Fenster zum Dorf öffnet sich

Neues Hotel

Noch wird geschraubt und gemalert in dem Neubau im Herzen von Heek. Doch bis zum 19. Juli soll alles fertig sein, denn dann öffnet das neue Hotel am Markt seine Türen - und die Fenster gleich mit.

HEEK

, 03.07.2015, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf die Aussicht ist Ludger Gausling besonders stolz. "Ist das nicht ein toller Blick?", fragt er, als er die Türen zum französischen Balkon öffnet. Dass die Architekten hier nicht einfach ein Fenster eingebaut haben, sondern bis zum Boden durchgehende Flügeltüren mit einer Balkonbrüstung davor, hat seinen offenkundigen Grund: Der Blick, der sich den zukünftigen Hotelgästen im neuen Hotel am Markt bietet, ist atemberaubend - und zwar in alle Richtungen.

Eigentümer Gausling, sein Berater Walter Sosul, ehemals selbst Hoteldirektor, und der künftige Leiter des Hotels, Torsten Hilger, verbindet eine Vision. "Das ist hier ein bisschen Diaspora", sagt Gausling. Gemeint ist die Gastronomie.

"Herz der Welt"

Zurzeit gibt es keinen Mittagstisch in Heek, Zimmer sind Mangelware und eine Außengastronomie, von der aus man dem Treiben im Herzen Heeks zusehen kann, passt wie angegossen an diesen Platz. "Sehen und gesehen werden", schmunzelt Sosul. Und Gausling möchte den Slogan "Heek als Herz der Welt" bewahrheitet sehen. "Dann kann man auch mal länger hier verweilen."

60 Gäste finden künftig auf der Terrasse vor dem Gebäude Platz, hinzu kommen 65 Plätze im Restaurant, ein zweifach erweiterbarer Veranstaltungsraum bietet Platz für Seminare und Feste für bis zu 100 Gäste. Etwa acht bis zehn Arbeitsplätze entstehen in dem Komplex, der zudem 19 komfortabel ausgestattet Doppelzimmer beherbergt.

Regional und international

In der Küche wird gerade probegekocht - zum einen, um die Arbeiter, die noch im und ums Haus beschäftigt sind, zu verköstigen. Zum anderen, um das Team und die Ausstattung der Küche aufeinander einzuspielen. Gutbürgerlich, "mit internationalem Einschlag" soll man künftig hier essen können. Besonderen Wert legen die Hoteliers dabei auf regionale Produkte.

Hilger selbst ist Koch und Küchenmeister. Den Erfurter reizt genau das. "Ein neues Hotel zu führen und auf den Markt zu bringen - mit neuer Technik." Dazu gehört die technische Ausstattung genauso wie die Verwaltung. So wird die Dokumentationspflicht für die Mindestlohneinhaltung per Computer erledigt. "Das Personal haben wir schon vor drei Monaten eingestellt", sagt Sosul.

Familiäre Atmosphäre

Nicht ohne Grund: "Unser Plus ist, dass das Hotel Inhaber-geführt ist. Da unterscheiden wir uns von den Ketten, und das ist auch die Zukunft." In der eher familiären Atmosphäre fühlen sich nämlich laut Sosul nicht nur die Gäste besonder wohl. "Da entsteht erkennbare Freude bei der Arbeit beim Personal, und das soll sich wie ein roter Faden durchs Haus ziehen."

"Das Umfeld muss stimmen", bestätigt Gausling. Seine Formel habe drei L: "Lage, Lage und nochmals Lage." Für Touristen wie für Geschäftskunden. Das Hotel soll für Gäste und Partner der prosperierenden Gewerbe- und Industriebetriebe in Heek genauso attraktiv sein wie für die vielen Radtouristen, für die Heek laut Gausling "Dreh- und Angelpunkt" ist. Sosul: "Wir glauben, dass wir mit dieser Geschichte Erfolg haben."

Heimat als Grundgedanke

Wieviel Herzblut in dem Projekt steckt, spürt man. Gausling betont, dass es ihm auch um seine Heimat geht. "Wir haben nur mit Betrieben aus der Region gearbeitet", erklärt er. Und selbst ein Teil der alten Gebäudestruktur ist erhalten und liebevoll hergerichtet worden: Im Innenhof, mit Zugang vom Restaurant liegt eine kleine Terrasse, die von der alten Mauer begrenzt wird - ebenfalls mit Fenstern ausgestattet, für noch mehr interessante Blicke.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt