Die Zukunft des Ahauser Küchenherstellers scheint gesichert: Der Heeker Unternehmer Ludger Gausling übernimmt an der Spitze einer Investorengruppe das angeschlagene Unternehmen. © Stephan Rape
Nach der Insolvenz

Neuer Investor bei Alma-Küchen: So sieht es für die 170 Mitarbeiter aus

Eine Investorengruppe unter Führung von Ludger Gausling aus Heek übernimmt Alma-Küchen. Er hat mit dem Unternehmen viel vor und setzt dabei auch auf Know-How aus Stadtlohn.

Der Ahauser Küchenhersteller Alma-Küchen scheint gerettet – gerade einmal zwei Monate, nachdem das Unternehmen Insolvenz angemeldet hat. Am Montagmittag erklärte der Pressesprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters, dass es einen neuen Investor gibt.

Wie Holger Voskuhl im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigt, übernimmt der Heeker Unternehmer Ludger Gausling an der Spitze einer Investorengruppe die angeschlagene Firma. Der vorläufige Gläubigerausschuss habe die Übernahme bereits einstimmig genehmigt. Der entsprechende Kaufvertrag soll zur Verfahrenseröffnung am 1. September unterzeichnet werden.

Alle 170 Arbeitsplätze werden gerettet

Das Erwerberkonzept der Investorengruppe sichert die Übernahme aller 170 Beschäftigten des Unternehmens. „Mit Ludger Gausling haben wir einen Investor gefunden, der Alma-Küchen voranbringen und in das Unternehmen investieren möchte“, sagt Restrukturierungsexperte Eric Coordes von der Mönig Wirtschaftskanzlei, die als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wurde.

Ludger Gausling habe das Unternehmen bereits im vorläufigen Verfahren bei der reibungslosen Abwicklung des erfreulichen Auftragsbestandes von Alma im Insolvenzverfahren unterstützt, um so die fristgerechte Auslieferung durch das Unternehmen zu erreichen. „Damit hat der Investor frühzeitig gezeigt, dass er es ernst meint“, wird Eric Coordes in einer Pressemitteilung des Insolvenzverwalters zitiert.

Ludger Gausling spricht von einer „interessanten Geschichte“

Für Ludger Gausling handelt es sich bei der Übernahme von Alma-Küchen um eine „interessante Geschichte“, wie er es im Telefonat mit unserer Redaktion nennt. Die Gelegenheit habe sich ergeben und er habe zugeschlagen. „Das Unternehmen brauchte einen Investor“, sagt er. Und schließlich gehe es ja auch um eine Menge Arbeitsplätze.

Ein neues Standbein wolle er sich mit der Übernahme nicht aufbauen. „Das brauche ich nicht“, sagt er ganz deutlich.

„Wir werden die Produktion effizienter gestalten und dann vor allem das enorme Potenzial des Direktvertriebs von Einbauküchen ausschöpfen. Wir wollen auf diese Weise nachhaltig wachsen“, zitiert der vorläufige Insolvenzverwalter Ludger Gausling in der Pressemitteilung. Demnach soll das Wachstum in personaler Hinsicht auch durch eine zukünftige Ergänzung der aktuellen Geschäftsführung erreicht werden, um den Ausbau der Geschäftsbereiche zu beschleunigen.

Gausling: „Kein alter Wein in neuen Schläuchen“

Das klingt direkt aus dem Mund von Ludger Gausling deutlicher: „Wir können ja keinen alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen“, sagt er. Natürlich werde sich einiges bei Alma-Küchen ändern. Gerade auch in der Geschäftsführung. Das habe er mit den Mitarbeitern so auch schon besprochen. Und sei damit auf sehr positive Resonanz gestoßen. Allein um den Übergang nahtlos zu gestalten, setzt er aber auch auf die bisherige Geschäftsführung. „Es muss ja weitergehen, die aktuellen Aufträge müssen ja abgearbeitet werden“, sagt er.

Langfristig verlässt er sich auf drei Mitarbeiter, die bisher bei Hülsta in Stadtlohn arbeiten. „Die drei Neuen sollen das machen“, sagt er. Sie werden in den kommenden Monaten nach und nach bei Alma-Küchen einsteigen.

Insolvenzantrag Ende Juni gestellt

Die bisherige Geschäftsführung von Alma-Küchen hatte Ende Juni den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Mönig Wirtschaftskanzlei sei es gelungen, gemeinsam mit dem Geschäftsführer Frank Eberle den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren. Sie konnten so vorhandene Aufträge vertragsgemäß weiterbearbeiten und neue Aufträge entgegennehmen.

Auch in Zukunft verblieben die Produktionsgebäude am Standort Ahaus weiterhin im Besitz der Gründerfamilie Meyer. Alma-Küchen wurde im Jahr 1971 in Ahaus gegründet und ist heute mit 13 Küchenstudios in Nordrhein-Westfalen vertreten. Das Haus beschäftigt 170 Mitarbeiter in Verkauf, Produktion und Montage.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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