Im und am Gebäude in der Bült wird sich etwas tun. © Till Goerke
Wohnen

Haus in der Bült: Erst Kita-Provisorium dann Flüchtlingsunterkunft?

Heek braucht eine weitere Flüchtlingsunterkunft, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Darum soll sich etwas tun in der Bült. Für das Haus in Nähe zur B70 gibt es aber mehrere Pläne.

Die Möglichkeiten, Flüchtlinge unterbringen zu können, sind vergangenes Jahr in Heek deutlich geschrumpft. Durch Wind und Feuer wurden zwei Asylbewerberunterkünfte zerstört. Um in Zukunft wieder besser aufgestellt zu sein, soll jetzt eine „neue“ Unterkunft entstehen. Doch diese könnte in Konkurrenz zu einem Kita-Provisorium stehen.

Am 9. Februar 2020 riss Sturmtief „Sabine“ Teile des Giebels eines Wohnhauses in der Ludgeristraße ab. Untergebracht war dort eine siebenköpfige Flüchtlingsfamilie aus Syrien. Das Haus musste wegen der massiven Schäden abgerissen werden. Getan hat sich seitdem nichts auf dem Grundstück.

Kreisliche Genehmigung liegt vor

Nur wenige Wochen später, am 27. März, brannte es in einer Flüchtlingsunterkunft in der Nienborger Niestadt. Die sechs Bewohner, vier Erwachsene und zwei Kinder, konnten sich seinerzeit weitestgehend unverletzt aus dem Gebäude retten. Seitdem ist die Unterkunft nicht mehr nutzbar.

Darum soll sich jetzt etwas tun – in der Bült. Mit der kreislichen Absegnung im Dezember 2020 wurde das Gebäude „Bült 2“ als Flüchtlingsunterkunft genehmigt. Es ist das erste Gebäude, wenn man von der Bundesstraße 70 aus in die Bült abbiegt. Es liegt auch der rechten Seite, ist im Besitz der Gemeinde und wurde in der Vergangenheit schon mal als Kita-Provisorium genutzt.

Erst Kita-Provisorium dann Flüchtlingsunterunterkunft?

Und Provisorium ist ein gutes Stichwort. Genau das ist jetzt erneut denkbar und steht somit zumindest temporär in Konkurrenz zur geplanten Flüchtlingsunterkunft. Zur Erklärung: Im Ortsteil Nienborg soll eine neue Kita entstehen. „Geplant ist, dass die Kita am 1. August 2022 ihren Betrieb aufnimmt“, so Bauamtsleiter Herbert Gausling auf Anfrage.

Bis dahin muss eine Übergangslösung gefunden werden. Vier Varianten stehen im Raum, eine davon ist das Gebäude in der Bült. Eine Entscheidung muss die Lokalpolitik noch fällen. Und davon hängt auch ab, wie schnell letztlich die „neue“ Flüchtlingsunterkunft realisiert werden kann.

Baulich muss noch viel gemacht machen

So oder so: Baulich muss zuvor noch einiges geschehen. „Für die Nutzung der Liegenschaft Bült 2 gibt es ein spezielles Brandschutzkonzept“, erklärt der Bauamtsleiter. Da es sich um eine gemeinschaftliche Unterbringung handeln wird, gibt es hohe Anforderungen mit Blick auf die Fluchtwege.

So muss etwa eine zusätzliche Außentreppe als Fluchtweg gebaut werden. Löschdecken in der Küche und vernetzte Brandmelder in allen Räumen runden das Brandschutzkonzept ab. 128.000 Euro sollen für die skizzierten Umbaumaßnahmen im Haushalt 2021 veranschlagt werden.

Aktuell gibt es acht Flüchtlingsunterkünfte

Sollte das Gebäude tatsächlich noch mal als Kita-Provisorium genutzt werden, liegt es auf der Hand, dass sich ein Teil der Umbaumaßnahmen auf die Jahre 2022 und/oder 2023 verschieben wird.

Fakt ist, dass die Verwaltung nach einer Realisierung der Flüchtlingsunterbringung in der Bült die Gemeinde in diesem Bereich „zukunftsfähig aufgestellt“ sieht. Aktuell gibt es in Dinkelgemeinde acht Flüchtlingsunterkünfte – drei im Ortsteil Nienborg und fünf im Ortsteil Heek, perspektivisch dann sechs.

Und für wie viele Menschen bieten diese Unterkünfte Platz? Pauschal lasse sich so etwas laut Verwaltung nicht beantworten. Unterschiedliche Faktoren wie Familienstrukturen, Einzelpersonen oder auch die Nationalitäten spielten eine Rolle. Aber: Die Größenordnung bewege sich grob bei 175 Personen.

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