In Heek sind die Perspektiven für Häuslebauer laut Planungen nicht schlecht. © picture alliance/dpa
Wohnen in Heek

Platz für Häuslebauer: Hier entstehen Baugrundstücke in Heek

Wer derzeit in Heek ein Haus bauen möchte, blickt wohl in den meisten Fälle in die Röhre. Noch. Denn in den kommenden Monaten und Jahren wird sich richtig was tun. Das zeigt die Planung.

Angebot und Nachfrage klaffen in der Dinkelgemeinde mit Blick auf Baugrundstücke aktuell weit auseinander. Über 30 Bewerber kommen derzeit auf ein Grundstück. Doch es tut sich etwas. Die Gemeinde plant an vielen Stellen eine Baulanderweiterung. Die Perspektiven für Häuslebauer sind nicht schlecht.

Vor dem Hintergrund, dass Bauwillige und Lokalpolitik mit den Hufen scharren, stellte die Verwaltung im jüngsten Ausschuss für Bauen und Planen den aktuellen Sachstand ausführlich vor. Dabei zeigte sich, dass es in vielen Bereich bereits Fortschritte gibt. Doch glatt läuft bei den aufwendigen Planungen auch nicht alles.

„Es gibt noch diverse Probleme, doch einige werden sich auch sicher lösen“, führte Bauamtsleiter Herbert Gausling aus. Und: „Insgesamt sind wir auf einem guten Weg.“ Wichtig: Die Planungen für die Ausweisung von Bauland hängen von vielen Faktoren ab.

Und längst nicht auf alle hat die Gemeinde einen Einfluss. Darum sind die Zeitschienen auch nicht überall klar. Und am Ende ist es entscheidend, dass die Gemeinde Grundstücke auf den Markt bringt, die bezahlbar sind und dem ortsüblichen Niveau entsprechen. Folgende Baulanderweiterung sind geplant:

Hinterlandbebauung Bahnhofstraße/Kreuzschule:

  • Vier Baugrundstücke sind im Besitz der Gemeinde.
  • Bebauungsplan wurde geändert – Baustart möglich.
  • Ausschreibung und Erschließung wird vorbereitet.

Pfingsfeld:

  • Auserkorene Fläche umfasst 100.000 Quadratmeter.
  • 40.000 qm sind bereits im Gemeindebesitz
  • Weitere Grundstücksverhandlungen werden derzeit geführt.
  • Erschließung: Gespräche mit Fachbehörden des Kreises geführt.
  • Eine erste Entwurfsplanung existiert bereits.
  • Planung ist modular aufgebaut.
  • Über 100 Baugrundstücke könnten entstehen.
Der Planetnwurf zum Baugebiet Pfingsfeld
Der Planetnwurf zum Baugebiet Pfingsfeld © Gemeinde Heek © Gemeinde Heek

Sanderskamp:

  • Baugebiet Hofstätte soll in nördlicher Richtung erweitert werden.
  • Plangebiet umfasst 170.000 Quadratmeter.
  • Gemeinde ist bereits im Besitz von 100.000 qm.
  • Erschließung: Gespräche mit Fachbehörden des Kreises geführt.
  • Entwurfsplanung liegt vor.
  • Platz für grob 200 Baugrundstücke
  • Es gibt noch keinen Bebauungsplan.

Laut Bauamtsleiter Herbert Gausling wartet die Verwaltung derzeit auf den Umweltbericht. Im Juli könnte dieser vorliegen. Bisher durchgeführten Umweltuntersuchungen hätten keine der Planung entgegenstehenden Aspekte ergeben.

Für die Erweiterung ist übrigens zwingend der Bau eines Regenrückhaltebeckens im Bereich Dinkel/Osssenkamp erforderlich. Diesbezüglich laufen derzeit intensive Grundstücksverhandlungen zwischen Gemeinde und Eigentümer(n). Ende offen.

Der Planentwurf zum Baugebiet Sanderskamp
Der Planentwurf zum Baugebiet Sanderskamp © Gemeinde Heek © Gemeinde Heek

Seeblick (Am Steinwerk):

  • Auserkorene Fläche liegt direkt am alten Baggersee
  • Fläche: Rund 10.000 Quadratmeter
  • Etwa 12 Baugrundstücke könnten entstehen.

Auch hier wird der Umweltbericht laut Verwaltung im Juli oder aber im August erwartet. Allerdings sind die Röhrichte geschützter Landschaftsbestandteil, sodass noch weitere Begehungen nötig sein werden. Nicht zuletzt deshalb erwartet die Verwaltung einen großen Aufwand und einen hohen Funktionsausgleich.

Immerhin: Das Ganze wird im beschleunigten Verfahren abgewickelt. Unter anderem kann so auf die frühzeitige Beteiligung der Bürger sowie der Behörden verzichtet werden. Dies kann verkürzt erfolgen.

Davon ab ist die Fläche noch nicht im Besitz der Gemeinde. Doch der Bauamtsleiter berichtete, dass es eine Abmachung mit dem Eigentümer gebe, diese kaufen zu können. Zu möglichen Preisen wurde – wie üblich bei Liegenschaftsangelegenheiten – nichts gesagt.

Am alten Baggersee sind auf der Freifläche am Westufer ebenfalls Baugrundstücke geplant.
Am alten Baggersee sind auf der Freifläche am Westufer ebenfalls Baugrundstücke geplant. © Geodatenatlas Kreis Borken © Geodatenatlas Kreis Borken

Vossberg (ehemaliges Spielfeld)

  • Der „Bolzplatz“ wird schon lange nicht mehr genutzt.
  • Areal über 13.000 Quadratmeter im Besitz der Gemeinde.
  • 84.000 Ausgleichspunkte wurden bereits erworben.

Auch hier laufen derzeit die Umweltuntersuchungen. Ergebnisse könnten im dritten Quartal dieses Jahres vorliegen. Davon ab wird es spürbare zeitliche Verzögerungen geben. Zeitweilig waren die Planungen ins Stocken geraten, da das erforderliche Regenrückhaltebecken „nicht wie ursprünglich geplant“ realisiert werden konnte.

Immerhin liegt laut Bauamtsleiter jetzt eine Neuplanung inklusiver Alternativlösung bereit. Die notwendige Abstimmung mit den Fachbehörden vom Kreis sei aber noch nicht abschließend erfolgt. In Summe bleibt es bei einer zeitlichen Verzögerung.

Eine genaue Einschätzung dieser sei aber aktuell schwierig, führte Herbert Gausling aus. Von mindestens zwei Jahren müsse man aber wohl ausgehen. Zeitnah werden diese geplanten Bauflächen also nicht zur Verfügung stehen.

Zeitplan Pfingsfeld und Sanderskamp:

Die Begründungen der Bebauungspläne will die Verwaltung im Juli und August erarbeiten. Dann liegen auch die entsprechenden Umweltgutachten vor, die Bestandteil dieser sind. In der Begründung werden Ziele, Zwecke und wesentlichen Auswirkungen des Bebauungsplanes dargestellt.

Die Bearbeitung der Umweltberichte erfolgt vom beauftragten Fachbüro voraussichtlich im August und September. Danach soll die Öffentlichkeit ausführlich informiert und beteiligt werden.

Das beinhaltet auch eine Planoffenlegung. Auch in die Fachausschüsse geht das Ganze dann noch mal. Zwischen drei und sechs Monate sind dafür veranschlagt. Und: Im ersten Schritt sollen jeweils nur Teilbereiche der Gesamtfläche beider Plangebiete umgesetzt werden.

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