Die Heeker Feuerwehr war am Sonntagmorgen (7.2) wegen des Schneechaos mit einem Spezialeinsatz beschäftigt. © Birgit Linnemann
Wintereinbruch

Heeker Feuerwehr war im Schneegestöber als Caritas-Taxi im Einsatz

Jede Menge Schnee: Der Wintereinbruch hat den Kreis fest im Griff. Genau deshalb rückte die Heeker Feuerwehr am frühen Sonntagmorgen zu einem Spezialeinsatz für die Caritas aus.

Nichts geht mehr. Weder vor noch zurück. Die Schneemassen kennen kein Pardon. Der Pkw von Birgit Linnemann steckt fest. Es ist früher Sonntagmorgen. Die Situation ist verzwickt. Denn die examinierte Altenpflegerin mit palliativem Schwerpunkt ist für die Mobile Pflege der Caritas in Heek im Einsatz. Die Patienten warten.

„Einfach die Tour ausfallen zu lassen, das geht wegen des palliativen Schwerpunktes nicht. Die Patienten brauchen uns. Das war schon Stress. Aber es war klar: Irgendwie muss ich weiterkommen“, schildert Birgit Linnemann die Situation im Gespräch mit der Redaktion.

Glück im Unglück

Und dann Glück im Unglück: Ein Bekannter, den die Altenpflegerin zufällig vor Ort trifft, hat eine Idee. Er ruft den Löschzug Nienborg an. Wenig später rücken fünf Wehrkameraden mit einem Einsatzfahrzeug und Blaulicht aus, um Birgit Linnemann aus der misslichen Lage zu befreien.

Ein Schritt zurück. Um 5.45 Uhr startet Birgit Linnemann ihre Tour. Das heißt, sie versucht es. Nur unter tatkräftiger Hilfe ihres Sohnes Louis schafft sie es überhaupt, das Auto in Bewegung zu setzen. „Louis hat alles freigeschaufelt und ist samt Schaufel mitgefahren. Ohne ihn wäre ich gar nicht weggekommen.“

Mehrmals bleibt der Wagen stecken

Mehrmals bleiben die beiden auf dem Weg zum ersten Patienten in den Schneemassen stecken. Jedes Mal schaffen sie es, den Wagen wieder freizubekommen. Doch auf dem Weg zum zweiten Patienten ist dann Schluss. In der Neustraße geht nichts mehr. Der Wagen steckt endgültig fest.

Doch die Rettung naht mit Blaulicht. Der Löschzug Nienborg ist unter dem Einsatzstichwort „Technische Hilfeleistung klein“ ausgerückt. „Ich bin von einem Bekannten angerufen worden“, so Löschzugführer Reinhard Gesenhues. Die Option, privat zu helfen, habe er schnell verworfen. „Ich habe mich dann für einen kleinen Einsatz entschieden.“

Feuerwehr-Taxi im Einsatz

Dabei sei bewusst das Einsatzfahrzeug gewählt worden, das im Falle eines weiteren Einsatzes am ehesten zu entbehren gewesen wäre. Alles wohldurchdacht. Ebenso wie die Rettungsaktion als solche. Zunächst wurde Birgit Linnemanns Pkw zur Seite geschoben, damit es nicht den Räum- und Streufahrzeugen vom Bauhof im Weg steht. Und dann ging es los.

„Das war einfach unglaublich, einfach klasse“, blickt Birgit Linnemann am Tag danach zurück. Die Wehrkameraden hatten einfach kurzerhand entschlossen, die Altenpflegerin zu all ihren Patienten zu fahren. Geboren war das Feuerwehr-Taxi. „Es war ja absehbar, dass sie sich bei dem Wetter nochmal festfahren würde“, so Reinhard Gesenhues.

Feuerwehr hilft da, wo sie gebraucht wird

Und so kämpfte sich das Einsatzfahrzeug des Löschzugs mit Birgit Linnemann durch die Schneemassen. „Alle dringlichen Patienten konnten wir so anfahren. Es war einfach Wahnsinn“, ist die Altenpflegerin hörbar beeindruckt von der Hilfe. Nach dem Ende ihrer Tour gegen 11 Uhr brachten die Wehrkameraden sie sogar noch sicher nach Hause.

„Für uns war das eine Selbstverständlichkeit“, stellt der Nienborger Löschzugführer klar. „Wir helfen da, wo wir gebraucht werden.“ Und darum hat der Nienborger Löschzug Birgit Linnemann und allen vom Caritas Team zugesichert, weiterhin diesen speziellen Fahrdienst anzubieten, so es die Wetterlage in der Dinkelgemeinde noch mal erforderlich mache.

„Ich darf direkt im Feuerwehrgerätehaus anrufen“, freut sich Birgit Linnemann. „Es ist so ein gutes Gefühl, wenn man sieht, wie die Menschen hier zusammenhalten.“ Das zeigte sich im Nachgang auch noch beim Abtransport ihres Pkws. Ein weiterer Bekannter schleppte das Auto mit seinem Trecker ab.

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