Filmschauplätze 2020: Event in Heek steht auf wackeligen Füßen

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Die Filmschauplätze sind ein seit Jahren beliebtes Event in NRW. Das Prinzip: 19 Orte, 19 Filme und freier Eintritt. Erstmalig ist jetzt auch Heek dabei. Doch das Event wackelt wegen Corona.

Heek

, 23.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Filmschauplätze NRW sind ein Veranstaltung, die es seit über 20 Jahren gibt. Die Quintessenz: 19 Orte, 19 Filme und freier Eintritt. Schon lange kämpft Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff dafür, das Event in die Dinkelgemeinde zu holen. Dieses Jahr hat es geklappt. Doch ob das Event stattfinden kann, ist derzeit nicht klar. Schuld ist die Corona-Krise. Und dennoch gibt es gute Nachrichten.

„Sollte das Event tatsächlich ausfallen müssen, dann sind alle Kommunen, die 2020 dabei sein sollten, auch 2021 dabei – wenn sie denn wollen“, stellt Projektleiterin Anna Fantl im Gespräch mit der Redaktion klar. Verantwortlich für die Filmabende ist die 1991 gegründete Film- und Medienstiftung NRW mit Sitz in Düsseldorf.

Der Ort des Geschehens soll der Klanggarten der LMA sein

Doch an einen Ausfall wegen der Corona-Krise will die Projektleiterin noch nicht denken. Wenngleich sie sagt: „Die Krise erschwert natürlich die Planung. Die Bestimmungen ändern sich ja praktisch täglich. Solange es kein eindeutiges Zeichen aus der Politik gibt, planen wir weiter.“

Und das heißt, dass in Bezug auf die Dinkelgemeinde am 9. Juli als Filmabend festgehalten wird. Noch. Der Termin ist dabei in Absprache mit der Gemeindeverwaltung gewählt worden. Veranstaltungsort ist der Klanggarten des Landesmusikakademie (LMA) in Nienborg. Ein Ort, der für das Event perfekte Rahmenbedingungen bietet. Da sind sich Anna Fantl und Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff einig.

Wie wird zukünftig eine Großveranstaltung definiert?

Zur Erklärung: Der gezeigte Film wird auf den jeweiligen Ort abgestimmt. Die Gemeinde stellt für den Abend die Infrastruktur, ein Rahmenprogramm (Catering/Picknick) und entrichtet einen finanziellen Beitrag von 1500 Euro. Alles andere kommt on Top.

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Doch genau da ist das Problem. Nach aktuellem Stand (22. April) sind Großveranstaltungen bis zum 31. August verboten. „Aktuell sprechen wir da ja von 1000 und mehr Menschen“, so Anna Fantl. Für den Filmabend in Heek wird vorsichtig mit 300 bis 500 Zuschauern kalkuliert. Also deutlich unter dem derzeitig gültigen Grenzwert.

Catering und Picknick müssten in jedem Fall ausfallen

Unter entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen wie Einlasskontrollen, genügend Abstand und dem Tragen von Mundschutzmasken wäre das Event nach derzeitigen Stand möglicherweise noch durchführbar. „Über Details müsste man dann sprechen, wenn es tatsächlich so weit käme“, sagt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff auf Anfrage.

Rein vom Platz her ist der Klanggarten groß genug, um einen angemessenen Corona-Abstand einhalten zu können.

Rein vom Platz her ist der Klanggarten groß genug, um einen angemessenen Corona-Abstand einhalten zu können. © Privat

Noch ist die Sache also sehr schwammig. Eindeutig ist hingegen die Geschichte mit dem Rahmenprogramm. Catering und Picknick müssten bei einer möglichen Durchführung ins Wasser fallen. Da sind die Corona-Vorgaben eindeutig und lassen keinen Spielraum.

Event würde auch mit weniger Kommunen durchgeführt

Wäre das denn aus Sicht der Organisatorin zulässig? Immerhin ist das Rahmenprogramm ja eigentlich verpflichtender Bestandteil des Events. „Ja, klar ginge das. Die Situation hat sich ja keiner ausgesucht. Da müssen Ausnahmen erlaubt sein“, stellt Anna Fantl klar.

Und selbst wenn einige der 19 Kommunen aus freien Stücken auf eine Durchführung verzichten würden, das Event als solches aber erlaubt wäre, dann würden die Filmschauplätze 2020 nicht ausfallen. „Dann läuft das eben mit weniger Teilnehmern“, so die Projektleiterin, die das Event seit 22 Jahren organisiert. Mittlerweile sogar trotz Ruhestandes.

Übrigens: Die Filme für die jeweiligen Orten werden in Kürze bestellt. Welcher Film in Heek gezeigt werden soll, ist noch ein gut gehütetes Geheimnis. Offiziell. „Letztlich lebt das Projekt und so ein Abend aber ohnehin von den Menschen und ihrem Engagement vor Ort“, so Anna Fantl. Ob auch 2020, wird sich zeigen.

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