Einbrecher verwüsten erneut Manfred Piepers Schrebergarten im Stiegenpark

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Knapp drei Wochen ist es her, dass Unbekannte in den Stiegen-Schrebergarten von Manfred Pieper (54) einbrachen und alles verwüsteten. Genau dieses Szenario hat sich jetzt wiederholt.

Heek

, 13.12.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Als Manfred Pieper am Donnerstagmittag (12. Dezember) das rote Holztörchen seines Schrebergartens öffnet, ist für ihn die Welt noch in Ordnung. Alles scheint so, wie er es wenige Tage zuvor verlassen hatte. Doch als sich der 54-Jährige der kleinen Holzlaube nähert, ist er schockiert. Schon wieder waren Einbrecher am Werk und haben das reinste Chaos hinterlassen.

Die Holztür der Laube steht sperrangelweit offen und hängt nur noch notdürftig in den Scharnieren. Alle Schränke und Schubladen sind geöffnet. Der Inhalt liegt über den Boden verteilt. Vogelfutter mischt sich unter Papierteller und Handtücher. Kerzenwachs klebt am Holzboden. „Es ist einfach traurig. Wenn man das sieht, kann man echt die Lust verlieren“, ist Manfred Pieper geknickt.

Die Täter machten abermals nur geringe Beute

Dabei hatte er sogar nach dem ersten Einbruch Ende November einen batteriebetriebenen Bewegungsmelder an dem Vordach der Laube angebracht. Geholfen hat das nichts. „Die Täter haben den einfach mitgenommen“, sagt er und schüttelt mit dem Kopf.

Und auch dieses Mal war die Beute für die Täter gering. Ein Campingkocher mit Ersatzkatuschen, eine leere Kiste Bier und eben der Bewegungsmelder. „Hier gibt es doch nichts von Wert. Wieso verstehen die das nicht?“, ist Manfred Pieper ratlos. Der ideelle Schaden ist in dieser Sache ohnehin um ein vielfaches höher. „Ich habe hier so viel Liebe und Mühe reingesteckt und dann kommen so Idioten und machen alles kaputt.“

Ein Einbruch muss umgehend zur Anzeige gebracht werden

Wann genau sich die Tat ereignet hat, ist unklar. Irgendwann zwischen Sonntagabend (8. Dezember) und Donnerstagmorgen (12. Dezember). Eine Anzeige hat Manfred Pieper noch immer nicht gestellt. „Ich hole das jetzt nach. Jetzt reicht es“, sagt er aber. Und genau das ist wichtig, wie Kreispolizei-Pressesprecher Thorsten Ohm klarstellt: „Nur wenn eine Anzeige vorliegt, können wir Ermittlungen aufnehmen.“

Einbrecher verwüsten erneut Manfred Piepers Schrebergarten im Stiegenpark

Manfred Pieper vermutet, dass die Täter über diesen Zaun in den Schrebergarten gelangt sind. © Till Goerke

Und auch um zu überprüfen, ob es Zusammenhänge zischen den beiden Einbrüchen sowie weiteren Straftaten im Stiegenpark wie etwa dem Vandalismus auf dem Spielplatz gibt. Luftlinie liegen keine 200 Meter zwischen diesen beiden Tatorten. Auch die Schafe auf der angrenzenden Weide sollen Unbekannte schon gequält haben. Das habe ihm ein Nachbar erzählt. Da liegt die Vermutung nahe, dass es einen Zusammenhang geben könnte.

Auch in der Bahnhofsstraße waren Einbrecher am Werk

Dass das Thema Einbruch in Heek sehr aktuell ist, zeigt auch ein Vorfall vom Donnerstag in der Bahnhofsstraße. Auch hier drangen bisher unbekannte Täter in ein Gebäude ein, indem sie die Fensterscheibe einschlugen und Schmuck sowie Bargeld erbeuteten. Die Tatzeit liegt zwischen 16.45 Uhr und 20.30 Uhr. Hinweise nimmt das das Kriminalkommissariat in Ahaus, Tel. (02561) 9260, entgegen.

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Auch bei Manfred Piepers Laube wurde die Glasscheibe beim ersten Einbruch eingeschlagen. Beim jüngsten Fall hatten es die Täter leichter. Die Tür ist so ramponiert, dass der 54-Jährige sie nicht mehr abschließen kann. „Stellen Sie sich mal vor, ich hätte die schon ausgetauscht. Dann hätten die Täter sie wieder zerstört. Das wären weitere 190 Euro gewesen.“

Polizei fährt Streife im Stiegenpark

Dass sich angesichts der Häufung von Straftaten im Stiegenpark etwas tun muss, dass haben auch Gemeindeverwaltung und Polizei erkannt. Ein neues Beleuchtungskonzept soll für mehr Licht in den Abend- und Nachstunden im Park sorgen. Denn aktuell ist es, auch vor dem Schrebergarten von Manfred Pieper, stockfinster.

Einbrecher verwüsten erneut Manfred Piepers Schrebergarten im Stiegenpark

Eine Videokamera soll jetzt für Abschreckung sorgen. © Till Goerke

Am Mittwoch gegen Mitternacht war das jedoch mal anders. Autoscheinwerfer sollen im Stiegenpark zu sehen gewesen sein. Das berichten Anwohner. Nachfrage bei der Kreispolizeibehörde. „Wir haben unseren Fokus auf den Stiegenpark gelegt“, sagt Pressesprecher Thorsten Ohm. „Als Polizei sehen wir natürlich nicht tatenlos zu, wenn es dort vermehrt zu Vorfällen gekommen ist.“

Ermittlungen der Polizei schreiten gut voran

Die bisher unbekannten Täter dürfen das als Warnung verstehen. Denn Polizeikontrollen im Stiegenpark sollen keine Ausnahme sein. „Zu einzelnen operativen Maßnahmen nennen wir keine Details, aber wir sind dran“, stellt Thorsten Ohm klar.

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Das gilt übrigens auch für die Ermittlungen im Falle des Vandalismus auf dem Stiegen-Spielplatz. Erste Zeugen wurden vernommen und weitere Ermittlungen eingeleitet. „Wir haben neue Erkenntnisse über mögliche Täter“, berichtet der Pressesprecher. „Die Ermittlungen kommen gut voran. Es sieht vielversprechend aus.“

Verdächtige Bemerkungen umgehend der Polizei melden

Davon profitiert hat zumindest Manfred Pieper noch nicht. Er steht vor dem materiellen und ideellen Schaden in seinem Schrebergarten und ist frustriert. „Da kann man schon die Lust verlieren.“ Und noch viel schlimmer: „Ich habe jedes Mal ein ungutes Gefühl, wenn ich hierhin komme. Dabei möchte ich mich hier doch entspannen.“

Einbrecher verwüsten erneut Manfred Piepers Schrebergarten im Stiegenpark

Auch die Schafe sollen Unbekannte schon gequält haben. © Till Goerke

Und da Manfred Pieper ein für alle mal Ruhe haben will, spielt er mit dem Gedanken, sich einen Wachhund zu zulegen. „Das könnte wohl helfen.“ Wichtig, nicht nur in diesem Fall, ist es übrigens, dass Anwohner und Spaziergänger die Augen und Ohren offen halten. Thorsten Ohm sagt: „Wenn man etwas Verdächtiges bemerkt, sollte man nicht zögern und die Polizei anrufen. Da braucht keiner Scheu vor zu haben.“

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