Kostspieliger Deal könnte den Festplatz in der Niestadt größer machen

dzBaumaßnahme

Der Nienborger Festplatz soll im Sommer umgestaltet sein. Doch es ergeben sich neue Perspektiven: Die Gemeinde hat viele hunderttausend Euros in ein Gebäude am Festplatz investiert.

Heek

, 05.05.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Festplatz in der Niestadt, der seit gut einem Jahr aufwendig umgestaltetet wird, soll einmal ein echtes Schmuckstück werden. Und obwohl aufgrund der Corona-Pandemie derzeit nicht absehbar ist, ob überhaupt noch irgendein Verein den Platz in diesem Jahr nutzen kann, die Arbeiten liegen im Zeitplan. On top hält die Gemeinde zudem vor Ort noch ein echtes Faustpfand in der Hand.

Die Idee, den Festplatz umzugestalten, ist bereits einige Jahre alt und ist im Zuge der „Dorfinnenentwicklung“, einem Planungsinstrument der Landesentwicklung, konkretisiert worden. Vertreter des Bürgerschützenvereins, des Musikvereins und des Sportvereins hatten sich zuvor in einer Arbeitsgruppe zusammengefunden und den Stein ins Rollen gebracht.

Das Wohnhaus Mümken wurde bereits abgerissen

Besonders Dorfkerne kleinerer Kommunen sollen mit dem Planungsinstrument lebenswerter gestaltet werden. Die dazugehörigen Pläne entwickelte im Falle der Dinkelgemeinde das Landschaftsarchitekturbüro Hoff. Bereits im November 2019 wurde darum das marode Wohnhaus Mümken abgerissen. Die frei gewordene Fläche konnte so in das Umgestaltungskonzept integriert werden.

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Und diese Fläche muss noch lange nicht das Ende der Fahnenstange gewesen sein. Denn jetzt sickerte durch, dass die Verwaltung mit Hilfe ihres Vorkaufsrechts bereits Ende 2019 die dazugehörige Gaststätte Mümken für eine mittlere sechsstellige Summe gekauft hatte. Das Thema wurde nur im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzungen behandelt.. „Ja, das Ganze kann ich bestätigen“, so Bauamtsleiter Herbert Gausling auf Nachfrage. Die genaue Höhe der Kaufsumme wollen die Verantwortlichen auf Nachfrage nicht nennen.

Die „Satans Slaves“ trafen sich in der Gaststätte

Jene Gaststätte, in der sich auch die „Satans Slaves“ bis 2019 getroffen haben sollen. Wurde die Gaststätte deshalb gekauft, um diese ungebetenen Gäste in Nienborg los zu werden? „Nein. Das hat damit nichts zu tun“, so Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Zumindest in den politischen Gesprächen habe das offiziell keine Rolle gespielt.

Derzeit werden die Wege auf dem Festplatz in der Niestadt angelegt.

Derzeit werden die Wege auf dem Festplatz in der Niestadt angelegt. © Markus Gehring

„Wir wollen dort einen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität schaffen und jetzt haben dazu das komplette Rüstzeug in der Hand“, sagt der Bürgermeister. Immerhin könnte der Festplatz perspektivisch so noch ein ganzes Stückchen größer werden. Vorausgesetzt, auch die Gaststätte wird abgerissen. „Darüber haben wir noch nicht gesprochen“, so Franz-Josef Weilinghoff.

Auf dem Gebäude ist kein Denkmalschutz

Fakt ist: Auf dem Gebäude ist kein Denkmalschutz. „Meine persönliche Meinung ist, das Gelände eher frei zu machen.“ Doch bis es dazu tatsächlich kommen könnte, werden noch einige Monate ins Land ziehen. Alleine deshalb, weil das Grundstück erst im dritten Quartal dieses Jahrs in den Gemeindebesitz übergeht.

Auf diesem Bild steht sogar noch das Wohnhaus Mümken (links vom Festplatz zwischen den Bäumen). Links davon liegt die Gaststätte Mümken, welche die Gemeinde gekauft hat. So könnte der Festplatz noch viel größer werden.

Auf diesem Bild steht sogar noch das Wohnhaus Mümken (links vom Festplatz zwischen den Bäumen). Links davon liegt die Gaststätte Mümken, welche die Gemeinde gekauft hat. So könnte der Festplatz noch viel größer werden. © Geodatenatlas Kreis Borken

Davon ab wird aktuell das neue Wege-Konzept auf dem Festplatz in die Realität umgesetzt. Im Zentrum des Ganzen soll eine Boulebahn mit Sitzgelegenheiten stehen. Neuanpflanzungen, eine Blühwiese sowie ein Jubiläumsbogen gehören ebenfalls zum Maßnahmenpaket.

Die Umgestaltung kostet rund 190.000 Euro

Nach derzeitigem Stand kostet die Umgestaltung gut 190.000 Euro – ohne die perspektivische Gestaltung der Fläche der Gaststätte Mümken. Die Gemeinde trägt 35 Prozent der Kosten. Die übrigen gut 124.000 Euro sind Fördermittel vom Land NRW. Die Bezirksregierung Münster hat die Summe bewilligt.

Derzeit werden die Wege auf dem Festplatz in der Niestadt angelegt.

Derzeit werden die Wege auf dem Festplatz in der Niestadt angelegt. © Markus Gehring

Läuft weiterhin alles nach Plan, ist die Umgestaltung Mitte des Jahrs abgeschlossen. Zielmarke vor der Corona-Krise war das große Jubiläumsschützenfest der Bürgerschützen im August. „Wir werden sehen, ob das klappt. Auf jeden Fall wird das alles einmal richtig gut aussehen. Davon bin ich überzeugt“, so der Bürgermeister.

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