Ein Stück Geschichte: Gemälde erinnert an Josefsschwestern in Nienborg

dzKunst

Das Gemälde steht für ein Stück Nienborger Geschichte: die Madonna mit Nonne. Das Bild ist jetzt im Heimat- und Bürgerhaus Hugenroth ausgestellt. Dabei war der Weg des Gemäldes ein langer.

von Rupert Joemann

Heek

, 25.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Über die wieder öffentliche Sichtbarkeit des Bildes freut sich Theo Franzbach, Vorsitzender des Heimatvereins Nienborg. Er hat das Gemälde vom Historiker Josef Wermert übergeben bekommen. Dessen Familie wiederum erhielt das Bild von Maria Bever, in deren Besitz das Gemälde nach der Aufgabe des Schwesternhauses kam.

In dem Schwesternhaus, das 1932 als Wohnort für die Schwestern bezogen worden war, waren auch neun Krankenbetten untergebracht. Das Grundstück hatte das Ehepaar Bernhard und Agnes Rosery gestiftet.

Große Feierlichkeiten

Die Kongregation der Schwestern vom hl. Josef Trier (kurz: Josefsschwestern Trier) hatte sich 1921 auf der Nienborger Burg niedergelassen. Es war die erste Niederlassung des 1650 in Frankreich gegründeten Ordens in Deutschland. Die Einweihung der Unterkunft im ehemaligen Ackerbürgerhaus Frieling wurde groß gefeiert. Nach einiger Zeit wurde klar, dass das Haus auf der Burg nicht ausreicht, daher der Umzug in den Ort.

Jetzt lesen

Viele Nienborgerinnen brachten im Josefshaus ihre Kinder zur Welt. Auch kam das Josefshaus als eine Art Hilfskrankenhaus eine größere Bedeutung zu, als sich ein Arzt in Nienborg niederließ. So verwundert es nicht, dass 1959 mehr als 50 Frauen zum Josefshaus zogen, um gegen die Schließung des Hauses zu protestieren.

Nachwuchsmangel im Orden

Denn schon in den Jahren zuvor machte sich der Nachwuchsmangel im Orden bemerkbar. Durch den Protest erreichten die protestierenden Frauen jedoch nur einen Aufschub. Nach 41 Jahren verließen die Josefsschwestern Nienborg.

Jetzt lesen

Drei Jahre später wurde das Haus abgerissen, sodass mit dem Gemälde wenigstens eine Erinnerung an die Zeit nun wieder für die Öffentlichkeit sichtbar ist. Daneben hat der Heimatverein während der Zeit der Corona-Pandemie weitere Exponate im Haus Hugenroth zusammengetragen.
Jetzt lesen

So ist unter anderem das Kriegervereins-Foto von 1902 zu sehen, das in der Gaststätte Wissing gehangen hat. Auch ist eine Tafel aufgestellt, auf der Fotos die Arbeiten des Bildhauers Erich Büscher-Eilert an der Statue des Heimatdichters Paul Advena dokumentieren.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt