Etliche Einbrüche in Heek im Juli: Polizei spricht von Zusammenhängen

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Etliche Einbrüche gab es im Juli in Heek. Einige Tatorte wurden sogar mehrfach aufgesucht. Die Polizei spricht von Zusammenhängen. Und von einem Täter gibt es sogar Bildmaterial.

Heek

, 28.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Faktenlage lässt aufhorchen: Sechs Einbrüche und einen Versuch gab es im Juli in der Dinkelgemeinde. Verglichen mit den Vormonaten mehr als eine Verdopplung. Da die Tatorte nah beieinander liegen und zum Teil mehrfach aufgesucht wurden, geht die Polizei von einem Tatzusammenhang aus. Bei einem Bruch wurde sogar ein Täter von einer Überwachungskamera aufgezeichnet. Doch der Reihe nach.

8. Juli, 9. Juli, 13. Juli, 14. Juli, 17. Juli, 20. Juli und 26. Juli – so liest sich die Einbruch-Statistik für Heek im Juli. Auffällig: Wohnungen oder Häuser zählten jüngst nicht zu den ausgewählten Objekten der Täter. Vielmehr waren es ein Rohbau, eine Kita, ein Clubheim oder Baucontainer. Mal wurde eine Tür, mal ein Fenster aufgehebelt. Die Beute? In allen Fällen sehr überschaubar.

Tatorte liegen zumeist dicht zusammen

Ebenfalls auffällig: Einige Orte, wie die DRK-Kita in der Stroot, wurden gleich mehrfach heimgesucht. Auch der Neu- beziehungsweise Rohbau im Engelkamp wurde zweimal von dem oder den Unbekannten aufgesucht. Dieser liegt Luftlinie mal gerade 600 Meter von der Stroot entfernt.

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Genau wegen dieser räumlich-zeitlichen Dichte der Taten geht die Polizei nach aktuellem Stand von einer Einbruchserie aus. „Bei solch einer Häufung muss man unter den gegeben Umstände von einem Tatzusammenhang sprechen, alles andere wäre fahrlässig“, stellt Kreispolizei-Pressesprecher Frank Rentmeister auf Nachfrage der Redaktion klar.

Ein Täter wurde gefilmt

Beim versuchten Einbruch im Engelkamp in der Nacht zu Montag (13. Juli) zeichnete eine Überwachungskamera einen Täter auf. Ein dunkel und mit einem Kapuzenpullover bekleideter Mann hatte gegen 01.15 Uhr vergeblich versucht, die Eingangstür aufzuhebeln. Veröffentlicht wurden diese Bilder bisher nicht, da es dafür eine richterliche Anordnung bräuchte. Ob das Bildmaterial den Ermittlern hilft, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Viele der Tatorte liegen räumlich nicht weit auseinander. Laut Polizei spricht einiges dafür, dass der oder die Täter selbst aus der Dinkelgemeinde kommen.

Viele der Tatorte liegen räumlich nicht weit auseinander. Laut Polizei spricht einiges dafür, dass der oder die Täter selbst aus der Dinkelgemeinde kommen (Symbolbild). © picture alliance/dpa

„Bei solcher Häufung wie aktuell in Heek schauen wir natürlich genauer hin“, sagt Frank Rentmeister. Details könne er nicht nennen, da die Ermittlungen nicht gefährdet werden sollen. Fakt ist aber: „Die Kollegen fahren regelmäßig Streife vor Ort.“ Der oder die Täter können sich also niemals „sicher“ fühlen, auch wenn sie für ihre Brüche in den Abend- und Nachtstunden verlassene Gebäude aufsuchen.

Ist es klassische Beschaffungskriminalität?

Zu möglichen Hintergründen ist bisher wenig bekannt. Doch die gewählten Einbruchsorte deuten auf Täter hin, die vermutlich nicht dem „Profibereich“ zuzuordnen sein dürfen. Das bestätigt die Polizei auf Nachfrage. Es seien nicht die klassischen Orte, an denen große Beute zu erwarten ist. Möglich könnte eine klassische Beschaffungskriminalität, also zur Finanzierung des Drogenkonsums, sein.

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Dabei geht es darum, schnell an jegliche Art von Beute zu kommen, die sich beim Hehler zu Geld machen lässt, um sich dann vom „Erlös“ Drogen kaufen zu können. Übrigens ereigneten sich alle Taten im Juli vermutlich in den Nacht oder frühen Morgenstunden, sprich im Schutz der Dunkelheit. Etwas, das der gebürtige Legdener und Ex-Einbrecher Hermann Wenning (heute gefragter Buchautor) als „typisch“ bezeichnet.

Auch Einbrechern geht es um die „Sicherheit“

So erklärte Hermann Wenning im Gespräch mit der Redaktion, dass es auch Einbrechern in der Regel um die „Sicherheit“ ginge. Gerade im Bereich der Beschaffungskriminalität. Dunkelheit und unbewohnte Gebäude seien somit ideale Ziele. Und dabei gelte die so genannte Zwei-Minuten-Regeln. Gelinge es Tätern in dieser Zeit nicht, ins Objekt zu gelangen, ließen sie davon ab.

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Ob bei den jüngsten Einbrüchen in Heek Auswärtige oder Personen aus der Gemeinde selbst am Werk waren, ist noch unklar. Laut Polizei spreche jedoch vieles für örtliche Täter, sprich aus Heek selbst.

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