Hiobsbotschaft aus Ludgerus-Haus: 17 Bewohner und 18 Mitarbeiter infiziert

dzSeniorenheim St. Ludgerus Heek

Das Infektionsgeschehen im Seniorenheim St. Ludgerus nimmt immer größere Ausmaße an. Das belegen die Zahlen des zweiten Massentests. Auch könnten Besucher die Hygienevorschriften missachtet haben.

Heek

, 20.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jetzt herrscht traurige Gewissheit: 17 Bewohner und 18 Mitarbeiter aus dem Seniorenheim St. Ludgerus Heek sind mittlerweile mit dem Coronavirus infiziert. Das sind die Ergebnisse des zweiten Massentests vom Mittwoch (18. November) wie Kreis und der Caritasverband Ahaus-Vreden als Träger der Einrichtung jetzt bekanntgaben. Bei einigen Senioren gibt es schwere Krankheitsverläufe.

Jetzt sind trotz aller Sicherheitsvorkehrungen 17 Bewohner und 18 Mitarbeiter infiziert. Auch Personen außerhalb der Einrichtung sind vom Infektionsgeschehen im Seniorenheim betroffen. Das bestätigt der Kreis auf Nachfrage. Laut Caritas waren Angehörige im betroffenen Wohnbereich zu Besuch und infizierten sich mit dem Coronavirus.

Es gibt auch schwere Krankheitsverläufe

„Die betroffenen Bewohner befinden sich alle im Ludgerus-Haus“, sagt Caritas-Pressesprecher Christian Bödding auf Redaktionsanfrage. Ausnahme sei ein infizierter Bewohner, der mittlerweile stationär im Krankenhaus behandelt werde. Zudem sollen mehrere der infizierten Bewohner Symptome zeigen. Bei einzelnen Bewohnern gebe es schwere Krankheitsverläufe, wie der Caritas-Pressesprecher mitteilt. „Nähere Details können wir dazu aber nicht nennen.“

In dem betroffenen Wohnbereich wird unter Quarantänebedingungen gearbeitet. Die Mitarbeiter tragen Schutzanzüge und FFP2-Masken. „Sie sehen aus wie ein Astronaut“, sagten Bewohner schon zu Pflegekräften. Keine Frage, die Lage ist schwierig und ernst. Daraus macht auch die Caritas keinen Hehl. „Aber alle sind bemüht, den Bewohnern so viel Normalität wie möglich zu erhalten, trotz der Umsetzung zusätzlicher Maßnahmen“, erklärt Matthias Wittland, Vorstand für das Ressort Pflege beim Caritasverband.

Schutzkleidung ist Teil des Caritas-Konzeptes

Die Schutzkleidung ist Teil eines Konzeptes, das der Caritasverband in seinen Einrichtungen umsetzt. „Das Konzept für solche Fälle greift“, berichtet Matthias Wittland. Für den Wohnbereich mit den infizierten Heimbewohnern gilt ein Besuchsverbot, für die anderen Wohnbereiche nicht. Doch auch in den nicht betroffenen Bereichen gelten erweiterte Schutzmaßnahmen.

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„Wir weisen am Eingang ausdrücklich auf das Hygienekonzept hin und gehen davon aus, dass sich alle Besucher an die Vorgaben halten“, so Christian Bödding. Dazu gehören natürlich neben den Dingen wie Temperaturmessung und Besucherliste auch das Tragen einer Maske und der Mindestabstand. Davon ab sagt der Caritas-Pressesprecher: „Wir bitten alle Angehörigen zudem, derzeit auf Besuche zu verzichten oder diese zu reduzieren.“ Das sei keine böse Willkür, sondern diene dem Schutz aller.

Haben Besucher Hygienevorgaben missachtet?

Denn - und das darf nicht außer Acht gelassen werden - haben sich in der jüngeren Vergangenheit offenkundig nicht alle Besucher an die Vorgaben der Caritas gehalten. Zumindest sprich die Vielzahl der Neuinfektionen in den vergangenen Tagen in Heek dafür. Immerhin stehen davon einige im direkten Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen im Ludgerus-Haus.

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„Dass sich Besucher direkt bei ihren Angehörigen angesteckt haben, ist eine von vielen denkbaren Möglichkeiten“, so Christian Bödding. Bewiesen sei das nicht, aber eben auch nicht ausgeschlossen. Davon ab ist der Blick auf die Infektionszahlen in Heek eindeutig. Aktuell (Stand 20. November) sind 63 Personen infiziert. Das sind gut 50 Personen mehr als noch vor knapp zwei Wochen und dem Ausbruch im Ludgerus-Haus. Zudem befinden sich aktuell laut Heeker Ordnungsamt 120 Personen in Quarantäne.

Übrigens ist die dritte Reihentestung von Bewohnern und Mitarbeitern des Ludgerus-Hauses für Mitte nächster Woche vorgesehen. Ab Anfang kommender Woche wird der Caritasverband zudem erneut mit eigenen Antigen-Schnelltests Abstriche bei allen Bewohnern und Mitarbeitern nehmen. In einer ersten Testung am vergangenen Wochenende gab es bei allen getesteten Bewohnern in den beiden nicht betroffenen Wohnbereichen negative Ergebnisse.

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