Nach langem Hickhack: Lösung für RWN-Spielfeld Nummer zwei in Sicht

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Seit Jahren zieht sich schon der Ärger um das mangelhaft sanierte Spielfeld Nummer zwei bei RW Nienborg hin. Ein gerichtliches Beweisverfahren wurde angeleiert. Jetzt ist eine Lösung in Sicht.

Heek

, 15.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nie war der Spruch „Licht am Ende des Tunnels sehen“ passender als mit Blick auf die Situation von Spielfeld Nummer zwei bei RW Nienborg. Seit Jahren zieht sich der Ärger um den unzureichend renovierten Platz wie ein Kaugummi in die Länge. Gutachten, politische Debatten und gerichtliches Beweisverfahren machen deutlich, wie verzwickt die Lage ist. Doch jetzt endlich scheint eine Lösung in Sicht.

Die für die mangelhafte Sanierung zuständige Firma GaLaBau Emsland mit Sitz in Lingen hat nach Jahren des Hickhack jetzt der Gemeindeverwaltung einen Vorschlag unterbreitet, denn die Verantwortlichen nicht ausschlagen konnten. Einstimmig segneten die Lokalpolitiker in der jüngsten Sonderratssitzung ab, das Angebot anzunehmen.

Gerichtliches Beweisverfahren in Gang gesetzt

Dazu muss man wissen, dass die Gemeinde zuvor ein gerichtliches Beweisverfahren beim Landgericht Münster in Gang gesetzt hatte. Ein solches Verfahren dient dazu, Baumängel vor, während oder nach der Bauabnahme festzustellen und festzuhalten.

Eine Übersicht über die RWN-Sportanlage: Platz Nummer zwei ist jener mit der unzureichenden Wasserdurchlässigkeit. Auf Platz Nummer vier ist jüngst die Flutlichtanlage in Betrieb genommen worden.

Eine Übersicht über die RWN-Sportanlage: Platz Nummer zwei ist jener mit der unzureichenden Wasserdurchlässigkeit. Auf Platz Nummer vier ist jüngst die Flutlichtanlage (auf diesem Bild noch nicht zu sehen) in Betrieb genommen worden. © Martin Mensing


Dabei erhalten beide Parteien – Auftraggeber und Auftragnehmer – ein schriftliches Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen. Sollte es in späterer Folge tatsächlich zu einem Rechtsstreit kommen, hat dieses Dokument vor Gericht eine starke Beweiskraft.

180.000 Euro kostete die Sanierung

Und soweit wollte es die Firma GaLaBau Emsland wohl offenbar nicht kommen lassen. Auch, weil der Gemeinderat konsequent blieb, ein erstes Angebot der Firma ablehnte und entschied, das gerichtliche Beweisverfahren fortzuführen. Das war Ende Juni dieses Jahres. Und so kam jetzt das neue Angebot.

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Rückblick: Im Sommer 2014 führte die Firma die Sanierung des zweiten Spielfeldes bei RWN durch. Die Freigabe erfolgte im Frühjahr 2015. Und seitdem ist der Ärger da. Denn das Wasser läuft auf dem für 180.000 Euro renovierten Rasenspielfeld einfach nicht richtig ab. Große Pfützen bilden sich gerade nach ausgiebigen Regenfällen. So auf dem Platz trainieren oder Spiele austragen? Unmöglich.

Versickerungsfähigkeit ist unzureichend

2018 legte dann ein beauftragtes Sachverständigenbüro einen Untersuchungsbericht vor. In diesem heißt es, dass die Versickerungsfähigkeit des Bodens nicht so ist, wie sie nach DIN-Vorschriften sein müsste. Zwar hat RWN jüngst durch die neue Flutlichtanlage auf Platz Nummer vier eine weitere Alternativfläche zur Verfügung, doch behoben werden soll der Schaden natürlich dennoch.

Steht der Platz erst mal so unter Wasser, ist weder ein Trainings- noch Spielbetrieb möglich.

Steht der Platz erst mal so unter Wasser, ist weder ein Trainings- noch Spielbetrieb möglich. © Markus Gehring

Und das sogar noch in diesem Jahr. Zudem enstehen der Gemeinde keine weiteren Kosten, da die Arbeiten im Rahmen der Gewährleistung ausgeführt werden. Zusätzlich gibt es eine mindestens zweijährige Gewährleistung nach Abschluss der Arbeiten. All das beinhaltet das jüngste Angebot der Firma GaLaBau Emsland.

Angebot konnte nicht abgelehnt werden

Und noch bevor der Rat seine einstimmige Entscheidung fällte, sagte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff: „Wir sollten dieses Angebot annehmen.“ Dem pflichtete auch Franz Epping (CDU) bei: „Das Angebot kann man nicht ablehnen und es zeigt, dass sich unsere Hartnäckigkeit ausgezahlt hat.“

Ein weiterer Aspekt, der bei der Entscheidung, das Angebot anzunehmen, nicht ganz außen vor gelassen werden darf, ist die Tatsache, dass der Ausgang einer Klage natürlich nicht absehbar ist. Die Gemeindeverwaltung weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass das Landgericht nach „hiesiger Erfahrung“ auf die Umsetzung eines Vergleichs hinarbeiten würde.

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So gesehen ist für die Gemeinde das nun von der Firma angenommene Angebot die wohl beste Lösung nach vielen Jahren des Ärgers. Jetzt muss nur noch die fachgerechte Umsetzung erfolgen. Die steht allerdings noch mal auf einem ganz anderem Blatt. Stichwort ordnungsgemäß.

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