Hundezone Heek: Alles, was Sie zu Kampfhunden, Hundesteuer und Kontrollen wissen müssen

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Der Hund ist das älteste Haustier des Menschen. Im Gegensatz zu Katzen wird für Hunde eine Steuer fällig. Doch wie hoch ist diese in Heek? Und gibt es gemeldete Kampfhunde? Ein Überblick.

Heek

, 09.08.2019, 17:05 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Begriff alleine suggeriert schon Aggressivität – Kampfhund. Dabei ist die Bezeichnung eigentlich nicht mehr zeitgemäß. „Gefährliche Hunde“ trifft es besser. Und das sind jene Hunderassen, von denen angenommen wird, dass sie überdurchschnittlich häufig andere Hunde oder Menschen attackieren.

Auch Hunde, die nicht zu diesen Rassen gehören, aber auffällig wurden, können von den zuständigen Ämtern als „gefährlich“ eingestuft werden. Und für diese Tiere ist der Steuersatz um ein vielfaches höher als für einen „normalen“ Hund.

Phänotyp-Bestimmung einer Hunderasse ist derzeit kompliziert

Die Frage: Wie viele gefährliche Hunde sind in der Gemeinde Heek gemeldet?

Hunde-Steuersatz in Heek pro Jahr:
  • Ein Hund alleine: 36 Euro
  • Zwei Hunde: Je Tier 60 Euro
  • Mehr als zwei Hunde: Je Tier 72 Euro
  • „Gefährlicher“ Hund: 288 Euro
  • Mehrere „gefährliche“ Hunde: Je Tier 600 Euro
Im Außenbereich (400 Meter vom bebauten Ortsteil entfernt) gilt für „normale“ Hunde immer der Satz von 36 Euro je Tier.

Die Antwort: Null. Nicht einer. Das sagt Margret Terhaar von der Gemeindeverwaltung. Das ist die offizielle Zahl, versteht sich. Dennoch könnte die Gemeinde in Bezug auf eine bestimmte Kampfhundrasse Probleme bekommen.

Denn derzeit ist die die Phänotyp-Bestimmung von Hunden mit der Bezeichnung „Old English Bulldog“ problematisch. Hintergrund: Diese Hunde sollen fortan nicht generell, sondern nur durch eine Einzellfallentscheidung als „gefährlich“ eingestuft werden.

Niemand hat die fachliche Kompetenz für eine Einzelfallentscheidung

Doch wer fällt diese Einzelfallentscheidungen? Die Gemeinde Heek verweist an den Kreis Borken. Doch dem Kreis fehlen dafür momentan die Fachleute. „Die Einstufung eines „Old English Bulldog“ durch Veterinärmediziner des Fachbereichs Tiere und Lebensmittel ist daher aktuell abschließend nicht möglich“, sagt Kreispressesprecher Karlheinz Gördes auf Nachfrage.

Hundezone Heek: Alles, was Sie zu Kampfhunden, Hundesteuer und Kontrollen wissen müssen

Bei dieser Hunderasse (Old English Bulldog) fehlen derzeit im Kreis Borken die Fachkompetenzen, um eine Einzelfallentscheidung durchführen zu können. © dpa

Die Frage, wie in solchen Fällen vorzugehen ist, werde derzeit mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW geklärt. Ende offen.

Die Steuern für Hunde können sehr hoch sein

Doch auch ohne Kampfhunde, die Zahl des ältesten Haustieres des Menschen ist hoch in Heek. Das belegen die Zahlen.

Nach aktuellem Stand (August 2019) sind 1147 Hunde in der Gemeinde gemeldet. Nicht differenziert nach Größe. Das heißt: Etwa jeder achter Einwohner hat einen Hund. Gut für die Gemeinde, denn jeder Hund bringt Steuereinnahmen.

Je nach Anzahl der Hunde pro Halter, genauem Wohnort und Einstufung des Tieres variieren die Steuersätze. Die Sätze selbst legt die Gemeinde fest. Die Spannweite in Heek schwankt zwischen 36 und 600 Euro aufwärts pro Jahr.

Hundezone Heek: Alles, was Sie zu Kampfhunden, Hundesteuer und Kontrollen wissen müssen

Jeder Hund bringt der Gemeinde Steuereinnahmen. Den Steuersatz legt jede Kommune selbt fest. In Heek kostet ein „normaler“ Hund derzeit in Einzelhaltung 36 Euro pro Jahr. © dpa

Die Höchstsätze werden dabei für „gefährliche“ Hunde fällig. 288 Euro müsste ein Hundehalter in der Gemeinde für einen als gefährlich eingestuften Hund hinblättern. Für den Fall, dass gleich mehrere solcher Tiere gehalten werden, sind pro Tier 600 Euro fällig.

Keine steuerliche Vergünstigungen für „gefährliche Hunde“

Wie die Gemeinde mit den Steuergeldern verfährt, ist ihre Sache. „Steuern sind eine Leistung ohne Gegenleistung“, erklärt Uwe Wigger von der Gemeinde. Heißt: Das Geld muss nicht zwangsläufig für Dinge rund um den Hund wieder ausgegeben werden. „Sonst wäre es eine Hundegebühr.“

Steuerliche Ausnahmen in Form von Vergünstigungen sind bei „gefährlichen Hunden“ in der Gemeinde Heek übrigens nicht möglich. „Wer solch einen Hund hat, muss eben auch dafür zahlen“, stellt Wigger klar.

Hundezone Heek: Alles, was Sie zu Kampfhunden, Hundesteuer und Kontrollen wissen müssen

Ein Staffordshire-Bullterrier ist als „gefährlicher Hund“ eingestuft. © dpa

Für 2019 rechnet Wigger mit 43.000 Euro Steuereinnahmen durch die gemeldeten Hunde. „Das ist zumindest die Soll-Steuer.“

Kontrollen sind notwendig

Und da Bürger eine Meldepflicht für Hunde haben, erfährt die Gemeindeverwaltung auch, wie viele Hunde welcher Rasse auf der Gemeindefläche leben. Meistens zumindest. Kontrollen helfen im Zweifel nach.

„Gefährlich“ eingestufte Hunde in Heek:
  • Pitbull Terrier
  • American Staffordshire Terrier
  • Bullterrier
  • Alano
  • American Bulldog
  • Bullmastiff
  • Mastiff
  • Mastino Espanol
  • Mastino Napoletano
  • Fila Brasileiro
  • Dogo Agentino
  • Rottweiler
  • Tosa Inu

So wie 2015, als eine von der Gemeinde beauftragte Firma alle Heeker Bürger „besuchte“, um den Hundebestand abzufragen. Schätzungen zufolge sollen seinerzeit bis zu 20 Prozent der Hunde nicht ordnungsgemäß angemeldet gewesen sein. Folgen: Steuernachzahlung und Bußgeldbescheide.

Kommunen arbeiten eng zusammen

„Wir können das natürlich nicht jede Woche machen. Aber wir haben die Sache im Blick“, sagt Margret Terhaar. Zudem würden die Städte und Gemeinden hier vor Ort kooperieren.

Ziehen Personen mit einem Hund von der einen in die andere Kommune, melden sich die betreffende Stellen das gegenseitig. „So sind wir immer im Bilde“, so Terhaar.

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist für jedes Tier empfehlenswert

Für „gefährliche Hunde“ gelten übrigens neben der deutlich höhren Besteuerung auch noch etliche weitere strenge Vorgaben. Und diese gelten nicht nur für die Gemeinde Heek, sondern laut Hundegesetz in ganz NRW.

„Es ist für jeden Hundehalter empfehlenswert, eine solche Versicherung abzuschließen.“
Margret Terhaar

Maulkorb und Leinenpflicht in sensiblen Bereichen zählen dazu. Die Maulkorbpflicht beginnt, sobald der Hund älter als sechs Monate ist. Zudem muss der Halter volljährig sein und die fälschungssichere Kennzeichnung des Hundes nachweisen. Und das sind nur einige der Vorgaben.

Auch muss der Halter eines „gefährlichen“ und großen Hundes eine extra Hundehaftpflichtversicherung gegen Personen- und Sachschäden abschließen.

„Aber es ist letztlich für jeden Hundehalter empfehlenswert, eine solche Versicherung abzuschließen“, rät Margret Terhaar. Schließlich könne auch ein kleiner Hund vor ein Fahrrad oder Auto laufen und schon wäre das Dilemma perfekt. Denn in solch einem Fall greift nicht die Haftpflichtversicherung des Hundehalters.

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