Telefonbetrug

Enkeltrick-Betrüger werden in Ahaus und Heek im letzten Moment gestoppt

Telefonbetrüger treiben ihr perfides Unwesen auf Kosten älterer Menschen. Bei neuen Fällen in Ahaus, Heek und Gronau wurden sie erst im letzten Moment gestoppt. Es ging um Tausende Euro.
Wenn bei Anrufen die 110 im Display des Telefons erscheint, ist Vorsicht geboten. Mit diesem Trick versuchen Betrüger gerade an das Geld von älteren Menschen zu kommen. © picture alliance/dpa

In Ahaus verhinderte erst eine aufmerksame Bankmitarbeiterin, dass die Betrugsmasche „Enkeltrick“ gelang. Sie informierte die Polizei. Ein Unbekannter hatte eine 87-jährige Ahauserin angerufen und ihr eine dramatische Geschichte aufgetischt: Er habe einen Menschen umgefahren und würde ins Gefängnis kommen, wenn er keine Kaution bezahlen könne, gab er am Telefon an.

Die Frau gab in dem Telefonat Auskunft über ihre Vermögensverhältnisse und ging zur Bank, um den geforderten Geldbetrag abzuheben. Wie die Polizei berichtet, sei es dabei um einen fünfstelligen Betrag gegangen. Erst die Bankmitarbeiterin stoppte den Betrugsversuch. Bei einem weiteren Anruf in Ahaus bemerkten die Täter, dass die angerufene 83-Jährige nicht allein in der Wohnung war und beendeten das Gespräch.

Schwiegertochter verhindert Schlimmeres

Auch in Heek wurde Schlimmeres erst im letzten Moment verhindert: Mehrere tausend Euro hatte eine ältere Dame in Heek bei der Bank bereits abgehoben. Auch ihr gegenüber hatte ein Anrufer, angeblich ihr Enkel, behauptet, er sei in einen Unfall verwickelt und benötige sofort Bargeld. Die Frau gab auch ihre Bankverbindung in dem Telefonat preis. Zur Geldübergabe kam es jedoch nicht. Die Heekerin hatte sich ihrer Schwiegertochter anvertraut, die Schlimmeres verhindern konnte und auch die Polizei einschaltete.

In Gronau kam es ebenfalls zu mehreren Anrufen der Betrüger. In einem Fall erkannte die Tochter der Angerufenen die Masche und beendete das Gespräch. In drei weiteren Fällen bemerkten die Geschädigten selber den Betrug und legten auf. In den meisten Fällen waren die Unbekannten Männer. Die Täter sprachen verständlich, laut und wortgewandt. Die Taten ereigneten sich am Dienstag zwischen 11.20 Uhr und 13.45 Uhr.

Gezielte Beunruhigung

Die Polizei wiederholt ihre Warnungen vor den Telefonbetrügern: „Fast wöchentlich warnen wir davor“, sagt Dietmar Brüning von der Pressestelle der Polizei im Kreis Borken. Dennoch sei es schwierig, jeden Menschen – gerade auch Ältere, die alleine leben – zu erreichen.

Dabei macht er den älteren Menschen allerdings auch keinen Vorwurf. Die Täter seien sowohl kommunikativ als auch psychologisch extrem gut aufgestellt und würden es in den Telefonaten schaffen, auch zunächst misstrauische Opfer zu überzeugen.

Dabei sei die Masche längst bekannt. Die Polizei warne auf sämtlichen Kanälen eindringlich davor: Anrufer würden von einem Unfall oder Geldsorgen von Angehörigen berichten und versuchen dann, ihre Opfer zu beunruhigen. Im weiteren Verlauf wollen die Täter die Vermögensverhältnisse ausforschen und ihre Opfer dazu zu bringen, Geld und Schmuck persönlich an einen „Boten“ zu übergeben.

Dies gelinge zwar nur in seltenen Fällen, aber trotzdem werden immer wieder ältere Menschen um ihr Erspartes gebracht. In den Fällen vom Dienstag fielen die Angerufenen nicht auf den Trick herein, beziehungsweise verhinderten aufmerksame Menschen den Betrug.

Kritisch sein und Verdachtsfälle melden

Neben der direkten Aufklärung hofft die Polizei auch auf weitere Mithilfe: „Es ist damit zu rechnen, dass die Trickbetrüger weiter ihr Unwesen treiben werden“, erklärt Dietmar Brüning. Deswegen bittet er darum, ältere Verwandte oder Bekannte über das Vorgehen der Täter zu informieren und aufzuklären. Auch an die Bankangestellten richtet sich die Polizei noch einmal direkt: „Seien Sie weiter kritisch und melden Sie Verdachtsfälle umgehend der Polizei.“

„Wie sich in Ahaus gezeigt hat, ist nur durch das schnelle Handeln ein hoher finanzieller Schaden verhindert worden“, so Dietmar Brüning.

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