Gesucht: das beste Energiekonzept für die Gemeinde

Diskussion im Rat

Die Diskussion um ein gemeindeeigenes Energiekonzept geht weiter. Während die SPD sich nicht von der Vision eines Nahwärmenetzes verabschieden mag, fürchtet die CDU das Risiko einer Millioneninvestition, die sich am Ende nicht rechnet. Die mögliche Lösung brachten im Bauausschuss Bürgermeister und Verwaltung ins Spiel: ein Investor.

HEEK

, 03.11.2016, 19:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gesucht: das beste Energiekonzept für die Gemeinde

Braucht viel Energie zum Heizen: die Turnhalle an der Kreuzschule.

Die Zeit drängt, denn die Heizungsanlage in der Kreuzschule ist überaltert und muss dringend saniert werden (Münsterland Zeitung berichtete). Für die Einrichtung eines Nahwärmenetzes bräuchte die Gemeinde indes bis zu fünf Jahre. Außerdem würden die Arbeiten an einer Feinstudie zur Abstimmung aller notwendigen Daten, möglicher Varianten und Alternativen Ressourcen in der Verwaltung binden.

Insellösungen

Dennoch mochte sich die SPD-Fraktion im Bauausschuss am Mittwochabend nur ungern von der Vision eines Nahwärmenetzes verabschieden. Tobias Neumann brachte Insellösungen ins Spiel. Kleinere Verbünde, etwa von der Kreuzschule aus mit Anbindung von Rathaus oder Sportzentrum, sollten im Rahmen einer Feinstudie geprüft werden, schlug er vor: "Synergien nutzen".

Im Ausschuss lagen nicht nur Anträge zum Thema von beiden Fraktionen vor, sondern auch die Antworten der Verwaltung zum Fragenkatalog der CDU aus dem Frühjahr (s. Kasten). Wie berichtet, hatte die CDU ihr Votum über weitere Schritte in Richtung eines Energiekonzeptes davon abhängig gemacht.

Potenziale für Optimierung

Dass die Heizungsanlage in der Kreuzschule einer der größten Energiefresser ist, überraschte niemanden, aber die von der Verwaltung vorgelegte Liste offenbarte für die CDU auch "Potenziale", wie sie in einer schriftlichen Stellungnahme deutlich machte: "Die Heizungsanlagen der kommunalen Gebäude bieten offensichtlich erhebliche Möglichkeiten zur technischen Optimierung." Will heißen: Mittels Dämmung und energetischer Modernisierung ließe sich schon viel sparen.

Für die Kreuzschule könne das etwa eine Hackschnitzel- oder eine Erdgasheizung sein. Die Investition in ein Nahwärmenetz im Millionenbereich und Kosten für eine vorausgehende Feinstudie indes scheute die CDU mit Blick auf die wirtschaftlichen Risiken. "Wir legen uns auf 20 Jahre fest und es ist ein Mindestverbrauch erforderlich, um das Netz wirtschaftlich zu betreiben", sagte CDU-Fraktionsführer Walter Niemeyer.

Die SPD hielt dagegen. Die Studie sei notwendig. "Wir reden immer nur von Vermutungen", sagte Manfred Kösters. "Gerade die Feinstudie gibt uns Klarheit darüber, welche Anlage für die Gemeinde die günstigste ist."

Der Ausschussvorsitzende winkte ab: "Wir wissen, was da rauskommt", sagte Franz Epping (CDU): "Das ist für uns nicht machbar." Zudem würde die Studie Kapazitäten bei der Verwaltung blockieren. Auch der Bürgermeister äußerte Bedenken. "Ob wir eine Studie in der Tiefe bekommen, wie wir sie brauchen, weiß ich nicht." Unstrittig sei, dass "wir in Kürze tätig werden müssen", sagte er mit Blick auf die Kreuzschule und die Sporthalle. Allein dafür könnte sich eine "reduzierte" Studie lohnen.

Investoren interessiert

Seine Anregung, die vom Ausschuss dann einhellig in einen Beschluss gegossen wurde: "Warum sollen wir das selbst machen?" Die Verwaltung habe bereits die Fühler nach Investoren ausgestreckt, es gebe durchaus Interessenten. Wenn sich jemand fände, der das Ganze wirtschaftlich und nachhaltig betreiben könne - Studien inklusive, "haben wir am Ende alle etwas davon.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt