Landesmusikakademie lässt es bei Feier zum 30-jährigen Bestehen klingen und krachen

dzLMA Nienborg

Seit 30 Jahren macht die Landesmusikakademie NRW Nienborg zu einem Zentrum der Künste. Ihren runden Geburtstag feierte die Akademie mit einem großen Fest mit jeder Menge Musik.

von Alex Piccin

Heek

, 09.09.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Landesmusikakademie (LMA) hat sich während ihres Festaktes zum 30-jährigen Bestehen von ihrer kreativen Seite präsentiert. Der Sonntag stand in zweifacher Weise unter dem Zeichen des Erlebens – zuhören und mitmachen. Die örtlichen Musikvereine, Chöre und die Tanzmäuse hatten bereits für gute Stimmung gesorgt, Splash und südländische Rhythmen des TCFA oder das Ensemble Kavpersaz hielten diese hoch.

Das Landesjugend-Akkordeonorchester NRW eröffnete schließlich sein Konzert in der Alten Schule klassisch mit der Ouvertüre aus Mozarts Zauberflöte und erntete nach dem ersten Stück verdienten Applaus. Auf der großen Bühne im Klanggarten wurde derweil fleißig umgeräumt.

Die Pause nutzte LMA-Direktorin Antje Valentin, um Werbung in eigener Sache zu machen, wie sie gestand. Sie rief auch zum kulinarischen Sündigen auf: „Je mehr Kuchen Sie essen, umso wohltätiger sind Sie.“ Die Erlöse der Imbiss- und Getränkewagen werden gespendet. Anschließend stellten Antje Valentin und Ralf Schreiber den Klangbaum vor.

Basteln für die Kunst

Der Künstler hat mit Kindern der Kreuzschule in Heek Klangobjekte gelötet und sie in die Maulbeere gehangen. Die bemalten Plastikflaschen sind mit einem kleinen elektronischen Klangkörper versehen, der seine Energie aus einer Solarzelle bezieht. Sie erinnern an große Blüten und geben zwitscherähnliche Laute von sich: „Es ist eine einfache Schaltung und von Kindern leicht herzustellen. Der Klang ist bewusst nicht sehr vogelnah, sonst würden viele Vögel angelockt werden. So kommen nur Stare“, erklärte Schreiber.

Landesmusikakademie lässt es bei Feier zum 30-jährigen Bestehen klingen und krachen

Künstler Ralf Schreiber (vorne, l.) präsentierte die von Schülern gebauten Klangkörper. © Alex Piccin

Mittlerweile hatten das Kreisorchester und das Kreisjugendorchester die Bühne in Beschlag genommen. Von André Baumeister dirigiert, begannen die Musiker ihr Konzert mit „El Camino Real“ des Blasmusik-Großmeisters Alfred Reed und ernteten von den versammelten gut 200 Zuhörern viel Applaus. Die beiden Orchester dankten mit ihrem musikalischen Beitrag der LMA für die Unterstützung und die dargebotenen Möglichkeiten in den vergangenen Jahren, ehe es mit Thiemo Kraas‘ „Imagasy“ „kreativ und schöpferisch“ weiterging. Einen interessanten Instrumentenmix bot das junge Anemoi Holzbläserquintett dar. Der Name entstand in Anlehnung an die griechische Mythologie und den Göttern des Windes, erklärte die 13-jährige Amelie Jansen.

Eigene Instrumente

Diese sollen die Klänge transportieren. Während die größeren und erwachsenen Gäste den Konzerten lauschten, bot die Mobile Musikwerkstatt Kindern die Möglichkeit, eigene Instrumente herzustellen. Eine Schlauchtrompete und ein Fagott aus einem Stück Kunststoffrohr und einem Luftballon brachte den Kleinsten die Welt der Klänge näher.

Höhepunkt des späten Nachmittags war das finale Gemeinschaftskonzert der Kreisorchester, der Jungen Bläserphilharmonie und der Musikvereine.

Großzügiges Geschenk

Solche Gäste dürfen gerne wiederkommen: 1,38 Millionen Euro in den kommenden zwei Jahren hatte NRW-Kulturministerin Isabell Pfeiffer-Poensgen am Samstag beim Festakt förmlich als Geburtstagsgeschenk für die Sanierung der beiden 30 Jahre alten Gästehäuser im Gepäck.

„Es ist ein besonderer Ort für die Musik, der in die Region ausstrahlt“, sagte Isabell Pfeiffer-Poensgen während des Festakts anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Landesmusikakademie NRW (LMA) in Nienborg.

„Das ist ein großartiges Geburtstagsgeschenk“, freute sich Antje Valentin. Da die Landesmusikakademie für das kommende Jahr jedoch fast schon ausgebucht sei, könne mit den Sanierungsarbeiten wohl erst im Jahr 2021 begonnen werden, so die LMA-Direktorin.

Ministerin Pfeiffer-Poensgen erklärte, dass die Landesmusikakademie Nienborg einen wichtigen Beitrag geleistet habe, dass es in Nordrhein-Westfalen ein blühendes Laienmusikerwesen gebe. Die LMA zeichne zudem eine große Offenheit aus und sie setze immer wieder Akzente, betonte die Politikerin.

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