Nach einem Brand im Juli 1926 wurde das Gebäude des ehemaligen Kegelhauses Wissing in wenigen Monaten wieder aufgebaut. © privat
Neustart

Nach 140 Jahren Kegelhaus Wissing: So weit sind die Pläne für neues Café

Nachdem sich 2019 die Türen des einstigen Kegelhauses Wissing endgültig geschlossen haben, soll an derselben Stelle ein Café Bistro entstehen. Wir haben nachgefragt, wie weit der Stand ist.

Seit gut zwei Jahren ist das ehemalige Kegelhaus Wissing in Nienborg geschlossen, nach einer 140 Jahre alten Geschichte. Aber wie heißt es so schön: Nichts währt ewig. Jetzt wird Platz und Zeit für Neues geschaffen, denn der Abrissbagger war schon am Werk.

Anstelle des alteingesessenen Kegelhauses soll bald an derselben Stelle ein Café Bistro entstehen, zumindest wenn es nach Familie Schwietering aus Heek geht. Das Bauunternehmen Schwietering kennt sich sowohl mit Wohn- und Geschäftsgebäuden als auch mit Bestands-Umbauten aus.

Warten auf die Baugenehmigung

Die Redaktion hat bei Elisabeth Schwietering nachgefragt, wie der Stand der Dinge um das alte Kegelhaus ist. Sie sagte im Gespräch: „Im Grunde warten wir nur noch auf die Baugenehmigung.“

Geplant ist ein Café, das Bistro-Charakter haben soll. Außerdem ist ein zusätzlicher Saal für etwa 50 Gäste geplant, in dem Hochzeiten, Beerdigungen, Taufen und dergleichen stattfinden können.

Zwei Wohnungen à 100 Quadratmeter

Aber das war noch nicht alles. Über dem Café-Bistro sollen zwei Wohnungen entstehen, die jeweils etwa 100 Quadratmeter groß sein sollen. Diese sollen laut Elisabeth Schwietering vermietet werden.

Wann es aber richtig losgehen kann mit den Arbeiten für das Café-Bistro und die darüber liegenden Wohnungen, das steht noch in den Sternen. „Wir warten quasi jeden Tag auf die Genehmigung“, so Schwietering im Gespräch mit der Redaktion.

Von der Tuchmacherwerkstatt zur Gaststätte

Das ehemalige Kegelhaus Wissing hatte eine 140 Jahre alte Geschichte, bevor es seine Türen endgültig schloss. Bevor das Kegelhaus zu dem wurde, das viele Heeker und Nienborger kennen, war es sogar mal eine Tuchmacherwerkstatt, bis 1881. Dann eröffnete der damalige Eigentümer die Gaststätte „Zur Sonne“. Die stand im Jahr 1894 leer, als Hermann Wissing sie kaufte.

Allerdings gab es für ihn aufgrund der vielen vorhandenen Schankwirtschaften im Ort keine Schankkonzession. Erst ein Jahr später wurde diese dann bewilligt.

Durch fahrlässige Brandstiftung eines Mieters wurde das Gebäude 1926 Opfer der Flammen. Hermann Wissing konnte aber schon wenige Monate später wieder öffnen. So ging die Schankwirtschaft von einer Generation der Wissing-Familie zur nächsten über.

Im Jahr 2019 schlossen sich die Türen

Im Jahr 1963 wurde die Schankwirtschaft um Gaststättenräume erweitert und ab dann wurden zum ersten Mal in Nienborg auch Speisen angeboten. Es folgten der Bau und Betrieb von drei Kegelbahnen. 1980 verunglückte der Sohn von Hermann und Klärchen Lütke Wissing, eine Nachfolge innerhalb der Familie für das Kegelhaus war somit nicht mehr möglich.

Im Jahr 1989 verkaufte das Ehepaar Lütke Wissing das Kegelhaus an das Ehepaar Jager. Gisela Jager führte die Gaststätte bis 2017 und verpachtete sie bis 2019, als sich die Türen des Kegelhauses zum vorerst letzten Mal schlossen.

Mit dem Plan, ein Café-Bistro zu eröffnen, bleibt auch weiterhin Gastronomie an derselben Stelle im Ort, wenn auch eine andere. Mit Spannung blicken wohl nicht nur die Eigentümer der Genehmigung entgegen, sondern auch viele Nienborger.

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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