„Ertragt Euch in Liebe“ ist jetzt das Motto für Heek und Nienborg

dz50 Jahre Gemeinde Heek

Seit 50 Jahren sind Nienborg und Heek eine Gemeinde. Bei der offiziellen Feier am Rathaus wurde das Positive der „Zwangsehe“ beschworen.

Heek

, 24.06.2019 / Lesedauer: 3 min

In 50 Jahren gemeinsamer „Ehe“ hätten die Ortsteile Heek und Nienborg Höhen und Tiefen erlebt, mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff die Jubiläumsfeier am Rathaus. Er verglich das mit der Goldenen Hochzeit eines Ehepaares, das allerdings die Silberhochzeit einfach ausgelassen habe.

Ganz so harmonisch wie bei einer Eheschließung sei es vor 50 Jahren jedoch nicht abgelaufen, räumte Weilinghoff ein. Die kommunale Neugliederung 1969 sollte die Arbeitsabläufe effizienter gestalten, die seit 1965 von der Landesregierung in die Wege geleitet wurde. „Kommunen sollten die Mindestgröße von 5000 Einwohnern und die Mindestfläche von 120 bis 150 Quadratkilometern aufweisen. Keine der beiden bis dahin eigenständigen Orte für sich genommen war groß genug, um selbstständig bleiben zu können“, so Weilinghoff.

„Ertragt Euch in Liebe“ ist jetzt das Motto für Heek und Nienborg

Die Jubiläumsfeier war gut besucht. © Elvira Meisel-Kemper

Die politischen Vertreter beider Kommunen entschieden sich für den Ortsnamen Nienborg-Heek, die Landesregierung verkürzte auf Heek, benannte der Bürgermeister den Wermutstropfen. „Mir bleibt nur die Spekulation für diese Kürzung, denn in den Büchern ist dazu leider nichts zu finden“, so Franz-Josef Weilinghoff. Heute gelte das Motto „Ertragt Euch in Liebe“, ergänzte der erste Bürger.

Heek steht positiv da

Landtagsabgeordnete Heike Wermer, ein politisches Eigengewächs der Kommune aus dem Ortsteil Ahle, betonte, dass die beste Zeit noch kommen werde. „In Düsseldorf steht Heek immer wieder positiv da. Ich erinnere nur an die Geburtenrate, die hier sehr hoch ist“, so Heike Wermer.

Landrat Dr. Kai Zwicker hob in seinem Grußwort hervor, dass vor 50 Jahren das Hülsta-Gebäude in Heek gebaut wurde, das zurzeit abgerissen werde. Die eigene Wasserversorgung habe ebenfalls die Eigenständigkeit und das Zusammenwachsen der beiden Kommunen befördert. Auch die Fraktionsvorsitzenden Walter Niemeyer (CDU) und Reinhard Brunsch (SPD) lobten die Erfolge der „Zwangsheirat“, die bestimmt keine „Liebesheirat“ gewesen sei. „Alle Heeker und Nienborger haben dazu beigetragen, dass es in den vergangenen 50 Jahren so gut funktioniert hat“, lobte Niemeyer, der sich das auch für die kommenden Jahrzehnte erhofft.

„Ertragt Euch in Liebe“ ist jetzt das Motto für Heek und Nienborg

Viele Gäste nutzten die Gelegenheit und warfen einen Blick in die Dokumente des Gemeindearchivs. © Elvira Meisel-Kemper

Reinhard Brunsch ist seit 1970 Mitglied des Heeker Rates. Er konnte sich noch gut an die Gespräche der Zuordnung des Wigbolds Nienborg zu Heek erinnern, um eine Zuordnung nach Gronau oder Ahaus zu verhindern. Als er nach dem Tod von Adolf Büscher in den Rat aufrückte, bestand der Rat aus 19 Mitgliedern. 1973 konnte das Rathaus bezogen werden. „Eine Klimaanlage für den Ratssaal wurde abgelehnt, da die Büros der Mitarbeiter nicht klimatisiert werden sollten“, erinnerte sich Brunsch. Seit 1970 habe er auch zwei Bürgerinitiativen erlebt, die eine gegen die Einführung einer zentralen Wasserversorgung, die andere gegen die Nordumgehung.

Langfristige Ziele

„In beiden Fällen haben wir, die SPD Fraktion, der Versuchung widerstanden und die Initiativen nicht unterstützt, da wir nicht die langfristigen Ziele der Gemeinde opfern wollten“, so der SPD-Kommunalpolitiker.

Franz-Josef Weilinghoff verwies auf die Ausstellung, auf interessante Einblicke im Gemeindearchiv und auf die folgenden musikalischen Beiträge des Musikvereins Heek, gefolgt von den Jugendorchestern aus Heek und aus Nienborg, der Singfonie und der „Alten Freunde“.

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