"Kroamschütten" lebt wieder auf

30.07.2008, 16:26 Uhr / Lesedauer: 1 min

Heek Tradition und Brauchtumspflege werden von den Nachbarsfrauen hoch gehalten, wenn es um das "Kroamschütten" geht: Auf der Schniewindstraße war die Familie André und Michaela Tibben mit Sohn Markus zugezogen. Nachbarin Elisabeth Böckers, eine gebürtige Heekerin, kam mit der neuen Nachbarin, die im Raum Hamburg aufgewachsen ist, ins Gespräch über die Sitten und Bräuche. Als die neue Nachbarin kurz darauf ihr zweites Kind zur Welt brachte, war dies eine willkommene Gelegenheit.

Zur Brauchtumspflege im Dorf Heek erzählt Elisabeth Böckers: "Nach der Geburt eines Kindes haben Mutter und Kind einen so kurzen Krankenhausaufenthalt, dass die Nachbarsfrauen es fast nicht schaffen, den üblichen Besuch abzustatten. Daher wollten etliche Frauen der Schniewindstraße den alten Brauch des ,Kroamschüttens' wieder aufleben lassen." Früher, zur Zeit der Hausgeburten war es üblich, der jungen Mutter mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Bei diesem Plausch wurde natürlich Kaffee getrunken. Um die Mutter zu entlasten, nahm man Zwieback, Beschüt und blanken Zucker (Kandis) mit, so dass die junge Mutter nur Kaffee zu kochen brauchte. Die Paten brachten einen Weggen. Hatte in der Nachbarschaft gerade eine Kuh gekalbt, gab es "Beismelkstuten", der angeblich besonders gesund war. In schlechten Zeiten bekam nur die Wöchnerin echten Bohnenkaffee. Diejenigen, die zum "Anspriäken" (Ansprechen) kamen, erhielten lediglich Muckefuck (Roggenkaffee).

Nun hoffen die Frauen der Schniewindstraße, dass die Zeiten immer so rosig bleiben, dass es für alle zu echtem Bohnenkaffee reicht und vielleicht auch noch zu einem "Söten" (Likör). g

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