechend sorgfältig muss gearbeitet werden.

Bewusst gemischte Gruppen

„Wir müssen alles prüfen und dokumentieren“, erklärt Vöcking. Etwa, ob die Inhalte der gelieferten Substanzen stimmen, die Wirkstoffe zusammenpassen und der PH-Wert stimmt. Das Anrühren der Arzneimittel ist dann echte Handarbeit. „Um feste und flüssige Mittel zu vermischen, erhitzen wir beides im Wasserbad und rühren, bis es kalt wird“, erklärt die Apothekerin. Diese Tätigkeit dürfen auch Praktikanten übernehmen. „Spannend“ findet Frieda die Aufgaben in der Apotheke. „Ich bin beeindruckt, wie gut geordnet es hier ist“, meint Besiana. Der Job sei aber eher nichts für sie. Sie fühle sich im Büro wohler, etwa bei der Gemeindeverwaltung, die die Gruppe zuvor besichtigt hatte. Justin freut sich dagegen auf die Einblicke beim Fotografen.

„Wir haben die Gruppen bewusst vielfältig gemischt“, verrät Gudrun Flüeck. So sei möglichst für jeden Schüler der Wunschberuf dabei, aber auch etwas ganz anderes. Denn die Erfahrung zeige, dass beim Erkundungstag auch manches Vorurteil revidiert werde.

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