Ein Bild aus 2020: Die Mitglieder des Heimat- und Schützenvereins St. Ludgerus Heek in der traditionellen „Schlöffken“-Tracht mit der Schnese auf der Schulter – gelebte Tradition am „Schlöffken-Kerl“. © Till Goerke
Coronavirus

Keine Wahl wegen Corona: Schlöffkenfest 2021 fällt ins Wasser

Das „Schlöffkenfest“ hat in der Dinkelgemeinde eine lange Tradition. Jedes Jahr zieht das Event viele Heeker in seinen Bann. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Es gibt eine „traurige“ Premiere.

Mettwurst, Schnesen, die typische Tracht und eine ausgelassene Stimmung durch alle Generationen hinweg. Dafür steht das Schlöffkenfest mit seiner langen Tradition in Heek. Jedes Jahr im Januar am Sonntag und Montag nach den „Heiligen drei Königen“ ist in der Dinkelgemeinde richtig was los.

Unter Regie der Mitglieder des Heimat- und Schützenvereins feiern und pflegen die Heeker ihre Tradition. Doch in diesem Jahr macht Corona dem bunten Treiben einen Strich durch die Rechnung. Erstmals überhaupt fällt das Schlöffkenfest aus. Aber ersatzlos oder wird es nachgeholt?

Nachfeiern ist kein Thema

„Nachfeiern war für uns noch nie ein Thema“, sagt Karl Flüeck, der beim Heimatverein für die Pressearbeit zuständig ist. Es sei allein schon wegen der Tradition schwierig. Oder anders gesagt: „Das wird es nicht geben.“ Das Event fällt 2021 also ersatzlos in Wasser.

Im vergangenen Jahr war die Tenne im Bürgerhaus am Schlöffkenmontag bereits um 10 Uhr rappelvoll. Solch ein Beisammensein ist in Zeiten von Corona unmöglich. Darum fällt das Event 2021 aus.
Im vergangenen Jahr war die Tenne im Bürgerhaus am Schlöffkenmontag bereits um 10 Uhr rappelvoll. Solch ein Beisammensein ist in Zeiten von Corona unmöglich. Darum fällt das Event 2021 aus. © Till Goerke © Till Goerke

„Wir hätten sehr gerne gefeiert, aber es geht eben nicht in diesen Zeiten“, bringt es Karl Flüeck auf den Punkt. In den Worten schwingt hörbar Wehmut mit. Denn jetzt ist etwas eingetreten, das es vorher so noch nicht gegeben hat. „Ich bin seit 1998 dabei und ich wüsste nicht, dass das Event als solches jemals ausgefallen wäre. Es ist in diesem Jahr also die traurige Premiere.“

Entscheidung ist im Oktober gereift

Die Entscheidung selbst sei intern schon Ende Oktober gereift. „Da war ja schon anhand der Entwicklung absehbar, dass es schwierig werden würde mit solch einem Event“, so der Pressewart. Zunächst habe man noch überlegt, eine „Lightversion“ anzubieten, aber das habe man schnell verworfen. „Es wäre ja nichts Ganzes und nichts Halbes gewesen.“

Und obwohl sich die „Schlöffken“-Tradition und das damit verbundene Brauchtum im Laufe der Jahrzehnte – Ort(e) als auch Kleidung – gewandelt hat und es in diesem Jahr ersatzlos ausfallen muss, eines sei dennoch klar: Die Tradition soll aufrechterhalten werden. Das betont Karl Flüeck. „Wir hoffen darum auch, dass uns der Krammarkt erhalten bleibt. Der gehört einfach dazu.“

Nachwuchsmangel gibt es nicht

Sorgen bereitet Karl Flüeck mit Blick auf die „Schlöffken“-Tradition da schon eher das Kneipensterben in Heek. Denn eigentlich gehört es dazu, auch durch die Kneipen zu ziehen. „Aber in Heek gibt es ja nicht mehr viele. Es wird immer weniger. Das ist sehr schade.“ Eine Entwicklung, auf die der Heimat- und Schützenverein keinen Einfluss hat.

An Nachwuchs mangelt es nicht, um die Schlöffken-Tradition aufrechtzuerhalten, wie dieses Bild aus dem Januar 2020 eindrucksvoll zeigt.
An Nachwuchs mangelt es nicht, um die Schlöffken-Tradition aufrechtzuerhalten, wie dieses Bild aus dem Januar 2020 eindrucksvoll zeigt. © Till Goerke © Till Goerke

Es gilt also, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Und das scheint auch gut zu funktionieren. Vor allem mit Blick darauf, dass es nicht an Nachwuchs zu mangeln scheint, der die Tradition aufrechterhalten möchte. Wer beim Event im Januar 2020 im Eppingschen Hof dabei war, wird es gesehen haben: Von ganz Jung bis ins betagte Alter – alle Heeker haben gemeinsam gefeiert.

Selbst Kindergartenkinder kamen mit selbstgemachten Schnesen und daran befestigter Mettwurst ins Bürgerhaus. „Es ist einfach schön zu sehen, dass sich der Nachwuchs für unsere Tradition interessiert. Das macht Hoffnung für die Zukunft“, frohlockt Karl Flüeck.

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