Mehr Bodenhaftung geht kaum: Als Weihbischof Christoph Hegge am Freitag seinen Fuß ins Betonwerk Büscher setzte, entdeckte er dort viele gemeinsame Ziele von Kirche und Unternehmen.

Heek

, 21.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Eine Predigt im Firmgottesdienst, eine E-Mail, auf die Bischof Christoph Hegge den Büscher-Brüdern Hans-Jürgen und Wolfgang Büscher antwortete – das gab schließlich den Anstoß zum Besuch des Kirchenmannes Christoph Hegge im wahrlich irdischen Heeker Betrieb.

Wie er sagte, sei das aber keine Besonderheit, sondern sei es für ihn üblich, sich auch in der Wirtschaft des Bistums umzuschauen. Und gleich bei seinem ersten Besuch bei Büscher in Heek war der Bischof tief beeindruckt. Davon, wie dort mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ umgegangen werde.

„Avantgarde der Forschung“

Für das Unternehmen und sein Projekt, Bauschutt, also eigentlich Abfall, zu recyceln und so „neuen“ Beton zu produzieren, fand Hegge nur lobende Worte. Er sprach von einer „Avantgarde der Forschung“, einer „tollen Idee“, von einem „Beispiel, das Schule machen sollte“. Gerade auch deshalb, weil „Recycling“ längst nicht bei allen Unternehmen gut ankomme.

Dabei sah der Weihbischof Wirtschaft wie auch Kirche in gleicher Verantwortung für Nachhaltigkeit und schonenden Umgang mit Ressourcen: „Es geht um die Bewahrung der Schöpfung, auch für nachfolgende Generationen.“ Kritik äußerte er an der Automobilindustrie, die jahrelang der Politik diktiert habe, was sie zu tun habe. Verständnis fand er für die „Friday-for-future-Demos“.

Gegen die Ausbeutung der Natur

Hegges Appell: „Alles, was wir verbrauchen, sollten wir so tun, dass es wieder verwertbar ist, dass die Natur nicht ausgebeutet wird.“ Für ihn stehe das eng auch im Zusammenhang mit den Fragen von Gerechtigkeit und Frieden, nannte er auch faire Produktion von Gütern und den fairen Handel als wichtige Anliegen.

Die Frage, wie gehen wir mit unseren Ressourcen um, sei auch eine Frage, die sich Kirche stellen müsse. Kirche müsse sich nämlich immer wieder neu aufstellen: „Das ist ein großes gesellschaftliches Thema, da dürfen wir uns als Kirche nicht raushalten.“

Im Heeker Betonwerk und seinen beiden Geschäftsführern, Hans-Jürgen und Wolfgang Büscher, fand Christoph Hegge etliche inhaltliche Schnittmengen.

Unternehmer mit christlichem Anspruch

Die Büscher-Brüder, auf der einen Seite überzeugte Katholiken, aber eben auch Unternehmer, bekräftigten ihre Entscheidung für das Forschungs- und weiter zu entwickelnde Geschäftsfeld „Recycling-Beton“ auch aus einem christlichen Anspruch heraus.

„Wir wollen mit gutem Vorbild vorausgehen“, sagte Wolfgang Büscher. Eben auch dadurch, dass man aus „Abfall wertvolle Materialien“ schaffe.

Beim Weihbischof kam dieser Anspruch gut an: „So wird auf eine Weise produziert, dass es der Umwelt gut tut.“

Abschließend nahm der Weihbischof von seinem Besuch auch das mit: „Das hier sollte für andere ein Anreiz sein: bewegt euch!“ Dass demnächst auch kirchliche Gebäude aus recyceltem Beton gebaut werden, schloss er jedenfalls nicht aus. Allerdings unter den Vorgaben: Nachhaltigkeit und Kosten.

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