Als Geräteturnerin brachte Hanna Reinders Kraft und: Körperbeherrschung mit – das hilft, auch wenn heute viele Handgriffe mit Maschinen erleichtert werden. © Bernd Schäfer
Ausbildung im Handwerk

Hanna Reinders (21) ist jetzt Zimmerer-Gesellin – und Beste der Innung

Hanna Reinders aus Heek war die einzige weibliche Zimmerer-Auszubildende im Innungsbezirk – und am Ende die Beste. Sie hat ihre Ausbildung bei Haveloh in Alstätte absolviert.

Hanna Reinders ist im Moment hin- und hergerissen: Einerseits würde sie nach dem Ende ihrer Ausbildung gerne weiter als Zimmererin im Holzbetrieb Haveloh arbeiten. „Das ist ein schöner und spannender Beruf, der super vielfältig ist“, sagt die 21-jährige Heekerin.

Andererseits ist da aber noch der Wunsch, Holzingenieurwesen zu studieren. „Wenn ich das jetzt nicht mache, mache ich das wahrscheinlich nie mehr.“

Sofort nach dem Abi am Canisius-Berufskolleg an die Hochschule zu gehen war nicht ihr Ding. „Ich wollte nicht direkt nach der Schule studieren, sondern erst eine Ausbildung machen.“ Nach einem Praktikum bei Haveloh war ihr klar, dass sie durchaus dicke Bretter bohren kann – und auch Tobias Haveloh und sein Team waren von der jungen Frau so überzeugt, dass sie ihr den Ausbildungsplatz gaben.

Als einzige Frau unter 27 Auszubildenden

Wie gut ihr Verhältnis zu Holz ist, stellte sich spätestens bei ihrer Abschlussprüfung heraus: Die bestand sie als Beste im Bezirk der Innung Borken-Bocholt – und das als einzige Frau unter 27 Auszubildenden.

Offenbar ist die Arbeit mit oft großen, massiven Holzbalken immer noch eher eine Männerdomäne. Auch in der Berufsschule seien einige anfangs erstaunt gewesen, eine Mitschülerin zu haben. „Dabei arbeitet man heute ja mit Maschinen wie Kränen und Elektrowerkzeugen, das macht es körperlich leichter“, sagt Hanna Reinders. Wobei ihr wohl auch ihre sportliche Vergangenheit zugutekam: „Ich betreibe schon länger Geräteturnen – da braucht man auch Kraft und Körperbeherrschung.“

Am meisten fasziniert sie die Bauweise von Fachwerkhäusern. Aber auch der Bau von neuen Häusern hat für die Handwerkerin seinen ganz eigenen Reiz – vor allem am Ende: „Das Richtfest Feiern ist eine schöne Nebensache in unserem Beruf.“

Wettbewerb wohl nicht mehr auf Landes- und Bundesebene

Ihr Abschneiden als Jahrgangsbeste nimmt sie ganz bescheiden hin: „Die Theorie war ganz gut, die Praxis auch – ich habe Glück und einen guten Tag gehabt.“

Eigentlich wären für die junge Handwerksgesellin jetzt Teilnahmen in den Wettbewerben auf höheren Ebenen dran. Aufgrund der immer noch geltenden Coronaschutzbestimmungen wird daraus in diesem Jahr aber wohl nichts mehr.

Einer ihrer Vorgänger als Azubi bei Haveloh hatte es da noch besser: Lukas Rever schaffte es vor fünf Jahren bis in die Ausscheidung auf Bundesebene. Was wohl die Einschätzung von Hanna Reinders über den Betrieb Haveloh bestätigt: „Ich bin echt gerne hier – alles ist ganz familiär und man lernt sehr viel.“

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