Hanta-Virus tritt auch in Heek immer wieder auf – ein Arzt berichtet

dzInfektionskrankheit

Das Hanta-Virus vermehrt sich im Münsterland rasant, meldet das Robert-Koch-Institut. Auch in Heek gibt es immer wieder Patienten, die sich infiziert haben. Die Dunkelziffer ist aber hoch.

Heek

, 24.10.2019, 17:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wolfgang Gerlach-Reinholz, Allgemeinmediziner in Heek, kennt das Problem mit dem Hanta-Virus aus seiner Praxis: „Es kommt durchaus öfter vor, dass bei Patienten das Virus nachgewiesen wird.“ Das Problem: Die Symptome ähneln besonders im Anfangsstadium denen einer „normalen“ Grippe: Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen zum Beispiel.

Keine typischen Symptome

„Die Kunst besteht darin, daran zu denken, dass auch ein Hanta-Virus infrage kommt“, erklärt der Heeker Arzt. Und da kommt den Ärzten wie ihm ihre Erfahrung zugute. Hellhörig werde man, wenn zwar die genannten Symptome auftreten, die klassischen Erkältungsanzeichen aber weniger ausgeprägt seien.

Wenn dann bei den Patienten nach der konventionellen Behandlung einer Virus-Erkrankung nach zwei bis drei Tagen keine Besserung auftrete, sei dann eine Blutuntersuchung der nächste Schritt, um genauere Hinweise zu bekommen. Typisch beim Hanta-Virus seien nämlich auffällige Nierenwerte, denen man dann in einer weiteren differenzierten Blutuntersuchung auf den Grund gehe.

Wolfgang Gerlach-Reinholz: „Dann kann festgestellt werden, ob die typischen Hanta-Antikörper vorliegen.“

Krankheitsverlauf oft nicht gravierend

Eine spezielle Therapie gegen die Hanta-Infektion gibt es aber nicht. Oft ist der Krankheitsverlauf auch nicht gravierend, oder gar lebensbedrohend. Nur dann, wenn es Komplikationen mit der Nierenfunktion gibt, wird unter Umständen sogar ein Krankenhaus-Aufenthalt notwendig. So wie bei einem Patienten der Heeker Praxis von Wolfgang Gerlach-Reinholz: „Der musste kurzfristig sogar an die Dialyse.“ Das sei aber wirklich die Ausnahme.

Keine feststellbare Häufung in Heek

Von einer Häufung der Fälle will der Mediziner aber nicht sprechen. Allerdings sei die Dunkelziffer auch sehr hoch: „Viele gehen gar nicht zum Arzt, oder es wird gar nicht festgestellt.“ Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Zahlen, die dem Kreis Borken zum Hanta-Virus vorliegen, seit dem vergangenen Jahr zwar verdoppelt (2018: 14 Fälle; 2019: 29 bislang), ähnlich hoch waren sie aber schon mal 2017 (30 Fälle). Wie Pressesprecherin Ellen Bülten sagte, geht man hier von einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren aus.

Das Hanta-Virus sei aber kein Problem, das nur den ländlichen Lebensraum betreffe, betont Wolfgang Gerlach-Reinholz. Da es durch den Kot vorzugsweise der Rötelmaus, aber auch anderen Mäusen und Ratten, übertragen wird, gelte es, generell beim Säubern von Garagen, Holzschuppen oder auch Dachböden vorsichtig zu sein.

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