Joke Stöhler (29) setzt beim SV Heek auf Online-Rehatraining

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Gruppensport während der Corona-Krise? Wochenlang undenkbar. Und auch nach den jüngsten Lockerungen des Bundes noch nicht allgegenwärtig. Darum geht man beim SV Heek einen kreativen Weg.

Heek

, 15.05.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Corona-Krise bringt nach wie vor zahlreiche Einschränkungen im alltäglichen Leben mit sich. Das betrifft auch den Freizeit- und Breitensport. Zwar dürfen nach den jüngsten Zugeständnissen des Bundes Sportarten wieder unter freiem Himmel stattfinden, doch die Auflagen sind strikt und das Wetter muss mitspielen. Darum hatte Joke Stöhler (29) schon vor Wochen eine kreative Idee.

Die gelernte Physiotherapeutin und zertifizierte Rehasporttrainerin bietet beim SV Heek (SVH) ein Online-Rehatraining an. Schon vor der Corona-Krise war die 29-Jährige beim SVH nebenberuflich aktiv. „Da haben wir das aber noch alles schön in der Halle gemacht.“ Doch das ist aus bekannten Gründen schon länger verboten. „Die Not macht dann erfinderisch.“

Die Idee des Online-Trainings entsprang einer Schnapsidee

Dabei sei die Sache, so erzählt es die Asbeckerin, eigentlich aus einer Schnapsidee heraus entstanden. Den Anfang machte dabei ihre Mädels-Reha-Gruppe. „Ich habe eigentlich nur aus Spaß in der Whatsapp-Gruppe gefragt, ob alle artig Sport machen“, erzählt Joke Stöhler. Die Resonanz? Unerwartet gut. „Ich wurde direkt gefragt, ob ich etwas in Zeiten der Corona-Krise anbieten würde.“

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Und schon war die Idee mit dem Online-Rehatraining geboren. Der Startschuss fiel am 4. April. Gut eine Woche Vorbereitungszeit hatte Joke Stöhler. „Ich musste ja zusehen, dass das mit der Technik alles funktioniert.“ Das Internet in Asbeck sei nun mal nicht das beste. „Aber es läuft alles.“

Putzlappen und Flaschen dienen als Sportgeräte

Zwei Laptops, ein Handy und jede Menge Sportutensilien – so sieht es aus, wenn Joke Stöhler in ihrem Arbeitszimmer den Rehakurs zum Skype-Training bittet. „Wobei der zweite Laptop eigentlich nur als Sicherheit dient, falls der andere mal nicht so will.“ Pannen waren ohnehin rar gesät. „Einmal ist die Verbindung abgebrochen, ansonsten läuft es gut.“

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Pluspunkt: „Der Verband hat grünes Licht dafür gegeben, dass der Kurs online abgerechnet werden darf.“ Nicht selbstverständlich. Die Sache entwickelt sich. Das gilt auch für Reha-Stunde als solches. Denn zunächst kamen ganz alltägliche Dinge als „Sportgeräte“ zum Einsatz. „Putzlappen, Flaschen und so etwas. Damit mussten wir uns zunächst behelfen“, erzählt die 29-Jährige.

Joke Stöhler verteilt richtige Sportgeräte

Dann hatte Anne Uphues vom SV Heek ihr „Okay“ gegeben, dass Joke Stöhler Sportutensilien wie Hanteln und andere Dinge aus dem Vereinsheim holen dufte. Ein großer Vertrauensvorschuss an alle Kursteilnehmer. „Ich habe die Sachen abgeholt und kontaktlos verteilt“, berichtet die Kursleiterin.

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Und wie läuft der Kurs inhaltlich? „Gut, das kann ich nicht anders sagen.“ Dabei sieht Joke Stöhler die Teilnehmerinnen nur über den Splitscreen auf dem Laptop. Und die Teilnehmerinnen natürlich ihre Lehrerin. Nach dem gemeinsamen Aufwärmen geht es an die Übungen. „Ich mache diese vor und alle machen sie nach. Die Ausführungen kann ich dann über den Monitor beobachten.“

Das Online-Training hat Vor- und Nachteile

Dabei sei natürlich klar, dass die Betreuung, also in Bezug auf das Ausführen der Übungen, nicht so gut sein könne, wie in der Halle. „Da bin ich ja dicht dran und kann korrigierend eingreifen, wenn das nötig ist.“ In Zeiten der Corona-Krise natürlich kategorisch ausgeschlossen. „Aber ich melde mich schon zu Wort, wenn etwas nicht passt“, sagt die 29-jährige lachend.

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Einen dicken Pluspunkt hat das Online-Training gegenüber dem in der Halle allerdings. „Ein Einstieg ist jederzeit möglich. Man kann sich nach der Einladung auch später einwählen“, sagt Joke Stöhler. Klar, man kann auch beim Training in der Halle später dazu stoßen, doch das sei natürlich mit einer Störung verbunden. „Wenn online jemand dazustößt, lenkt das niemanden ab.“

Anmeldungen zu den Kursen sind noch möglich

Übrigens sind jederzeit neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer willkommen. Auch ohne ärztliche Verordnung. Interessierte melden sich bei Anne Uphues (02568) 674 oder Nicole Uphues (0151) 46 60 69 95. „Aktuell sind in der Mädels-Gruppe elf Teilnehmerinnen. Vier wären also noch möglich“, sagt Joke Stöhler. Zudem gibt es noch zwei weitere Rehagruppen. Alter und Geschlecht spielen keine Rolle. Es ist bunt gemischt.

Ob nach der Lockerung der Corona-Schutzverordnung das Ganze in Zukunft nach draußen verlagert wird, ist noch nicht entscheiden. „Da muss ja auch das Wetter mitspielen“, merkt die 29-Jährige an. „Eines ist jedenfalls klar: Das Online-Training ist in jedem Fall eine gut funktionierende Alternative.“

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