Sand oder Segeln?

Pläne für Strönfeldseen

"Geht doch." Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff war die Erleichterung anzumerken, als das Abstimmungsergebnis stand: Am Ende stimmte der Heeker Gemeinderat am Mittwochabend einmütig dafür, zu prüfen, ob mit Leader-Mitteln eine Potenzialanalyse für die Strönfeldseen in Auftrag gegeben werden kann. Vorausgegangen war eine heftige Debatte.

HEEK

, 13.07.2017, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Sie führen ein Theaterstück auf", warf Markus Jaspers (CDU) der SPD vor, die den Antrag auf Erstellung einer Potenzialanalyse für das idyllisch gelegene Areal beantragt hatte. Es gebe einen Bebauungsplan und aktuell keinen Handlungsbedarf, so Jasper. "Wir haben gar keinen Badesee."

Der größere der beiden Seen ist beliebtes Ausflugsziel, obwohl das Baden dort verboten - weil gefährlich - ist. Das zwischen Metelen, Schöppingen und Heek liegende Areal dient dem Sandabbau für Baustoffe, 2014 wurde die entsprechende Konzession verlängert. Jasper: "Wenn weiter entsandet wird, reden wir über zehn bis 15 Jahre mindestens." Die SPD hielt dagegen: "Sie wissen, dass die Sandvorräte erschöpft sind", sagte Hermann-Josef Schepers, darum dränge die Zeit.

Durchbruch denkbar

Im Raum stand etwa die Frage, ob nach dem Abbauende im aktuell bearbeiteten Abschnitt der Bereich zwischen den Seen ins Visier der Abbaubetriebe rückt. Dann müsste nicht nur die dazwischen liegende Straße dran glauben: Auch ein Durchbruch wäre denkbar. Das Areal gehört teils der Kirche, teils Privatleuten, die jeweils Verträge mit den Abbaubetrieben haben. Die Straße gehört der Gemeinde.

Der See werde am Ende womöglich "größer als der Aasee in Münster", erklärte SPD-Fraktionsführer Reinhard Brunsch, der den Antrag auf Prüfung der Förderfähigkeit zunächst direkt mit dem Auftrag für eine Potenzialanalyse verbinden wollte. Es gehe darum, "jetzt hier die richtigen Schritte einzuleiten, um das Areal später optimal nutzen zu können."

Das sah der Bürgermeister ähnlich, der aber - wie die Vertreter der CDU - keinen Grund zur Eile sah. Auch würde er nicht nur eine Analyse wollen, "sondern verschiedene Szenarien".

Im Gespräch mit der Redaktion bekannte er sich zu der Wunschvorstellung, das Areal touristisch nutzbar zu machen. Komme es zur großen Lösung, spreche man über etwa 55 Hektar Wasserfläche. "Da können Sie sich ein Segelboot anschaffen."

Illegale Situation

Dabei habe er nicht nur den wirtschaftlichen Wert für die Gemeinde und die Naherholung der Bürger im Blick. "Mir geht es vorrangig darum, dass man aus der illegalen Situation eine legale macht." Schließlich werde der See intensiv genutzt. "Rechtlich ist es kein Badesee, aber faktisch schon", sagte Weilinghoff.

Im Vorfeld der Ratssitzung hatte eine neue Arbeitsgruppe getagt, mit 15 Vertretern aus Verwaltung und Fraktionen. Auch dort wurde offenbar kontrovers diskutiert. Bauamtsleiter Herbert Gausling warb schließlich dafür, den Antrag zu reduzieren. "Der erste Schritt sollte sein, zu prüfen, ob das förderfähig wäre."

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