Tierarzt Björn Becker in seiner Tierarztpraxis in Heek-Nienborg - noch vor der Corona-Pandemie und deswegen ohne Mundschutz. Immer wieder können wichtige Medikamente zur Zeit nicht wie gewohnt geliefert werden. © (A) Mareike Meiring
Heeker Tierarzt

Impfstoff-Knappheit: Auch beim Tierarzt gehen Vorräte zur Neige

Zuerst Toilettenpapier, jetzt Corona-Impfstoff: Güter, die wegen der Pandemie nur in Maßen verfügbar sind. Doch nicht nur wir Menschen sind betroffen. Auch beim Tierarzt fehlen wichtige Güter.

Impfstoffknappheit. Das ist in Hinblick auf die Corona-Impfungen mittlerweile fast eine alltägliche Meldung geworden. Doch Impfstoff ist nicht nur für die Menschen knapp, sondern auch für Tiere. Die brauchen zwar keine Corona-Spritze, doch bei anderen medizinischen Vorräten beim Tierarzt wird es langsam eng.

„Es sind nicht nur Impfstoffe, sondern auch Medikamente oder Verbrauchsmaterial, wie Spritzen oder Kanülen, die knapp werden“, sagt Björn Becker, Tierarzt in Heek-Nienborg. „Wir wollen was bestellen und es ist nicht lieferbar.“ Das liegt häufig daran, dass Rohstoffe aus dem Ausland wegen der anhaltenden Corona-Pandemie nicht wie gewohnt geliefert werden können.

Medikamenten-Knappheit gab es vorher nicht in diesem Ausmaß

In der Vergangenheit kam es ab und zu sporadisch vor, dass ein Medikament oder Impfstoff nicht verfügbar war. „Aber nicht in dem Ausmaß“, gibt Björn Becker zu bedenken. Eine große Baustelle sei gerade der Herpesimpfstoff für Pferde. Da sei niemand so richtig drauf vorbereitet gewesen, dass der plötzlich fehlen könnte. Besonders kritisch könnte es werden, sollten künftig auch Lieferausfälle bei Narkosemedikamenten hinzukommen. „Das haben wir noch nicht, ist aber die große Gefahr“, sagt der Tierarzt. „Dann kriegen wir wirklich Probleme.

Die Knappheit hat vor allem eine Auswirkung: „Es zehrt an den Nerven“, gibt Tierarzt Becker zu. Denn der Prozess des Einkaufes wird deutlich verlängert. Hat die Tierarztpraxis vorher den gesamten Einkauf bei einem Großhändler in Bestellung gegeben, ist das jetzt häufig nicht möglich.

„Jetzt muss man verschiedene Großhändler und Zwischenhändler anfragen“, sagt er. „Und ich mache mir insofern Sorgen, dass ich nicht weiß, wie die Lage morgen oder übermorgen ist.“ Denn die Aussichten seien wenig rosig. Genau wisse das jedoch keiner. „Die Unsicherheit ist schon anstrengend.“

Bei chronischen Erkrankungen frühzeitig beim Tierarzt melden

Wichtig für Haustierbesitzer ist, auch in Zeiten wie diesen ruhig zu bleiben und auf den Rat des Tierarztes zu vertrauen. Außerdem gibt Björn Becker den Tipp: „Wenn Sie ein Tier mit chronischen Erkrankungen haben und das Medikament zur Neige geht, dann sollten Sie sich frühzeitig beim Tierarzt melden.“ Dann besteht die Möglichkeit, frühzeitig auf ein verfügbares Alternativ-Medikament umzusteigen, falls das derzeitige nicht lieferbar sein sollte.

Zum Schluss fügt der Heeker Tierarzt hinzu: „Und Verständnis zeigen. Wir tun unser bestes für das Tierwohl.“

Über die Autorin
Volontärin
In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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