Sarah Brundu über Soforthilfe-Änderung: „Das ist Erleichterung pur!“

dzFotostudio Brundu

Gute Nachrichten für Solo-Selbständige in NRW. Die Verwendungsmöglichkeit der Corona-Soforthilfe wurde modifiziert. Sarah Brundu vom Fotostudio Brundu ist erleichtert. In doppelter Hinsicht.

Heek

, 13.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einige Wochen hat es gedauert, jetzt können viele Solo-Selbständige ein bisschen aufatmen. Die Verwendungsmöglichkeit der Corona-Soforthilfe wurde vom Land NRW am Dienstag (12. Mai) modifiziert. Das sorgt auch bei Sarah Brundu vom Fotostudio Brundu in Nienborg für große Erleichterung. Jetzt endlich darf sie einen kleinen Teil der erhaltenen 9000 Euro effektiv nutzen.

„Seit gestern bin ich richtig befreit. Das ist Erleichterung pur“, erzählt die Fotostudio-Betreiberin im Gespräch mit der Redaktion. 2000 Euro darf sie nach der Modifizierung nun auch für den Lebensunterhalt nutzen. Sie habe die guten Nachrichten direkt aus mehreren Quellen erfahren. „Mein Mann es es mir berichtet. Auch Heike Wermer (Landtagsabgeordnete in NRW – d. Red.) hat mir umgehend eine E-Mail geschrieben.“

WDR-Fernsehen sagt kurzfristig Drehtermin ab

Zudem habe das WDR-Fernsehen an diesem Tag einen geplanten Drehtermin abgesagt. Klingt komisch, macht aber Sinn. „Der Beitrag war für das Format Markt gedacht“, so Sarah Brundu. Geplant war, dass der Beitrag die eingeschränkten Verwendungsmöglichkeiten der Soforthilfe aufzeigt. Mit der Entscheidung des Landes vom 12. Mai war diese Idee natürlich hinfällig.

Zur Erklärung: Bis zum 12. Mai war es so, dass die Soforthilfe (Bundesgelder) nur für laufende betriebliche Sach- und Finanzaufwendungen verwendet werden durfte und nicht für den Lebensunterhalt. Also Dinge wie Kranken- oder Rentenkassenbeiträge konnten mit dem Geld nicht bezahlt werden.

Die Verwendung des Geldes wurde nicht klar kommuniziert

„Dabei würde mir genau das helfen, weil diese Kosten weiterlaufen“, hatte Sarah Brundu bereits vor Wochen erklärt. Die Betriebskosten seien weniger das Problem. Problematisch war, dass die eingeschränkte Verwendungsmöglichkeit der Bundesgelder seitens des Landes nicht klar kommuniziert wurde.

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Denn die Einschränkungen wurden erst nach Abschluss der Verhandlungen zwischen Bund und Land zum 1. April auf den Webseiten des Landes veröffentlicht. Anträge waren aber bereits ab dem 27. März möglich. „Darum ging ich davon aus, über das Geld frei verfügen zu können“, blickt Sarah Brundu zurück.

Wochenlang lag das Geld ungenutzt auf dem Konto

Aber von wegen. Im Falle von Sarah Brundu lagen die 9000 Euro wochenlang praktisch ungenutzt auf dem Konto. Doch jetzt die Kehrtwende. 2000 Euro darf die Fotostudio-Betreiberin jetzt auch für den Lebensunterhalt nutzen. Das Land NRW springt finanziell in die Bresche. „Den Betroffenen darf kein Nachteil entstehen“, betonte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) dazu am Dienstag.

„Das ist ein tolles Zeichen vom Land. Das gibt mir ein Stück Sicherheit. So kann ich jetzt meine Kraft und Nerven voll und ganz auf andere Dinge fokussieren“, so Sarah Brundu. Es sei einfach eine enorme Last, die jetzt abgefallen sei. „Die Verluste in diesem Jahr wird das zwar nicht ausgleichen, aber es gibt für die nächsten Monate etwas Spielraum.“

Bis zu 400 Millionen Euro stellt das Land zur Verfügung

Übrigens rechnet Andreas Pinkwart mit bis zu 200.000 Betroffenen, für die das Land bis zu 400 Millionen Euro zur Verfügung stellen wird. Diese Summe muss das Land dem Bund erstatten. Ausgeschlossen von dieser Änderung sind übrigens Personen, die bereits Grundsicherung beantragt haben. Umgangssprachlich Hartz IV.

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Im Falle von Sarah Brundu kommt das nicht zum Tragen. Das Geschäft ist tatsächlich trotz anhaltender Corona-Krise wieder etwas angelaufen. „Es ist noch etwas schleppend, aber es wird“, so die Betreiberin. „Ich habe ohnehin den Eindruck, dass mich die Menschen unterstützen möchten. Das ist ein ganz tolles Gefühl.“

Da ihre 450-Euro-Kraft noch nicht wieder im Dienst ist, arbeitet Sarah Brundu derzeit vornehmlich nach Termin. „So bin ich flexibel und kann mich nach den Wünschen des Kunden richten – auch am Wochenende.“ Und der Blick geht sowieso nach vorne. „Ich freue mich schon auf den Tag, an dem wir hier wieder ganz normal durchstarten können.“

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