Kölner Klaviertrio in der Landesmusikakademie

Neujahrskonzert

HEEK Klingender Auftakt zum neuen Jahr: Das Kölner Klaviertrio mit Walter Schreiber (Violine), Joanna Sachryn (Violoncello) und Günter Ludwig (Klavier) hat mit seinem Neujahrskonzert im Konzertsaal des Musikzentrums der Landesmusikakademie einmal mehr das zahlreich erschienene Publikum begeistert – trotz oder auch gerade wegen eines kleinen Missgeschicks.

von Von Elvira Meisel-Kemper

, 03.01.2010, 12:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

In seiner Begrüßung freute sich Ludwig besonders auf die Gegenüberstellung eines Werks von Ferdinand Hiller (1811-1885) und eines von Robert Schumann (1810-1856). Hiller werde im Gegnsatz zu Schumann selten gespielt, obwohl er vor allem für das Kölner Musikleben mit der Gründung des Gürzenich-Orchesters Großes geleistet habe, so Ludwig. Die virtuose Inszenierung dreier Musikerpersönlichkeiten verschmolz in Hillers Trio E-Dur op.74 zu einer klangschön und hingebungsvoll interpretierten Musik. Im Allegro vivace profilierte sich Ludwig am Klavier als der dezente Lenker der Streicher. Schreiber, der das Kölner Klaviertrio 1983 gegründet hatte, spielte mit dem ganzen Körper, hüpfte in besonders expressiven Phasen auch schon `mal in die Höhe. Sachryn schien mit ihrem Instrument verwachsen zu sein. Hingebungsvoll lauschte sie den Kollegen, während sie in der nächsten Passage schon wieder ganz in sich versunken ihrem überbordenden Temperament freien Lauf lassen konnte. Das Allegro scherzoso e molto vivace von Hiller schien wie für sie komponiert.Schumanns Trio F-Dur op.80 in vier Sätzen und Dimitrij Schostakowitschs Trio e-moll op.67 als expressives, hoch anspruchsvolles Werk des 20.Jahrhunderts gehört zu den Lieblingswerken des Kölner Klaviertrios. Dann passierte es: Eine Saite von Schreibers Violine riss. Die Zwangspause bot dem Publikum Gelegenheit, sich über die Komposition von Schostakowitsch informieren lassen – während der Geiger eine neue Saite aufzog.

Der Komponist habe nach dem plötzlichen Tod seines Freundes Iwan Sollertinski seine ganze Trauer in Noten verpackt, überbrückte Sachryn das livehaftige Missgeschick. Die dünnhäutigen, pfeifenden Töne des Cellos zu Anfang des Andante waren der Ausdruck dieser Trauer, in die sich erst die Violine und dann das Klavier höchst empfindsam einmischten. Das Publikum zeigte sich einmal mehr begeistert. Das Kölner Klaviertrio bedankte sich mit einem kleinen Stück des Schostakowitsch-Biographen Krzysztof Meyer, mit dem das Trio befreundet ist.  

  • Das Abschlusskonzert des Meisterkurses mit den Teilnehmern findet am Mittwoch, 6. Januar, 19.30 Uhr, im Kammermusiksaal des Langen Hauses der Landesmusikakademie in Nienborg statt.
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