Heeker (20) bestellt Drogen per WhatsApp: „Kannst mir was für ne Nase und Bonbons geben?“

dzGerichtsprozess

Einfach mal Drogen mittels WhatsApp-Nachricht bestellen? Klingt ungewöhnlich, hat ein 20-jähriger Heeker jedoch genau so gemacht. Dafür musste er sich nun vor dem Amtsgericht verantworten.

Heek

, 15.08.2019, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nein, der wegen Drogenerwerbs und Besitz angeklagte 20-jährige Heeker wollte sich am Montagmittag vor dem Amtsgericht Ahaus zunächst partout nicht mehr an seine Drogenbestellungen mittels WhatsApp-Nachrichten erinnern. Letztlich überführten ihn dann aber doch die Chatverläufe und seine Eingeständnisse.

Die Strafe? Mild. Das Verfahren wurde unter Auflage einer Zahlung von 250 Euro in zwei Raten an den DRK-Ortsverband Stadtlohn binnen zwei Monaten eingestellt. „Sehen Sie es als Warnschuss“, so die ermahnenden Worten des Richters.

Angeklagter will sich angeblich an nichts erinnern können

Doch der Reihe nach. Die dem 20-Jährigen zur Last gelegten Taten sollen sich im Zeitraum von Ende August bis Anfang Oktober 2017 ereignet haben. Darunter der Erwerb und Besitz von Amphetamin (Speed), Marihuana, Haschisch und Ecstasy - jeweils in geringfügigen Mengen.

Das „Zeug“ soll der Heeker von einem Bekannten mittels WhatsApp-Nachrichten bestellt haben. „Tut mir leid. Daran erinnere ich mich nicht. Das ist zu lange her“, sagte der Angeklagte zunächst aus.

Angeklagter hat die Rechnung ohne den Telefonanbieter gemacht

Doch er hatte die Rechnung ohne die Polizei und den Telefonanbieter gemacht. Durch Ermittlung in anderen Zusammenhängen, kamen die Beamten dem 20-Jährigen durch Auswertung der Telfondaten auf die Schliche.

Und obwohl der Angeklagte die Handynummer mehrfach gewechselt hatte, konnte die Polizei ihm die Nachrichten eindeutig zuweisen. Genauer gesagt zunächst dem Vater des Angeklagten, der für seinen Sohn die Sim-Karte besorgt hatte, aber nicht für die Vergehen seines Filius den Kopf hinhalten wollte.

„Tut mir leid. Daran erinnere ich mich nicht. Das ist zu lange her.“
Angeklagter zu den Vorwürfen

Dem Gericht lagen die Chatprotokolle, die mehrere Seiten füllten, vor. Der Richter konfrontierte den Angeklagten mit etlichen Nachrichten, die dieser an seine Bekannten zum Zweck der Drogenbestellung geschickt hatte. Unter anderem: „Kannst mir was für ne Nase und Bonbons geben?“, „heute kochen und kiffen?“ oder „packste noch Dope oben drauf?“

Angeklagter gesteht den Drogenbesitz doch ein

Dass es sich bei Nase um Speed und bei Bonbons um Ecstasy handelte, stritt der Angeklagte nicht mal ab. „Um was soll es dabei sonst gehen?“, fragte er den Richter. Dieser antworte: „Dann ist die Sache doch klar, oder?“ Und jetzt sah auch der Angeklagte ein, dass er überführt war.

Allerdings stritt er weiterhin ab, die Drogen bei seinem Bekannten, der als Zeuge geladen war und sich zugleich in einem anderen Verfahren wegen des Drogenverkaufes verantworten muss, besorgt zu haben. Den Drogenbesitz und -konsum gestand der 20-Jährige jedoch ein.

Die Strafe für den Verurteilten fällt milde aus

Der vermeintliche Drogendealer bestätigte dies im Zeugenstand. „Ja, der nimmt manchmal Drogen. Jetzt grad hat er aber nichts intus. Von mir hat er das Zeug aber nicht bekommen. Er fährt dafür immer rüber.“ (in die Niederlande - Anm. d. Red.).Der Richter entgegnete: „Ob dem tatsächlich so ist, wird ihr Verfahren noch zeigen.“

Letztlich fiel die Strafe für den 20-jährigen Angeklagten mit der Zahlung von 250 Euro milde aus. „Weil Sie keine Einträge haben“, begründete der Richter. Und er schob nach: „Sehen Sie es als Warnschuss. Ich hoffe, wir sehen uns hier nie wieder.“

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