Ex-Hülsta-Flächen: Erschließung kostet die Gemeinde zwei Millionen Euro

dzGewerbeflächen

Aus dem riesigen Grundstück der Firma Hülsta sollen 20 kleinere Gewerbeflächen entstehen. Allein die Erschließung kostet zwei Millionen Euro und dauert noch sechs bis neun Monate.

Heek

, 08.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch wenn am verregneten Donnerstagmorgen wenig davon zu sehen ist: Es geht vorwärts auf dem ehemaligen Hülsta-Gelände in Heek. Das meiste davon passiert allerdings derzeit im Untergrund.

„Die sehr umfangreichen Erschließungsarbeiten laufen“, sagt Herbert Gausling vom Fachbereich Bauen, Planen und Verkehr. Im Vordergrund steht im Moment die Straße Stroot. Die ist derzeit gesperrt, weil dort Kanalarbeiten durchgeführt werden. Bis Ende Oktober soll dieser Abschnitt abgeschlossen sein.

Die Straße Stroot ist gerade wegen der Erschließungsarbeiten gesperrt.

Die Straße Stroot ist gerade wegen der Erschließungsarbeiten gesperrt. © Markus Gehring

Erschließungsarbeiten sind sehr umfangreich

Dann geht es auf dem Ex-Hülsta-Gelände an sich weiter. Die Herausforderung bei der Erschließung: Vorher hat ein einziger Betrieb die gesamte Fläche von 82.000 Quadratmetern genutzt, nämlich der Möbelhersteller Hülsta. Das heißt, die nötigen Anschlüsse sind auch nur einmal an einer Stelle vorhanden.

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Nun soll dort ein Gewerbegebiet entstehen mit mehreren Grundstücken und neuen Straßen. „Und natürlich soll am Ende jeder Betrieb einen eigenen Abwasser- und Regenwasseranschluss bekommen“, so Herbert Gausling. Es müssen also zahlreiche Rohre verlegt werden – und Stromkabel.

Die Erschließungsarbeiten auf dem Ex-Hülsta-Gelände laufen.

Die Erschließungsarbeiten auf dem Ex-Hülsta-Gelände laufen. © Markus Gehring

Denn aus historischen Gründen verlaufen über das Gelände noch 10KV-Leitungen. Die sollen aber in Zukunft alle auf den Flächen der Gemeinde liegen und nicht auf den dann privaten Grundstücken.

Kosten sollen teilweise durch Verkauf der Flächen gedeckt werden

Die Erschließungsmaßnahmen sollen noch ein halbes bis dreiviertel Jahr dauern. Der Zeitplan ist wie alle Bauarbeiten abhängig vom Winter. Kostenpunkt alleine für diesen Schritt: zwei Millionen Euro. Schon der Abriss der alten Hülsta-Hallen hat rund 900.000 Euro gekostet.

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Summen, die aus der Gemeindekasse gezahlt werden. Ein Teil davon soll später über den Verkauf der Grundstücke wieder reinkommen. Die Vermarktung läuft bereits und es gibt auch einige Interessenten. „Zum einen haben Firmen aus Heek Interesse, zum anderen gibt es auch Anfragen von außerhalb“, sagt Herbert Gausling.

Interessenten können sich bei der Gemeinde Heek melden

Einige Grundstücke sind bereits verkauft, die ersten Projekte wurden schon umgesetzt. Ein Baumarkt und ein Kindergarten zum Beispiel wurden vor Kurzem auf der ehemaligen Hülsta-Fläche gebaut. Die Bauarbeiten für ein Autohaus laufen derzeit.

Die Gemeinde führt momentan Gespräche mit den Interessenten. „Vom ersten Vorgespräch bis zur baureifen Genehmigung vergeht ein halbes bis dreiviertel Jahr“, erklärt Herbert Gausling. Wenn alles nach Plan läuft, sollen Anfang 2021 weitere Bauprojekte auf dem Gelände umgesetzt werden. Und noch gibt es auch einige freie Grundstücke. Interessenten können sich bei der Gemeinde Heek melden.

Die Geschichte der Hülsta-Fläche

  • 1964 hat Hülsta in seinem Werk in Heek die Produktion aufgenommen.
  • Anfang 2008 wurde bekannt, dass der Möbelhersteller das Werk schließt. Als Begründung wurden „Kostendruck und Einsparungen bei den Investitionen“ genannt.
  • Bis 2009 wurde die Produktion nach und nach auf die Standorte in Stadtlohn und Ottenstein verlagert. 140 der 250 Mitarbeiter mussten gehen, der Rest wurde an die anderen Hülsta-Standorte versetzt.
  • 2017 kaufte die Gemeinde Heek das 82.000 Quadratmeter große Areal.
  • Ende 2018 war der Abriss der alten Hallenbeschlossene Sache. Zunächst wurde im Inneren alles rausgerissen, Mitte 2019 lag das alte Werk komplett in Trümmern. Im August 2019 folgte auch der Abriss des Spänebunkers.
  • Seit März 2020 laufen nun die Erschließungsarbeiten. Auf dem insgesamt 82.000 Quadratmeter großen Gelände sollen rund 20 Firmen Platz finden.
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