Ein Nest des Eichenprozessionsspinners im Juni 2020 in Heek. Bei der Entfernung von Totholz sind die verlassenen Nester auch noch Monate später gefährlich. © Till Goerke
Eichenprozessionsspinner

Giftraupen-Nester im Totholz: Eine teure Kombination für die Gemeinde

Corona ist das bestimmende Thema, doch auch der Eichenprozessionsspinner sorgte in Heek für Probleme. Und das sogar noch im Spätherbst. Weit nachdem die Raupen zu Faltern geworden waren.

Dass Corona seit vielen Monaten das beherrschende Thema ist, steht außer Frage. Doch 2020 hat auch der Eichenprozessionsspinner Bauhof und Verwaltung der Gemeinde Heek vor Herausforderungen gestellt. Und selbst als die Raupen längst zu Faltern geworden waren, blieb das Thema präsent. Deshalb griff im November eine Spezialfirma ein.

Insgesamt ließ man in der Dinkelgemeinde nichts unversucht, die Plage durch die Giftraupe so gut wie möglich in Grenzen zu halten. Gut 40.000 Euro ließ sich die Gemeinde die Bekämpfung der Giftraupe kosten. Zum Einsatz kam ein Abwehrmix aus Bioziden (Prävention), Fallen, Absaugen oder auch Nistkästen.

Totholz muss entfernt werden

Und unabhängig davon, dass nicht alle Methoden gleich effektiv waren – selbst im Spätherbst war die Sache noch nicht überall ausgestanden. Das grundlegende Problem ist Totholz, das in Eichen hängt und die Verkehrssicherheit gefährdet. Dieses Totholz muss von den Mitarbeitern des Bauhofs entfernt werden.

Darin liegt mitunter die Tücke, denn die Nester der Giftraupe befinden sich teilweise an diesen Tothölzern oder in unmittelbarer Nähe. Während der Arbeiten können die Brennhaare, die noch immer allergische Reaktionen auslösen können, aufgewirbelt werden. Ohne entsprechende Schutzanzüge und Masken eine nicht ungefährliche Arbeit.

Viele Eichen im Außenbereich

Das Problem in der Dinkelgemeinde: Gerade im Außenbereich gibt es viele Eichen. Und auch dort gilt es, jederzeit die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. „Ist die Verkehrssicherheit gefährdet, müssen wir handeln“, stellt Bauamtsleiter Herbert Gausling auf Anfrage klar.

Darum rückte Ende November auch eine Spezialfirma an. Zuvor hatte die Verwaltung eine sogenannte „Gefährdungsbeurteilung“ erstellt. Die Mitarbeiter der Fachfirma entfernten an jenen Stellen, wo die Verkehrssicherheit gefährdet war, zunächst mit spezieller Schutzausrüstung die Giftraupen-Nester, ehe sie das Totholz aus den Eichen holten.

Und die Kosten für solch einen Einsatz? „Es war nicht ganz günstig“, so Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf Nachfrage. Eine vierstellige Summe soll es gewesen sein. Ob die Sache jetzt damit fürs Erste erledigt ist, wird sich noch zeigen müssen. „Das müssen wir abwarten“, so der Bauamtsleiter. Es sei derzeit eben nicht absehbar, wie sich die Gemengelage entwickele.

Brennhaare der Giftraupe sind gefährlich:

  • Sie können eine allergische Reaktion auslösen. Unangenehmer Juckreiz, Hautentzündungen, Schwellungen wie bei einem Insektenstich können ebenso die Folge sein wie Augenreizungen und Bindehautenzündungen.
  • Werden Brennhaare eingeatmet, kann das zu einer Reizung der oberen Atemwege führen. Bei Menschen, die auch sonst Probleme mit Allergien haben, kann ein Kontakt auch zu Atemnot führen. Bronchitis, schmerzhafter Husten und Asthma können die Folge sein.
  • Auch für Tiere, zum Beispiel Hunde oder Katzen, sind die Brennhaare gefährlich.
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